Unfallversicherung

Für Unternehmen besteht auch künftig keine Stechuhrpflicht

18.07.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier

Aus versicherungstechnischen Gründen wird eine technische Arbeitszeiterfassung auch in Zukunft nicht erforderlich sein. Dennoch stellen elektronische „Stechuhren“ eine wichtige Komponenete moderner Personalinformationssysteme dar. Bild: PCS Systemtechnik

Im Zusammenhang mit der Reform der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Unsicherheit aufgetreten, wie Arbeitgeber künftig die von ihren Mitarbeitern geleisteten Arbeitsstunden erfassen müssen. Das Bundesarbeitsministerium und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften und Unfallkassen) haben sich daher darauf verständigt, dass es auch künftig keine Pflicht geben wird, die Arbeitszeit der Mitarbeiter mit technischen Systemen oder Stechuhr zu erfassen.

„Arbeitgeber können damit auch weiter Verfahren nutzen, deren Praxistauglichkeit belegt ist“, erklärt Dr. Walter Eichendorf, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). „Weder die Bundesregierung noch die Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben ein Interesse daran, Arbeitgebern das Leben mit bürokratischen Regelungen schwer zu machen. Das haben wir mit unserem Einsatz in dieser Sache bewiesen.“

Praxistaugliche Verfahren können weiter zum Einsatz kommen

Für die Erfassung der Arbeitsstunden im Rahmen der Meldung zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag gilt demnach auch in Zukunft: Liegen genaue Angaben über die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden pro Mitarbeiter vor, so sind diese zukünftig in der Meldung zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag anzugeben. Liegen diese Angaben nicht vor, so kann der Arbeitgeber die Zahl der geschuldeten Arbeitsstunden eintragen. Liegen auch diese Daten nicht vor, so kann aushilfsweise der Vollarbeiterrichtwert eingetragen werden.

Meldeverfahren wird vereinfacht

Bisher meldet der Arbeitgeber seiner Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse einmal im Jahr, wie viele Arbeitsstunden die Mitarbeiter in seinem Unternehmen im vergangenen Jahr geleistet haben. Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung entfällt diese Gesamtmeldung.

Zukünftig übermittelt der Arbeitgeber die Zahl der Arbeitsstunden mit der Meldung zum Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die Rentenversicherung. Dazu meldet er für jeden Arbeitnehmer, wie viele Arbeitsstunden dieser individuell geleistet hat. Die Rentenversicherung errechnet aus der Summe der Einzelmeldungen, wie viele Arbeitsstunden auf das gesamte Unternehmen entfallen, und übermittelt die Gesamtsumme an die zuständige Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse. Diese nutzt die Daten für die Prävention und im Rahmen des Beitragsverfahrens.

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