24.05.2008 | Autor / Redakteur: Lothar Handge / Josef-Martin Kraus

Knapp zweistellige jährliche Zuwachsraten werden dem Markt für Automatisierungstechnik zugetraut. Dabei spielen neben Rationalisierungszwängen auch Faktoren wie ein zunehmender Fachkräftemangel sowie das Gebot der Energieeinsparung eine wichtige Rolle.
Die Automatisierungstechnik zählt heute weltweit zu den am stärksten wachsenden Segmenten der industriellen Produktion. In einer Studie unter dem Titel „Automatisierungssysteme für die verarbeitende Industrie“ bezifferte der amerikanische Branchenanalyst ARC Advisory Group den gesamten weltweiten Automatisierungsmarkt für Ende 2006 mit 30 Mrd. US-Dollar (rund 21 Mrd. Euro) und prognostiziert bis zum Jahr 2011 ein Wachstum auf mehr als 47 Mrd. US-Dollar (etwa 33 Mrd. Euro). Diese Entwicklung entspräche einem jährlichen Durchschnittswachstum von 9,6%.
Die ARC-Studie stellt fest, dass die verarbeitende Industrie zunehmend ihre Anlageneffizienz steigern muss, um sich auf den globalisierten Märkten zu behaupten, was ohne moderne Automatisierungssysteme und Geschäftsprozesse nicht machbar ist.
Die Anforderungen der Globalisierung verlangen von den Unternehmen, schnell und flexibel auf Marktchancen zu reagieren und ihre finanziellen Möglichkeiten optimal zu nutzen. Gleichzeitig sehen sie sich aber mit einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften konfrontiert.
Laut ARC stellen hoch entwickelte Märkte, wie Nordamerika und Europa, sowie der Nahe und Mittlere Osten und Afrika gegenwärtig den Hauptmarkt für Automatisierungsleistungen. Aber auch aufstrebende Regionen, insbesondere Osteuropa, Asien und Lateinamerika, werden mit ihrem Wachstum in zunehmendem Maße zu Quellen für wachsende Absatzmöglichkeiten.
Auf dem industriellen Sektor wird künftig auch der sparsamere Umgang mit Energie an Bedeutung gewinnen. „Der Klimawandel zwingt uns alle zum Handeln“, erklärt der Vorstandsvorsitzende der deutschen ABB und Leiter der Region Zentraleuropa, Peter Smits, zum Thema „Energieeffizienz“.
Vor allem der Einsatz elektrischer Energie biete enorme Potenziale zu Effizienzverbesserungen. Während heute rund 20% der gewonnenen Energie tatsächlich genutzt werden, ließe sich dieser Anteil mit innovativen, effizienten Energie- und Automationstechniken nach Schätzungen von ABB-Experten auf bis zu 50% steigern.
Nicht zuletzt die weltweit starke Nachfrage nach energieeffizienten Technologien sorgt bei Unternehmen wie ABB für Umsatzwachstum, sagt Smits: „Nahezu unser gesamtes Portfolio der Energie- und Automationstechnik hilft, CO2 zu reduzieren, und leistet so einen Beitrag zum Klimaschutz.“
Als wesentliche Markttreiber auf den eigenen Märkten betrachtet man auch bei der Bosch Rexroth AG in Lohr am Main die Themen Energie/Umwelt, besonders für die Mobilhydraulik, sowie Funktionalität, Qualität und Kosten über alle Industrien. Höhere Funktionalität zu geringeren Kosten – davon profitieren auch Kunden aus der Fabrikautomation. Beispielsweise durch Baukästen für Handlingsysteme, in denen Lineartechnik, elektrische Antriebe und Pneumatik mit einer innovativen Steuerungs- und Verbindungstechnik zusammengefasst sind.
Höhere Energieeffizienz und Sicherheit für Maschinen und Anlagen durch technologieübergreifende Automationslösungen präsentierte Rexroth kürzlich auf der Hannover-Messe 2008. Der Antriebs- und Steuerungshersteller nutzt dazu die intelligente Kombination von Hard- und Software aus seinem breiten Produktportfolio. „Energieeffizienz und Sicherheit sind zu wichtig, um sie nur auf einzelne Automatisierungstechnologien zu beschränken“, bekräftigt Dr. Karl Tragl, Vorstand Vertrieb der Bosch Rexroth AG. „Bei beiden Themen schöpft erst die optimale Kombination aller Antriebs- und Steuerungstechnologien das gesamte schon heute vorhandene Potenzial aus.“
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