31.08.2009 | Redakteur: Stéphane Itasse

Die Produktion in der deutschen Stahl- und Metallverarbeitung ist im zweiten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31,6% gesunken, der Auftragseingang sogar um 36,5%. Angesichts deutlicher Zuwächse im Vergleich zu den Vormonaten hofft der Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung (WSM) aber auf Besserung, wie der Verband mitteilt.
Für das erste Halbjahr 2009 sehen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ähnlich aus, wie es in der Mitteilung weiter heißt: Produktion minus 32,3%, Umsatz minus 32,6% und Auftragseingänge minus 40%. Im Vergleich zweites zu erstem Quartal 2009 jedoch würden sich sämtliche Kennziffern im positiven Bereich bewegen. Die Produktion sei um 2,2%, der Umsatz um 1,4% und die Auftragseingänge sogar um 9,7% gewachsen. Besonders der Juni war den Angaben zufolge stark, die Auftragseingänge legten gegenüber Mai 2009 um mehr als 10% zu. Für das Gesamtjahr 2009 erwartet deshalb der WSM einen Produktionsrückgang von 15 bis 20%.
Auch das Auslandsgeschäft ziehe wieder an. Das Umsatz-Plus von 4,7% gegenüber dem Mai-Umsatz bleibe zwar hinter dem des Inlandsgeschäfts zurück, allerdings deuteten die kräftigen Zuwächse der ausländischen Aufträge um 12,7% gegenüber dem Vormonat an, dass sich der Export erholen dürfte.
Andreas Möhlenkamp, Hauptgeschäftsführer des WSM Wirtschaftsverbands Stahl- und Metallverarbeitung erläutert: „Die positive Tendenz hat sich nach unseren Erkenntnissen auch in den Sommer- und Urlaubsmonaten fortgesetzt. Genaue Zahlen stehen zwar noch aus, wir gehen momentan aber von einer Trendwende auf sehr niedrigem Niveau aus. Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns bis Jahresende noch große Herausforderungen bevorstehen.“
Insbesondere die Arbeitsmarktentwicklung sei derzeit schwer zu prognostizieren. Seit Jahresanfang hätten die rund 4900 Unternehmen der Stahl- und Metallverarbeitung in Deutschland 4,3% ihrer Arbeitsstellen abgebaut. Das entspreche etwa 20000 Mitarbeitern.
Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Konjunkturdaten und Prognosen im Herbst sein, wie der Verband berichtet. Sie würden darüber entscheiden, ob und in welchem Umfang weitere Stellen gestrichen werden.
Laut Möhlenkamp sei klar, dass sich die Branche aktuell auf dem Produktionsniveau von 2002 bewege. Die Spitzenwerte von Mitte 2008 würden die Unternehmen auf lange Sicht nicht mehr erreichen. Deshalb stünden sie in den kommenden Monaten vor der Entscheidung, die Kurzarbeit fortzuführen oder im ungünstigsten Fall Personal abzubauen.
Ein Knackpunkt der weiteren Entwicklung sei nach wie vor der Faktor Liquidität. „Wir appellieren in aller Deutlichkeit an die Banken, Mittel für den Aufschwung bereitzustellen“, sagt Mühlenkamp. Seit Beginn der Krise hake es an dieser so wichtigen Schnittstelle. „Es ist auch die Aufgabe einer guten Wirtschaftspolitik, hier nicht locker zu lassen.“
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