Carl Dillenius / Meusburger

Die richtigen Normalien helfen kleine Stückzahlen wirtschaftlich zu fertigen

| Autor: Frauke Finus

Meusburger-Gebietsverkaufsleiter Michael Kunzmann (v.l.), Dilleniius-Geschäftsführer Udo G. Beck und Philipp Muhm (Leitung Stanzwerkzeugbau bei Dillenius) sind sich einig, was für eine wichtige Rolle Schnelligkeit beim Stanzen von mittleren bis kleinen Stückzahlen spielt.
Meusburger-Gebietsverkaufsleiter Michael Kunzmann (v.l.), Dilleniius-Geschäftsführer Udo G. Beck und Philipp Muhm (Leitung Stanzwerkzeugbau bei Dillenius) sind sich einig, was für eine wichtige Rolle Schnelligkeit beim Stanzen von mittleren bis kleinen Stückzahlen spielt. (Bild: Finus)

Stanzen ist was für die Massenfertigung – das ist ein weit verbreiteter Tenor. Doch dank standardisierte Normalien, die innerhalb von zwei Tagen nach Bestellung geliefert sind, können Lohnfertiger mit eigenem Werkzeugbau auch schnell und einfach auf Kundenwünsche im mittleren bis kleinen Stückzahlbereich reagieren.

Bekanntermaßen gibt es in Deutschland zwei Hochburgen für die Stanztechnik. Das ist neben dem Sauerland die Region rund um Pforzheim. Durch die 1767 von Markgraf Karl Friedrich von Baden begründete Schmuck- und Uhrenindustrie hat Pforzheim weltweit Bekanntheit erlangt, noch heute werden rund 75 % der deutschen Schmuckwaren dort produziert. Schmuck und Stanzen geht dabei durchaus einher. Schaut man sich die Geschichte der Carl Dillenius Metallwaren GmbH & Co. KG an, wird das sehr schön deutlich. Das Unternehmen blickt auf über 150 Jahre Erfahrung in der Metallverarbeitung zurück. Der Gründer Carl Dillenius macht sich 1856 mit einer Produktion von Medaillons und Medaillen selbstständig. Er will diese aber nicht im damals üblichen Guß-Verfahren fertigen, sondern stanzen und prägen. Die Erfolgsgeschichte nimmt ihren Lauf. Heute fertigt das Unternehmen für internationale Kunden Gold- und Silberschmuckwaren, unter anderem als einer der größten europäischen Produzenten von Stanzteilen für die Schuhindustrie.

Kleine Stückzahlen wirtschaftlich stanzen

Eine besondere Stärke des Lohnfertigers ist, dass neben der Expertise im Stanzen auch Anlagen zum Drehen und Fräsen sowie zur Oberflächenbearbeitung im Haus sind. Das ermöglicht die Fertigung von ganzen Baugruppen und bedeutet Zeitersparnis für die Kunden, denn Dillenius kann mehrere Technologien aus einer Hand liefern. „Gerade in der schnelllebigen Modebranche ist es wichtig, dass wir nur ganz kurze Lieferzeiten haben. Bei einem vorhandenen Werkzeug schaffen wir die Auslieferung in weniger als drei Wochen nach Auftragseingang. Muss ein neues Werkzeug entwickelt und gebaut werden, schaffen wir etwa vier bis sechs Wochen“, sagt Udo G. Beck, Geschäftsführer von Carl Dillenius. Eine weitere Herausforderung der Modebranche ist, dass fast immer nur mittlere bis kleine Stückzahlen gefordert sind.

„Unsere Stärke ist, dass wir eine hohe Variantenvielzahl in kleiner Losgröße wirtschaftlich fertigen können. Dies gelingt uns nur, indem wir schnell sind. Schnell zum Beispiel beim Rüsten der Folgeverbundwerkzeuge, die in unserem hauseigenen Werkzeugbau extra so konzipiert werden, dass sie einfach und schnell auf den Maschinen gewechselt werden können “, so Beck weiter. Diese Flexibilität qualifiziert Carl Dillenius heute bereits auch als Lieferant für Prototypen und Vorserien im Automotive-Bereich sowie für Branchen mit traditionell geringen Stückzahlen wie die Medizintechnik.

Früher selbst gemacht ist heut undenkbar

Die „Schnelligkeit“ zieht sich durch das ganze Unternehmen. In den letzten zwei Jahren wurden Lean-Management-Projekte gefahren, die zum Beispiel zu einer Reduzierung der Lagerbestände um 70 % geführt haben. „Wir sind stolz darauf, dass dank der Lean-Management-Maßnahmen unsere Pünktlichkeitsliefertreue mittlerweile bei rund 95 % liegt“, sagt Beck. So wählt Dillenius auch die Zulieferer danach aus, wer first-time-right und schnell liefern kann. Deshalb fiel die Wahl des Normalienlieferanten für den Stanzwerkzeugbau schon vor Jahren auf die Meusburger Georg GmbH & Co KG aus Wolfurt/Österreich. „Meusburger hat genau solch ein kundenorientiertes Schnelligkeitsdenken wie wir es brauchen. Unsere Einkäuferin hat den Telefonhörer noch in der Hand, da bekommt sie schon die Auftragsbestätigung per Mail. Außerdem, und das ist das wichtigste, wenn wir bei Meusburger bestellen, sind alle benötigten Normalien innerhalb von zwei Tagen bei uns“, freut sich Beck. Neben dem Telefon bietet Meusburger auch einen Online-Katalog, mit dem jeder einfach und schnell seine gewünschten Teile zusammenstellen und ordern kann. Meusburger-Gebietsverkaufsleiter Michael Kunzmann ergänzt: „Die schnellen Lieferungen können wir realisieren, da wir auf 18.000 m2 Lagerfläche alle unsere standardisierten Normalien vorrätig haben. Außerdem erweitern wir ständig unser Angebot, ab und an werden beispielsweise auch Teile von Kunden als Standardnormalien mit ins Portfolio aufgenommen.“ Besonders auch über die Platten von Meusburger ist Philipp Muhm, Leitung Werkzeugbau bei Dillenius, froh: „Es ist heute unvorstellbar, dass wir früher unsere Platten selbst zugerichtet und die Säulen selbst gedreht haben.“ Damit noch mehr Normalien sofort lieferbar sind, erweitert Meusburger in Wolfurt aktuell das Lager um mehr als 6000 m2.

Beck erklärt: „Kleine Stückzahlen gibt es neben der Modebranche auch in der Luft- und Raumfahrt. Hier sind wir bereits mit Stanzbiegeteilen aktiv, zum Beispiel mit einer Baugruppe für den A400M.“ Dillenius will in Zukunft die Platzierung von Stanzteilen in der Luftfahrt ausbauen. „Wir freuen uns deshalb auf die nächsten Jahre mit Normalien von Meusburger“, so Beck.

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