Lackieranlagen

Digitale Dokumentation bahnt Weg zu Industrie 4.0

| Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / Stéphane Itasse

Das Einscannen der QR-Codes in der Anlage führt dank Eco-Docu direkt zum entsprechenden Funktionsteil im Teilekatalog.
Das Einscannen der QR-Codes in der Anlage führt dank Eco-Docu direkt zum entsprechenden Funktionsteil im Teilekatalog. (Bild: Dürr)

Digitalisiert, verlinkt und interaktiv – die elektronische Dokumentation Eco-Docu vereinfacht Inbetriebnahme, Betrieb und Wartung von Lackieranlagen. Alle Informationen sind hinterlegt, leicht auffindbar und auch mobil verfügbar. Damit legt sie die Basis für Industrie-4.0-Anwendungen, wie die vorausschauende Wartung.

Die digitale Dokumentation macht Prozesse rund um die Anlagenbedienung effizienter – angefangen von einer unkomplizierten Inbetriebnahme bis hin zur schnellen Ersatzteilbestellung, wie der Lackieranlagenhersteller Dürr Systems mitteilt. Bisher füllte die technische Dokumentation einer Lackieranlage rund 150 Aktenordner. Diese Informationen speichert Eco-Docu digital auf einem Datenträger, sodass sie jederzeit und in jeder gewünschten Sprache am PC verfügbar sind. Die Papierdokumentation wird damit komplett ersetzt.

Dürr-Lackieranlagen seit Herbst 2016 mit elektronischer Dokumentation

Dürr rüstet seine Neuanlagen mit einem Produktionsbeginn seit Herbst vergangenen Jahres mit der Eco-Docu aus, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von MM MaschinenMarkt erläuterte. Die erste Anlage, die von Dürr mit der Eco-Docu geliefert wurde, war gleich eines der größten Projekte der Dürr-Firmengeschichte: der Bau der kompletten Lackiererei für das neue Nutzfahrzeugwerk von Volkswagen am polnischen Standort Wrzesnia. Diese Anlage nahm im Oktober 2016 ihren Betrieb auf.

Die Fülle an Daten gliedert Eco-Docu in übersichtliche Einheiten. Auf den ersten Blick sind der Teilekatalog, die Schaltpläne und die eigentliche Dokumentation zu sehen. Dass die Bereiche untereinander vernetzt sind, macht das Handling einfach. Ein Beispiel dafür sind die farbig markierten Hotspots in den Anlagenschemata.

Wählt ein Nutzer einen solchen Punkt aus, wird automatisch das entsprechende Bauteil, zum Beispiel ein Drehtisch oder ein Magnetventil, mit korrekter Bezeichnung und Materialnummer im Navigations- und Teilelistenbereich angezeigt. Durch die „Mouse-over“-Funktion öffnet sich zudem ein separates Fenster mit gerätespezifischen Details. Einen Klick weiter kann der Nutzer auf Dokumente wie das technische Datenblatt oder die Betriebs- oder Montageanleitung zugreifen. Das ausgewählte Produkt lässt sich zudem aus dem Teilekatalog in den Warenkorb übernehmen, was den Einkauf von Ersatzteilen beschleunigt.

Anlagendokumentation weist auch den schnellen Weg zu Ersatzteilen

Die Anlagendokumentation ist flexibel verfügbar, denn die Eco-Docu läuft auch auf mobilen Geräten. Werden die an Maschinen und Anlagen angebrachten QR-Codes gescannt, navigiert die App im Teilekatalog direkt zum richtigen Funktionsteil. Eine Suche, zum Beispiel nach der richtigen Seriennummer, gehört damit der Vergangenheit an. Konkrete Betreiberdaten zu den Einsparungen liegen Dürr aber noch nicht vor, wie der Sprecher mitteilte.

Auch für bestehende Anlagen lässt sich die elektronische Dokumentation prinzipiell noch erstellen. „Es stellt sich allerdings die Frage, was es dem Kunden wert ist. Eine nachträgliche Umrüstung auf die Eco-Docu lässt sich nicht pauschal beziffern. Diese Kosten müssen in Abhängigkeit von der jeweiligen Anlage individuell ermittelt werden“, erläuterte der Sprecher.

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