8,5-Mio.-Euro-Investition

Swiss Steel stellt Weichen für Stahlproduktion 4.0

| Redakteur: Luca Meister

Swiss Steel modernisierte den fünf-gerüstigen Kocks-Block in der Stabstahl- und Drahtfertigung und sichert damit die Lieferzuverlässigkeit.
Swiss Steel modernisierte den fünf-gerüstigen Kocks-Block in der Stabstahl- und Drahtfertigung und sichert damit die Lieferzuverlässigkeit. (Bild: Swiss Steel)

Der Trend zu individuell modifizierten Spezialstählen nimmt zu. Um künftige Anforderungen hinsichtlich kundenorientierter Drahtprodukte und höherer Ringgewichte umzusetzen, hat Swiss Steel 8,5 Mio. Euro in sein Walzwerk in Emmenbrücke investiert.

Im Rahmen der Modernisierung wurde das Coil-Handling auf den Stand der Technik gebracht. Es bietet nun maximale Flexibilität bei der Weiterbehandlung des Stahls sowie beim Binden und Verpacken der Drahtringe. Das sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung kundenspezifischer Stahlprodukte. Mit dieser Maßnahme will die Swiss Steel AG ihre Position stärken.

Intelligente Datenanalyse in der Stahlherstellung

Kundenorientierung, Flexibilität und Sicherheit – diese Schlagworte sind oberstes Paradigma für eine nachhaltige Stahlherstellung. Mit der Modernisierung des Walzwerkes geht Swiss Steel auf diese Zukunftsanforderungen in der Drahtproduktion ein. Zentrales Element des neuen Coil-Handlings ist neben der Arbeitssicherheit der hohe Automatisierungsgrad, verbunden mit einem größeren Handlungsspielraum in der Produktion und beim Kundenservice.

Die Prozessparameter werden elektronisch dokumentiert und der Materialfluss ist jederzeit nachvollziehbar. Die intelligente Datenanalyse ermöglicht konzeptionelle Freiheit in maßgeschneiderten Entwicklungsprojekten – vor allem, wenn es darum geht, die Produkteigenschaften anforderungsspezifisch und kundenindividuell einzustellen. Die Swiss Steel AG geht mit dieser Investition einen entscheidenden Schritt in Richtung Industrie 4.0 in der Stahlproduktion.

Höhere Effizienz beim Kunden dank neu ausgelegtem Prozess

Neu im Walzwerk ist auch die Technik, die von der Abnahme der Drahtringe bis zum Pressen zu Coils an den zwei Drahtlinien eingesetzt wird. Nach der Abnahme werden die Ringe über ein vertikales Palettensystem mit 60 Paletten und einer kleineren, horizontalen Hakenbahn zur Presse transportiert. Die Technik löst den knapp 40-jährigen horizontalen Transport über eine Hakenbahn ab.

In Kombination mit der neuen Presse kann der Prozess bei geringerem Energieverbrauch schneller und qualitativ robuster erfolgen: Die losen Ringe werden produktschonend von zwei Pressplatten zu Coils gepresst. Dabei können die Pressdrücke kundenspezifisch eingestellt werden. Anschließend werden die Coils kompakt mit Flachbandstahl gebunden.

Anders als beim konventionellen Binden mit Stahldraht sind die Transportsicherheit und die Oberflächengüte jederzeit gewährleistet. Mit dem Angebot steigt die Effizienz in der Weiterverarbeitung des Drahts beim Kunden. Das Unternehmen ist in diesem Bereich somit für den steigenden Bedarf an höheren Ringgewichten und neuen Prozessideen gerüstet.

Kocks-Block ebenfalls modernisiert

Swiss Steel führte die Modernisierung während des Sommerstillstandes durch und modernisierte dabei ebenfalls den 2002 in Betrieb genommenen fünf-gerüstigen Kocks-Block. Dieser wird zur Fertigung von Stabstahl und Draht in Garrett-Abmessungen (18 bis 50 mm Durchmesser) sowie in Stelmor-Abmessungen (5,5 bis 17,5 mm Durchmesser) eingesetzt. Mit dieser Maßnahme wird die Lieferzuverlässigkeit bei hohem Qualitätsstandard gesteigert. Auch die Arbeitssicherheit wurde erhöht und auf den aktuellen Stand der Arbeits- und Gesundheitsschutzverordnungen gebracht.

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