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Hochfeste Stähle

Weltweit einzigartiges Gießkonzept ermöglicht neue Stahlgüten

 

30.08.2010 | Redakteur/Autor: Dietmar Kuhn

 

Die Salzgitter Flachstahl GmbH, größte Stahltochter im Salzgitter-Konzern, hat der SMS Siemag AG den Auftrag zum Bau einer Bandgießanlage in Peine erteilt. Damit wird ein grundlegend anderes und weltweit einzigartiges Gießkonzept erstmalig im Industriemaßstab realisiert und damit das Gießen von neuen hochfesten Stählen ermöglicht.


Weltweit einzigartiges Gießkonzept ermöglicht neue Stahlgüten
Die Salzgitter Flachstahl GmbH und die SMS Siemag AG errichten eine gemeinsam entwickelte Bandgießanlage (Belt Casting Technology). Diese gilt bis jetzt als weltweit einzigartiges Gießkonzept das erstmalig im Industriemaßstab realisiert wird und das Gießen von neuen hochfesten Stählen (HSD-Stählen) ermöglicht. Vorteile sollen erhebliche Energie- und CO2-Einsparungen im Vergleich zur konventionellen Stahlherstellung sein. Bild: SMS Siemag
Die Vorteile der Bandgießtechnologie sind erhebliche Energie- und CO2-Einsparungen im Vergleich zur konventionellen Stahlherstellung. Außerdem wird die industrielle Produktion von HSD-Stählen (High Strength and Ductility) ermöglicht. Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl GmbH: „HSD-Stähle haben außer einer außergewöhnlichen Verformbarkeit auch eine hohe Festigkeit und sind damit prädestiniert für den Einsatz in Automobilen. Hier trägt der Einsatz von HSD-Stahlblechen zur Ressourcenschonung bei: Es können leichtere, Kraftstoff sparende Fahrzeuge konstruiert werden, weil diese Leichtbaustähle eine höhere Gewichtsreduzierung ermöglichen als konventionelle Stähle. Sie besitzen im Vergleich zu konventionellen Stählen eine um etwa 5% niedrigere Dichte. Weiterhin eröffnen die neuen technischen Konzepte über die HSD-Stähle hinaus ein vollkommen neues Werkstoffspektrum.“ HSD ist ein eingetragenes Warenzeichen der Salzgitter AG.

Anlagenkonzept erfüllt alle Kriterien an Wirtschaftlichkeit und Ökoeffizienz

Der Auftrag zur weltweit erstmaligen Realisierung dieser Anlagentechnologie im Industriemaßstab umfasst das Basis- und Detailengineering, die Lieferung der kompletten Mechanik sowie der gesamten Elektrik und Automatisierung, aller Nebeneinrichtungen, die Montage und die Kalt-Inbetriebnahme am Standort Peine sowie die Modifikation eines vorhandenen Walzgerüstes zur Weiterverarbeitung der Vorbänder am Standort Salzgitter.

Dazu Christian Geerkens, Leiter des Geschäftsbereichs Stahlwerke und Stranggießtechnik der SMS Siemag AG: „Damit realisiert unser Kunde eine Anlage mit einem unglaublich hohen Energieeinsparpotenzial. Dieses Anlagenkonzept erfüllt alle Kriterien an Wirtschaftlichkeit und Ökoeffizienz. Wir sind sehr stolz, dies gemeinsam mit Salzgitter realisieren zu können.“

Bundesumweltministerum fördert Projekt

Das Vorhaben, welches unter anderem zusammen mit der Technischen Universität Clausthal entwickelt wurde, wird aufgrund der erzielbaren Umwelteffekte mit einem Investitionszuschuss von rund 19 Mio. Euro im Rahmen des Umweltinnovationsprogramms des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.@

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