My Open Factory

Elektronische Geschäftsabwicklung verbreitet sich nach dem Schneeballprinzip

20.08.2008 | Autor / Redakteur: Tino M. Böhler / Ulrike Gloger

Wolfgang Sticht, Leiter Organisation, IT und Materialwirtschaft der Burkhardt GmbH, Bayreuth: „Alle Arbeit, die wir durch My open Factory uns jetzt schon in der Abwicklung sparen, können wir in das Trouble Shooting und damit in Liefertermintreue ‚investieren’.“ Bild: Burkhardt

My open Factory ist ein Projekt, mit dem sich eine integrierte Auftragsabwicklung in den Produktionsnetzwerken des Maschinen- und Anlagenbaus realisieren lässt. Heute, vier Jahre nachdem das Projekt ins Leben gerufen wurde, setzen zahlreiche Maschinenbauer und Zulieferer den Quasi-Standard zur Kommunikation ihrer unterschiedlichen ERP-Anwendungen erfolgreich ein. Hier eine Situationsbeschreibung.

Im Jahr 2004 startete das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte und vom Projektträger Forschungszentrum Karlsruhe (PTKA) betreute Projekt My open Factory. Aufgabe des Konsortiums unter Federführung der RWTH Aachen war die Entwicklung einer Plattform, die kleineren und mittleren Unternehmen den Zugang zu elektronischer Geschäftsabwicklung ermöglicht.

Firmenübergreifende Projekte und Nachrichtenaustausch werden mit My open Factory ohne redundante Datenpflege, händische Eingabe und teure EDI-Schnittstellen abgewickelt. Statt vieler unterschiedlicher Schnittstellen wird nur noch eine benötigt: vom ERP-System zu My open Factory.

Dazu Wolfgang Sticht, Leiter Organisation, IT und Materialwirtschaft der Burkhardt GmbH, Bayreuth: „Wir haben heute einen My-open-Factory-Bestellanteil an allen offenen Bestellpositionen von knapp 35%. Ein solcher Anteil elektronischer Bestellungen dürfte für einen Mittelständler unserer Größe sehr außergewöhnlich sein. Per Jahresende werden wir sicher die 40% überschreiten, vielleicht sogar in den Bereich von 50% kommen.“

Alle Arbeit, die man jetzt schon in der Abwicklung spare, könne man in das Trouble Shooting und damit in Liefertermintreue „investieren“, so Sticht.

Die Auftragsabwicklung ist eine Kernkompetenz

Jüngst bei Burkhardt angeschlossene Lieferanten sind etwa SEW Euro-drive, Wago, Würth, Bosch Rexroth und Gebelein Lasertechnik. Nachrichten wie Anfragen, Angebote, Bestellungen und Auftragsbestätigungen werden über die Schnittstelle ausgetauscht. Die Anbindung von Webshops wie von Festo und Siemens befindet sich in der Realisierung.

Vom Forschungsprojekt zum Geschäftsmodell

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