Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung

Verlängerung des KfW-Sonderprogramms soll Branchenwachstum stabilisieren

01.06.2010 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

WSM-Hauptgeschäftsführer Andreas Möhlenkamp: „Die Zeichen stehen auf Wachstum. Gerade deshalb steigt der Finanzierungsbedarf.“ Bild: WSM

Der WSM Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung setzt sich für eine Verlängerung des mittelstandsorientierten Kredit- und Bürgschaftsprogramms ein. Das KfW Sonderprogramm ist derzeit bis Ende 2010 befristet.

„Es geht nicht darum, mehr Geld in die Hand zu nehmen“, sagt Hauptgeschäftsführer Andreas Möhlenkamp. Vielmehr sollte ein Teil der Mittel des Wirtschaftsfonds Deutschland, die 2010 nicht abgerufen werden, den Unternehmen auch 2011 für Investitionen und Betriebsmittel zur Verfügung stehen.

In der Branche nimmt jedes fünfte Unternehmen KfW-Geld in Anspruch. „Die Zeichen stehen auf Wachstum. Gerade deshalb steigt der Finanzierungsbedarf.“ Ursache seien vor allem steigende Kosten für größere Materialmengen. Sollten die angekündigten Preissteigerungen für Vormaterial Realität werden, würde sich die Situation für die Unternehmen noch einmal deutlich verschärfen, da die Zeitspanne zwischen Materialeinkauf und Zahlungseingängen für die verkauften Produkte zwischenfinanziert werden muss.

Banken werden zum Finanzierungsrisiko

Ein weiteres Problem: „Die Risiken für die Finanzierung kommen inzwischen nicht mehr aus den Unternehmen selbst, sondern aus den Banken.“ Die Banken müssten ihr Eigenkapital im Laufe des Jahres möglicherweise durch weitere Abschreibungen noch stärker reduzieren. „Hinzu kommen die zu Recht verschärften Eigenkapital-Vorschriften durch die Regulierung der Banken. Das schränkt die Kreditvergabe weiter ein. Hier würde eine Verlängerung des KfW-Sonderprogramms entlasten.“

Ein zusätzliches Risiko für die Unternehmensfinanzierung sei, dass die Banken derzeit hohe Risikoaufschläge und Garantien für Unternehmenskennzahlen (Covenants) forderten. „Die Haftungsübernahme durch die KfW muss sich deutlicher auf das Zinsniveau auswirken“, sagt Möhlenkamp. „Auch die Beurteilung der Bonität darf sich nicht an den wenig aussagekräftigen Unternehmenskennzahlen des Krisenjahres 2009 orientieren, sondern muss die aktuelle Marktsituation und die Wachstumsaussichten berücksichtigen.“

Wichtig sei zudem eine kontinuierliche Geschäftspolitik. „Die Unternehmen erwarten, dass die Banken sie nicht alle 14 Tage mit neuen Mittelstandsprogrammen durchschütteln, sondern eine langfristige Strategie im Kreditgeschäft verfolgen.“

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