125 Jahre VDMA

Plattform für den Erfolg

| Autor / Redakteur: Ulrich W. Schamari / Udo Schnell

Seit 125 Jahren steht der VDMA für den Maschinenbau in Deutschland.
Seit 125 Jahren steht der VDMA für den Maschinenbau in Deutschland. (Bild: Siemens AG Energy Sector; Vogel)

Der VDMA zählt zu den einflussreichsten Wirtschaftsverbänden in Deutschland und Europa. In den 125 Jahren seines Bestehens hat er maßgeblich zum Aufstieg der deutschen Industrie auf Weltniveau beigetragen.

Die maßgeblichen Stationen in der historischen Entwicklung des Verbandes sind beeinflusst durch den jeweiligen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustand Deutschlands sowie auch durch den technischen Fortschritt. In den zwölfeinhalb zurückliegenden Jahrzehnten mit ihren dramatischen Umwälzungen hat der VDMA jedoch stets die Leistungen erbracht, die von ihm auch heute noch erwartet werden. Davon profitieren seine stark mittelständisch geprägten Mitgliedsunternehmen, deren Zahl mittlerweile über 3200 liegt, in vielfältiger Weise: Die Verbandsarbeit für sie umfasst Informationen, Beratung und Beistand in allen Angelegenheiten, die für den Maschinen- und Anlagenbau relevant sind.

Doch nicht nur die Mitgliedsunternehmen hatten im Lauf der Jahre einen Nutzen von den Aktivitäten des VDMA, die beispielsweise dazu geführt haben, dass das internationale Ansehen der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer kontinuierlich gestiegen ist. Auch für die gesamte deutsche Industrie war es von großem Nutzen, dass sich der VDMA beispielsweise seit dem Zweiten Weltkrieg engagiert für ein Zusammenwachsen der europäischen Märkte einsetzt und in Brüssel mit einem eigenen EU-Büro die Interessen der deutschen Investitionsgüterindustrie vertritt.

Und im Inland stand der Verband zu allen Zeiten mit den jeweiligen Regierungen im Dialog, um seine Kernforderungen, etwa den Schutz des freien Handels und des Wettbewerbs sowie die Forschungsförderung, vorzutragen und möglichst durchzusetzen. Auch Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard bekam dies 1952 zu spüren, als der VDMA das Thema Eisenpreise aufgriff und kritisierte, dass das freie Spiel von Angebot und Nachfrage nicht funktionierte.

Jeder Präsident hat Spuren hinterlassen

Die jährlich stattfindende Mitgliederversammlung hat von Anfang an die Geschicke des VDMA ganz wesentlich bestimmt. So vollzog sie bereits 1899 – damals noch unter der Bezeichnung „Hauptversammlung“ agierend – eine tiefgreifende Richtungsentscheidung: Die Mitglieder lehnten die Betätigung als Arbeitgeberverband ab. Als weitere Gremien sind Präsidium, Hauptgeschäftsführung und engerer Vorstand für die Verbandsarbeit zuständig. Zu allen Zeiten hat aber der von der Mitgliederversammlung gewählte Präsident eine herausragende Rolle gespielt. Er ist quasi die Verkörperung des Zeitgeistes im VDMA und setzt die verbandspolitischen Schwerpunkte.

Jeder der bislang 32 VDMA-Präsidenten hat seine individuellen Spuren hinterlassen. Sie glänzten durch persönliches Engagement auf speziellen Gebieten – seien es wirtschaftliche, technische, politische oder organisatorische Themen, die sie mit besonderem Elan aufgriffen. Viele von ihnen lassen sich aufgrund ihrer Tätigkeit charakterisieren und sind durch ihren Einfluss auf die verbandspolitische Entwicklung nachhaltig in Erinnerung geblieben. Dies trifft auch auf die fünf VDMA-Präsidenten zu, die nachfolgend vorgestellt werden, weil jeder von ihnen für die Verbandsaktivitäten in einem bestimmten zeitgeschichtlichen Abschnitt steht. Das gilt schon für den Gründungspräsidenten Dr.-Ing. h.c. Hugo Jacobi, der von 1892 bis 1893 an der Spitze des jungen Verbandes stand.

Hugo Jacobi, VDMA-Präsident 1892 bis 1893: „Der VDMA begann mit einem Kassenbestand von 894,74 Mark – etwa der Jahreslohn eines Maschinenbau-Facharbeiters.“
Hugo Jacobi, VDMA-Präsident 1892 bis 1893: „Der VDMA begann mit einem Kassenbestand von 894,74 Mark – etwa der Jahreslohn eines Maschinenbau-Facharbeiters.“ (Bild: VDMA)

Hugo Jacobi: Der Gründungspräsident

Es waren nur 29 Maschinenfabriken aus dem gesamten Deutschen Reich, die den „Verein deutscher Maschinenbau-Anstalten“ (VdMA) gründeten. Hugo Jacobi von der Gutehoffnungshütte in Sterkrade war die treibende Kraft für diese Allianz. Er setzte sich zum Ziel, noch im 19. Jahrhundert, dem Zeitalter der Industrialisierung, den Aufbau des Verbands zu organisieren und die Gründungsversammlung selbst zu leiten. Dafür hatte er starke Argumente:

  • Abgrenzung zu anderen, damals noch stärkeren Industriezweigen wie der Textilindustrie
  • Wahrung der wirtschaftlichen Interessen aller deutschen Maschinenbauer
  • Erschließung der internationalen Absatzmärkte
  • Schaffen von Synergieeffekten

Zu den Synergieeffekten zählte das koordinierte Vorgehen der Vereinsmitglieder gegen unfaire Liefer- und Zahlungsbedingungen ebenso wie die transparente Preisgestaltung für Bergwerks- und Hüttenmaschinen. Gemeinsam sollte die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedsfirmen erhöht und die Zukunftsfähigkeit des Maschinenbaus gesichert werden.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben
  1. Avatar
    Avatar
    Ausklappen
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Ausklappen
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44689582 / Management)