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Elektroautos setzen Werkzeugmaschinen-Industrie unter Druck

 

08.10.2009 | Redakteur/Autor: Stéphane Itasse

 

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Elektroautos, scheint es, gehört die Zukunft. Allerdings, warnt Prof. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, bedeutet der Umstieg auf Elektromobilität einen tief greifenden Wandel für den Maschinenbau, wie der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken am Donnerstag mitteilt. Der Verband informiert über das Thema auch auf der Messe Metav 2010.


Die Werkzeugmaschinen-Industrie stellt sich um: Hier ein Fertigungssystem zur Bearbeitung von Elektromotorenwellen. Foto: Emag
Die Werkzeugmaschinen-Industrie stellt sich um: Hier ein Fertigungssystem zur Bearbeitung von Elektromotorenwellen. Foto: Emag
„Es werden sich alle umstellen müssen“, warnt Prof. Bullinger: „Die Fahrzeugindustrie wird einige Fahrzeugbauteile bald nicht mehr herstellen. Dafür kommen jedoch neue hinzu.“ Beim Elektroauto entfalle der komplette mechanische Antriebsstrang – heute noch ein weites Betätigungsfeld für Werkzeugmaschinen. Damit ändert sich das Anforderungsprofil an die Produktionstechnik der Zukunft, wie der VDW berichtet.

Elektroautos brauchen andere Produktionsmaschinen

Der Wegfall des mechanischen Antriebsstrangs verändert das Anforderungsprofil an die Produktionstechnik der Zukunft, allerdings nicht über Nacht. Frank Dreves, Produktionsvorstand der Audi AG, erläutert: „Der Übergang von herkömmlichen Automobilen hin zu Elektroautos wird sukzessive erfolgen. Die klassische Werkzeugmaschine wird daher noch lange ein wichtiger Bestandteil der Produktionstechnik bleiben und muss auch in Zukunft technisch weiterentwickelt werden.“

Gravierende Auswirkungen dürfte die Elektrifizierung des Antriebsstrangs langfristig auf die Werkzeugmaschinen-Hersteller haben. Auch bei den Grob-Werken in Mindelheim ist man der Meinung, dass diese Entwicklung zukünftig zu einer vermehrten Diversifizierung der Antriebssysteme führen wird.

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Wandel zum Elektroauto kommt nur langsam

„Legt man hierbei die aktuellen Studien zugrunde, ist von einem Anteil von bis zu 20% Elektrofahrzeugen an den Gesamtzulassungen bis zum Jahr 2020 auszugehen“, verlautet aus der Grob-Chefetage. Das heißt auch, dass die prognostizierten Gesamtvolumina nur noch zu etwa 80% über „klassische“ Antriebe verfügen, mit den daraus resultierenden Folgen für die Produktionszahlen im traditionellen Teilebereich. Von einem ersatzlosen Wegbrechen ganzer Anwendungsbereiche von Werkzeugmaschinen könne also vorerst keine Rede sein.

Dass mit dem Elektroauto Veränderungen bei der Herstellung der Komponenten für den Antriebsstrang einhergehen, ist laut Werkzeugmaschinen-Verband auch dem Maschinenhersteller Emag in Salach klar. Die Frage sei nur: „Wann und in welchem Umfang?“

Werkzeugmaschinenbauer stellen sich auf Veränderungen durch Elektroautos ein

Sicher sei nur, sagt Dieter Kollmar, Geschäftsführer der Emag Gruppen-Vertriebs- und Service GmbH, „dass vermehrt verbrauchsarme Antriebskonzepte nachgefragt werden“. Zwar würden beim Elektroauto große Teile des Antriebsstrangs wegfallen, „doch bietet uns das auch neue Möglichkeiten im Bereich der rotatorischen Komponenten und der Gehäusefertigung“.

Veränderungen kämen auch auf die Zulieferer zu. Dr. Peter Gutzmer, Geschäftsführer Technische Produktentwicklung und stellvertretender Vorsitzender der Herzogenauracher Schaeffler Gruppe Automotive teilt laut VDW-Angaben zwar die derzeitige Einschätzung vieler Experten, „dass bis weit ins Jahr 2020 der Verbrennungsmotor im Antriebsstrang der dominierende Energiewandler bleibt“.

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