Proform 2008

Metall-Kunststoff-Technologieverbund als Königsdisziplin

25.04.2008 | Autor / Redakteur: Guido Müller / Dietmar Kuhn

Auf der Proform werden Metall-Kunststoff verfahrensintegierende Maschinen und Anlagen gezeigt, sowie Themen rund um die Verbundtechnik unter Experten, Anbietern wie Anwendern, diskutiert. Bilder: Proform

Die Proform ist die erste Kongressmesse überhaupt, die sich im Juni 2008 mit dem Thema der Verfahrensintegration in der Metall- und Kunststoffverarbeitung auseinandersetzt. Experten sagen Bauteilen aus Metall-Kunststoff-Verbunden eine gute Zukunft voraus. Was es mit dem Thema sowie seiner Bedeutung für die Proform auf sich hat, dazu beziehen Experten Stellung.

Die Verbindung Metall-Kunststoffe scheint eine gute Zukunft vor sich zu haben. „Es geht in der Verfahrensintegration darum, das so genannte Technologieloch zu stopfen“, erklärt Michael Kerber, Werkleiter der Firma FCI Connectors Deutschland GmbH. Bei einem Rundgang durch die Hochgeschwindigkeitsstanzproduktion des weltgrößten Lieferanten für Airbagsteckverbindersysteme zeigt er eindrucksvoll, wie FCI sich mit dem Thema der Verfahrensintegration auseinandergesetzt hat.

„Das Ziel muss es sein, dass am Ende der Produktionskette einbaufertige Bauteile stehen. Eine der Königsdisziplinen dabei ist der Technologieverbund unterschiedlicher Materialien, vor allem der Verbund von Metall- und Kunststoffkomponenten.“ Im Produktionsalltag von FCI werden so beispielsweise Steckerleisten in einem gemeinsamen Verfahren mit Kunststoff umspritzt. Angefangen hat man in Nürnberg schon vor mehr als zehn Jahren mit dem Thema der Verfahrensintegration. Der Wunsch nach einbaufertigen Bauteilen entsprang den wirtschaftlichen Anforderungen eines internationalen Marktes.

Transportkosten per Spedition von Werk zu Werk entfallen, und die Personalkosten pro Fertigungsteil können gesenkt werden. Bei FCI Nürnberg machen die direkten Personalkosten weniger als 5% der Gesamtkosten aus. So stellt man sich den globalen Herausforderungen und kann der Diskussion einer Produktionsverlagerung in Billiglohnländer entgehen. Es wird geschätzt, dass bislang lediglich 10 bis 20% der deutschen Produktionsbetriebe umfänglich auf Verfahrensintegrationen umgestellt haben. Der Nachholbedarf ist enorm.

Schwerpunkt liegt auf dem Mittelstand

Der Schwerpunkt der integrierten Ausrichtung liegt bei mittelständischen Unternehmen. Aber auch bei den Großunternehmen werden die Produktionsprozesse überdacht. Von der Entwicklung weitgehend noch ausgenommen sind kleinere Unternehmen. Denn Verfahrensintegration spart zwar Geld, aber in einem ersten Schritt ist auch ein hohes Investitionsvolumen einzubringen. Ist ein Unternehmen aber in der Lage, eigene Patente aufzuweisen oder verfügt es über besondere Verfahren oder liefert die Stammproduktion einen siebenstelligen Umsatz, dann lohnt es sich, den getrennten Produktionsablauf zu hinterfragen.

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