Porträt

Bei MBO Oßwald zählt die sinnvolle Veränderung

| Autor: Simone Käfer

Andreas und Hanna Oßwald sind nun seit fünf Jahren im Familienbetrieb.
Andreas und Hanna Oßwald sind nun seit fünf Jahren im Familienbetrieb. (Bild: MBO Oßwald)

Vor 50 Jahren begann der Metallverarbeiter MBO Oßwald damit Splintbolzen nach Kundenwunsch zu fertigen. Heute, mit der dritten Generation Oßwald, der Digitalisierung und einem großen Produktportfolio, zählen die alten Werte immer noch.

Der Maschinenbau-Ingenieur Anton Oßwald war Anfang der 1960er-Jahre im Außendienst tätig. Ein günstiger Beruf, um sich passende Grundstücke anzusehen. Denn ein eigenes kleines Unternehmen für die Produktion von Metalldrehteilen und als Lohndreherei war sein Traum. Er war davon überzeugt, mit hochwertigen Verbindungselementen die Wünsche und Anforderungen von Industriekunden zu erfüllen. Als er endlich in einem Industriegebiet in Steinbach das passende Grundstück fand, baute er mit seiner Frau Irmgard und viel Eigenleistung eine kleine Halle. Dort begann am 1. September 1967 die Herstellung von Splintbolzen – nach Kundenauftrag.

Seitdem gilt bei MBO Oßwald die Philosophie „höchste Qualität, Flexibilität und absolute Zuverlässigkeit”. „Unsere eigenen Qualitätsansprüche sind sehr hoch. In den vergangenen 50 Jahren haben wir sehr viel in Produktionsprozesse, Qualitätsnormen und optimierte Abläufe investiert, um unser jetziges Niveau zu erreichen", erklärt Lothar Winkler, Leiter Vertrieb und Marketing, den Erfolg des Metallbearbeiters. Zu den Erfolgsfaktoren zählen aber auch Kundennähe, Flexibilität, Schnelligkeit und Liefertreue, verbunden mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das sagt sich leicht und liest sich schnell. Aber: „Wir haben über die Jahre hinweg immer darauf hingearbeitet, jeden einzelnen Punkt so gut wie möglich zu erfüllen, und haben es offensichtlich geschafft”, ist sich Winkler sicher, „denn der Name MBO Oßwald hat einen guten Ruf.” Sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, ist tödlich. Das hat auch der Metallbearbeiter erkannt, weiß Winkler. „Der Prozess bei uns ist fließend, wird ständig am Laufen gehalten und wenn möglich immer weiter optimiert.”

Die Marke MBO und die Rundtaktfertigung

Im Jahr 1996 ist einiges passiert. Zum einen wurde das als Maschinenbau Anton Oßwald KG gegründete Unternehmen umbenannt in MBO Oßwald GmbH & Co KG. Dem lag eine neue Unternehmenskonzeption zugrunde, welche die Internationalisierung antreiben sollte. Deswegen wollte man mit MBO, also Metallbearbeitung Oßwald, einen Markennamen schaffen. Diesen ließ man als Marke schützen. Die große Umstellung auf technischer Seite zog 1996 mit Abschaffung der Reihenfertigung in die Produktionshallen ein. Nun gab es Rundtaktfertigung in Steinbach. Heute trifft man auf eine softwaregestützte Fertigungs- und Qualitätsüberwachung.

Der Elan, alles am Laufen zu halten, war schon von Beginn an da. So bauten Anton und Irmgard Oßwald mit Pioniergeist in den ersten Jahren eine Serienproduktion für Bolzen, Federklappbolzen und Gabelköpfe auf, in der sowohl Standardteile als auch Sonderlösungen gefertigt werden konnten. Gepaart mit einem Paket an Dienstleistungen, hat sich ihr Unternehmen in kurzer Zeit einen Namen als Spezialist für Gabelköpfe und Gabelgelenke gemacht. Außerdem wird die Zufriedenheit der Kunden großgeschrieben. Von deren Seite kommen Anforderungen für spezifische Produkte, welche die Mitarbeiter von MBO täglich aufs Neue erfüllen. Denn „über alle Unternehmensbereiche hinweg bestimmt die Kundenzufriedenheit unser tägliches Handeln und treibt uns weiter an”, so Winkler. Dabei helfe es auch, dass mit Geduld und Ausdauer immer und immer wieder Prozesse optimiert, Qualitätsnormen festgelegt und deren strikte Einhaltung überwacht würden.

Nur die Philosophie ändert sich nicht

Bedeutet stetige Verbesserung und Orientierung am Kunden, dass sich das Unternehmen in seinen 50 Jahren stark verändert hat? „Mal abgesehen von der Firmenphilosophie hat sich so ziemlich alles geändert”, beantwortet Winkler die Frage. Zwar wird nach wie vor ausschließlich am Standort in Külsheim-Steinbach für den Weltmarkt gefertigt, aber die Art und Weise hat sich grundlegend geändert. „Heute produzieren wir auf extrem leistungsfähigen Spezialmaschinen sowohl Standard- als auch Sonderteile”, geht Winkler mehr ins Detail. „Die einzelnen Prozessschritte, die technischen wie auch die kaufmännischen, sind stark miteinander vernetzt.” Mit nur 70 Mitarbeitern entwickelt und produziert und vertreibt das Unternehmen Dreh- und Frästeile und vertreibt sie in über 50 Länder.

Neben den Kunden zählt auch das Wissen der Mitarbeiter. Denn die Kollegen, die schon seit Jahren im Unternehmen sind, bilden mit ihrem unschätzbaren Wissen die Basis für Weiterentwicklungen. Dazu gehört auch, dass ihre Leistungsbereitschaft und Neugier für künftige Herausforderungen groß sei. Die Anpassungsfähigkeit der Altgedienten könnte nun auf die Probe gestellt werden. Denn die Zukunft bringt ein globales Business, das immer stärker vernetzt, digitalisiert und kurzlebiger ist. „Die Dynamik am Markt nimmt stark zu und verlangt einem Hersteller einiges ab”, schätzt Winkler die Lage ein. Das heißt, dass mit der dritten Generation der Familie Oßwald auch die Weichen für weitere Innovationen gestellt wurden. Die Geschwister Hanna und Andreas starteten beide 2012 im großelterlichen Unternehmen. Während Hanna in den Jahren zuvor ihr Maschinenbaustudium mit Schwerpunkt auf Produktionstechnik absolvierte, legte Andreas einen BA in Industrie ab und sammelte Erfahrungen bei Carl Zeiss.

Für das Geschwisterduo gilt es neben den Herausforderung der Digitalisierung auch, der Familientradition zu folgen und das Produktspektrum zu erweitern. Denn in der Unternehmensgeschichte entstand aus den selbst weiterentwickelten Gabelköpfen und Winkelgelenken aus Stahl und Edelstahl ein umfangreiches Standardprogramm, das wiederum stetig erweitert wurde. So kommt es, dass nach 50 Jahren 12.000 Standardteile gefertigt werden. Aber auch auf die Fertigung von individuellen Zeichnungsteilen ist MBO spezialisiert.

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