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Metallumformung

Automotive-Zulieferer Graepel tüftelt am Lochblech der Zukunft

 

22.06.2010 | Autor: Björn Hoffmann

 

Lochbleche nicht pressen, sondern per Luftdruck formen: Mit dieser neuen Technik gelang dem Bau- und Automotive-Zulieferer Graepel die Herstellung von Metallbauteilen in bislang nicht gekannter Festigkeit bei niedrigstem Materialeinsatz.


Automotive-Zulieferer Graepel tüftelt am Lochblech der Zukunft
Gewölbte Lochbleche: Weniger Gewicht, höhere Festigkeit und die natürliche Formensprache sind Vorteile der neuen Fertigungstechnik, die der Blech-Spezialist Graepel derzeit erprobt. Bild: Graepel
Sie sollen überall dort zum Einsatz kommen, wo extremer Leichtbau gefragt ist, dieser mit konventionell gepressten Blechen aber nicht machbar ist. „Gelochtes Metall kann nicht beliebig verformt werden, weil es unter Belastung nachgeben würde“, beschreibt Projektleiter Klaus Schute das Problem. Auch sei das konventionelle Formen mittels hydraulischer Pressen, die einen Druck von 600 t und mehr erzeugten, nicht für jedes Blechformprodukt geeignet.

Bei der neuen Fertigungstechnik nutzt Automobil-Zulieferer Graepel ein Naturgesetz: Flächen, die in einem gekapselten Raum mit Luftdruck beaufschlagt werden, nehmen ganz von selbst eine widerstandsfähige Form an. „Es entstehen vier- und sechseckige Wölbungen, die gleichmäßig geformt und angeordnet sind“. Diese bieten soviel Biegesteifigkeit, dass die Materialstärke und somit das Gewicht verringert werden könne, so Schute. „Damit erschließen sich ganz neue Anwendungen für den Werkstoff Metallblech“. Hervorzuheben sei zudem die hohe Qualität und moderne Anmutung. Bauteile aus gewölbtem Lochblech dürften also auch in Design-Projekten Verwendung finden.

Weiterentwicklung de Wölbverfahrens von Dr, Mirtsch

Die Weiterentwicklung des von der Dr. Mirtsch GmbH patentierten Wölbverfahrens begann Mitte 2009 als ein vom Bund gefördertes Gemeinschaftsprojekt. Zusammen mit zwei weiteren Unternehmen und der Technischen Universität Dresden erhielt die Friedrich Graepel AG den Zuschlag zur Erforschung gewölbter Blechstrukturen für den Leichtbau. Nach der Umformung flacher Bauteile werde nun an der Realisation komplexer Blechformteile und der Serienproduktion gearbeitet, teilte Graepel mit.

Natur und Technik miteinander verbinden

Natur und Technik geschickt miteinander zu verbinden: Das gelang dem Blech-Spezialisten bereits mit seinen Lüftungsgittern für Mercedes Benz, die durch Anleihen aus der Bionik extrem große Luftmengen durchlassen. Die Motoren werden dadurch besser gekühlt und können Kraftstoff sauberer verbrennen. Hier sieht Graepel ein großes Potenzial für die neue Produktionstechnik, zumal zahlreiche Maschinenhersteller derzeit bemüht sind, die von der EU beschlossene Verschärfung der Abgaswerte von Nutzfahrzeugen umzusetzen.@

Redakteur/Autor: Dietmar Kuhn
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