Keyence/Eduard Kronenberg

Auf einen Schlag die Messzeit um 99 % verkürzt

| Autor / Redakteur: Harald Richter / Frauke Finus

Zentrale Leistungsträger des Kronenberg-Prüfwesens sind drei hochentwickelte digitale Keyence-Messprojektoren der Modellreihe IM.
Zentrale Leistungsträger des Kronenberg-Prüfwesens sind drei hochentwickelte digitale Keyence-Messprojektoren der Modellreihe IM. (Bild: Keyence)

Wie entlockt die Qualitätssicherung der Geschäftsleitung innerhalb von 8 Sekunden eine Investitionsentscheidung? Die Antwort auf diese Frage gibt man bei Eduard Kronenberg. Dem Spezialisten für Stanz- und Kunststofftechnik gelang durch den Einsatz digitaler Messprojektoren die Reduzierung der Messzeit am komplexesten Bauteil um 99 % – von 30 Minuten auf 8 Sekunden.

Unkompliziert beschreibt Michael Jung von der Quality Division bei der Eduard Kronenberg GmbH den Arbeitsablauf bei der 2D-Messung von Stanzteilen: „Prüfplan aufrufen, Teil auflegen, Knopf drücken – bumm: Ergebnis.“ Die Stanzteile sind alles andere als unkompliziert. Im Gegenteil: Als teilweise hoch komplexe Präzisionselemente sind sie funktions- und sicherheitsrelevante Komponenten zahlreicher Produkte der Automobil-, Isolierglas-, Elektro- und Solarindustrie. Sie dienen unter anderem als Durchflussregler in Stoßdämpfern, Bauteil von Lkw-Schaltgetrieben, Verbindungselement von Isolierverglasungen oder Trägerteil von Solarzellen.

Am 2013 bezogenen neuen Standort in Haan produziert Eduard Kronenberg mit 80 Mitarbeitern jährlich mehr als 600 Mio. solcher Präzisionsteile aus Bandstahl sowie NE-Metallen von 0,03 bis 5 mm Stärke. Gefertigt werden sie auf 17 Hochleistungs-Stanzautomaten mit einer Presskraft von 150 bis 2000 kN. Gemeinsam mit den Kunden entwickelt Kronenberg intelligente Systemlösungen und individuelle Sonderanfertigungen. „In den letzten Jahren hat sich der Automotivesektor mit einem Fertigungsanteil von gut 50 % neben dem Isolierglasbereich zur tragenden Säule für uns entwickelt – mit steigender Tendenz“, definiert Axel Bonow, Leiter des Qualitätsmanagements, die Produktionsschwerpunkte. „Ein Geschäftsfeld mit bekanntermaßen extrem hohen Präzisions- und Qualitätsanforderungen. Stichwort ISO/TS 16949, nach der wir zertifiziert sind. Unabdingbare Grundlage dafür ist unter anderem eine exzellente Messtechnik“, so Bonow weiter.

Digitale Messprojektoren als zentrale Leistungsträger

Zentrale Leistungsträger des Kronenberg-Prüfwesens sind drei hochentwickelte digitale Keyence-Messprojektoren der Modellreihe IM. „Mit ihnen haben wir den Quantensprung in eine für uns völlig neue Dimension vor allem der fertigungsbegleitenden Prüfung vollzogen“, erklärt QS-Leiter Bonow. „Sie ersetzen heute praktisch vollständig die zuvor übliche Messung mit Handmessmitteln, Profilprojektoren, Prüfstiften und Lehren.“ Allesamt Messmittel, die sich sowohl angesichts der steigenden Kundenanforderungen als auch mit Blick auf den eigenen Leistungsansprüche ihren Grenzen näherten. Die Schwierigkeiten mit der konventionellen Messtechnik waren vielfältig, vor allem bei der produktionsbegleitenden Werkerselbstprüfung: Unterschiedliche Messergebnisse bei verschiedenen Bedienern durch starken Einfluss des menschlichen Faktors durch individuelle Handhabung, deutlich zu geringe Wiederholpräzision, enormer Zeitaufwand durch ständig wachsende Zahl von Prüfplänen sowie zu prüfenden Merkmalen und keinerlei Möglichkeit der unmittelbaren, automatisierten Übertragung von Messergebnissen in das CAQ-System. Dadurch auch kein direkter, zeitnaher Abgleich von Daten aus der Werkerselbstprüfung und der nachgelagerten QS-Messung im Warenausgang.

„Damit war unser Wunschzettel klar“, so Bonow, „Messzeiten verkürzen. Wiederholpräzision erhöhen. Human error ausschalten. Dialogfähigkeit mit dem CAQ-System schaffen.“ Und es kam ein weiterer Wunsch hinzu: die Möglichkeit zur Offline-Programmierung von Messabläufen anhand importierter CAD-Files. „Das sollte dann das Sahnehäubchen sein, das uns Zeit und Aufwand bei der Bemusterung ersparen würde“, ergänzt QS-Praktiker Jung.

Klar formuliertes Lastenheft des Qualitätsmanagements

Ein klar formuliertes Lastenheft, mit dem sich das Qualitätsmanagement Kronenberg auf die Suche nach geeigneten Messmittellösungen machte. „Relativ schnell rückten auf dieser Grundlage die neuen digitalen Messprojektoren von Keyence in den Fokus“, erinnert Bonow an den Auswahlprozess. So bescheren ihm die digitalen Messprojektoren der Modellreihe IM eine Wiederholgenauigkeit ohne Objektivtisch-Verschiebung von ±0,5 μm sowie eine Messgenauigkeit von ±2 μm.

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