Salzgitter

Wirtschaftslage drückt Salzgitter tief ins Minus

14.05.2009 | Redakteur: Stéphane Itasse

Beim Stahlkonzern Salzgitter laufen die Geschäfte nicht gut, das Unternehmen rutschte im ersten Quartal 2009 in die Verlustzone. Bild: Stahl-Online

Der Salzgitter-Konzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009 vor allem in den Bereichen Stahl, Handel und Technologie unter der Wirtschaftskrise gelitten. Der Konzern-Außenumsatz ging um 24% auf 2194,7 Mio. Euro zurück (erstes Quartal 2008: 2901,1 Mio. Euro). Daraus ergab sich ein Vorsteuerverlust von 98,3 Mio. Euro (erstes Quartal 2008: +291,9 Mio. Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

In diesem Verlust sind rund 100 Mio. Euro bilanzielle Anpassungen von Vorratsbewertungen im Unternehmensbereich Stahl enthalten, heißt es weiter. Ferner wurden erstmalig 23,7 Mio Euro Nachsteuerertrag der at equity einbezogenen 23%-Beteiligung an dem führenden europäischen Kupferhersteller Aurubis AG verbucht. Das Nachsteuerergebnis rangierte bei -74,1 Mio. Euro (erstes Quartal 2008: +194,9 Mio. Euro). Die Verzinsung des eingesetzten Kapitals (ROCE) aus industriellem Geschäft war negativ (-11,3%; erstes Quartal 2008: 37,9%), unter Einbeziehung der 1,3 Mrd. Euro liquider Mittel errechneten sich -7,7% (erstes Quartal 2008: 22,4%).

Röhrenbereich von Salzgitter erwirtschaftet Gewinn

Stabilisierend wirkten im ersten Quartal 2009 außerdem das anhaltend positive Ergebnis des Röhrenbereichs und die Finanzanlagen. Mit Blick auf die Erlösentwicklung in den Walzstahlmärkten und bereits eingetretene sowie absehbare Rohstoffpreisrückgänge wurden im Berichtszeitraum erneut bilanzielle Wertanpassungen für Vorräte vorgenommen, sodass der Konzern nunmehr frei von stillen Lasten aus der Bestandsbewertung ist, heißt es.

Während des Berichtszeitraums hat die weltweite Rezession den Unternehmensbereich Stahl am härtesten getroffen. So erreichte die Auslastung der Werke Salzgitter und Peine nur rund 50% der vorhandenen Kapazitäten, wie das Unternehmen mitteilt.

Preise für viele Stahlprodukte fallen rasch

Die Situation des Grobblechbereichs, die zunächst noch zufriedenstellend gewesen war, verschlechterte sich ebenfalls zusehends, sodass auch hier ab März keine auskömmliche Beschäftigung mehr vorlag. Zugleich verfielen die Spotmarktpreise für einen Großteil der Stahlprodukte rapide. Der Außenumsatz ging dementsprechend auf 427,7 Mio. Euro zurück (-45%; erstes Quartal 2008: 782,1 Mio. Euro).

Aktuell fallende Rohstoffpreise schlugen sich zwar aufgrund hoher, noch zu Vorjahrespreisen beschaffter Bestände nur unwesentlich in den laufenden Ergebnissen nieder, veranlassten den Stahlhersteller aber zu 100 Mio. Euro Vorratsabwertung.

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