TOX Pressotechnik

Bekannte Produkte im digitalen Wandel

| Autor / Redakteur: Stefanie Michel / Stefanie Michel

Dr. Hinrich Dohrmann: „Mit dem reinen Antrieb locken sie kaum noch einen Kunden hervor.“
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Dr. Hinrich Dohrmann: „Mit dem reinen Antrieb locken sie kaum noch einen Kunden hervor.“ (Bild: Stefanie Michel)

Bei der Ankunft in Weingarten fällt schnell auf: TOX Pressotechnik wächst. Warum das so ist, mit welchen Produkten und Systemen man den Markt bedient und warum man sich gut gerüstet fühlt für Industrie 4.0 – das war auf einer Pressekonferenz vor Ort zu erfahren.

„Eigentlich kreieren wir aus ähnlichen Dingen immer wieder etwas Neues“, erklärt Dr.-Ing. Hinrich Dohrmann, Geschäftsführer bei TOX Pressotechnik. Was so wenig innovativ klingt, täuscht. Vor 40 Jahren gründete man das Unternehmen auf Basis des sogenannten Kraftpakets zum Verbinden von Blechen. Im Prinzip wird dieses Kraftpaket immernoch hergestellt – mit dem bekannten pneumohydraulische Antriebszylinder. Inzwischen gibt es auch eine Variante mit elektrischem Antrieb, die sich ebenfalls bereits etabliert hat. Doch Dohrmann weiß auch: „Mit dem reinen Antrieb lockt man kaum noch einen Kunden hervor.“ Um sich zu behaupten und erfolgreich zu wachsen, ist also mehr nötig: Zum einen hat TOX ein Baukastensystem aufgebaut, aus dem heraus schnell Angebote verschickt und Konstruktionen erstellt werden können. Außerdem liefert man nicht nur den Antriebszylinder sondern komplette Pressensysteme. Zum anderen hat sich das Unternehmen schon früh international aufgestellt, sodass ebenso in den Zielmärkten wie China oder USA produziert werden kann.

TOX ist heute Systemanbieter mit tiefer Softwarekompetenz

Im Zuge der Digitalisierung und Automatisierung hat sich natürlich auch bei TOX Pressotechnik einiges verändert – man beliefert schließlich die Automobilindustrie, die hier oft Vorreiter ist. Vom reinen Mechanik-Anbieter hat man sich entwickelt zum Systemanbieter mit tiefer Softwarekompetenz, der auch Steuerungen und Sensoren anbietet. Damit ist Prozessüberwachung in unterschiedlicher Ausprägung möglich. Solche Entwicklungen fließen schließlich auch in Standardprodukte wie die Clinchzange ein, die nun mit der Steuerung kommunizieren kann. Zudem zeigte Geschäftsführer Dr.-Ing. Wolfgang Pfeiffer, dass selbst ein altes Produkt, wie das pneumohydraulische Kraftpaket, wieder Aufwind erhält. Pfeiffer: „Der pneumohydraulische Antrieb drohte etwas zurück zu fallen, weil er nicht regelbar ist. Wir können ihn jetzt aber so regeln wie den Elektroantrieb.“ Dafür erhielt das Unternehmen den Innovationspreis des Landkreises.

Wachstum dank strategischer Produktkonzipierung und Internationalität

Dass man mit der Zeit geht, bestehende Produkte anpasst und dem Baukasten Neues hinzufügt, honorieren die Kunden. Zum Erfolg trägt aber auch die strategische Produktkonzipierung bei: hier klärt man schon im Vorfeld, wer das Produkt braucht beziehungsweise brauchen könnte, wofür es eingesetzt werden soll, wie es umgesetzt werden soll und was man letztendlich mit dem Produkt als Hersteller erreichen will. Dohrmann stellt klar: „Wir sind kein Sondermaschinenbauer, das ‚Einmal-Geschäft’ ist nichts für uns.“

TOX Pressotechnik wächst – sowohl national als auch international. Wie Eigentümerin Stefanie Reich erklärte, wurden im vergangenen Jahr 12 Mio. Euro in die Erweiterung am Stammsitz Weingarten investiert. Nachdem gerade der Produktionsstandort in USA für 5,6 Mio. US-Dollar neu aufgebaut wurde, wird in diesem Jahr wird beispielsweise ein Standort in Mexiko hinzukommen. Die Auslandstöchter in Amerika und Asien sind nicht nur für den Vertrieb zuständig sondern unterstützen den Stammsitz auch in der Produktion.

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