18.02.2009 | Autor / Redakteur: Bernhard Kuttkat / Bernhard Kuttkat
„Aufgrund der wachsenden Bedeutung von Erkrankungen der alternden Gesellschaft und des steigenden Lebensstandards der südostasiatischen Bevölkerung sind bessere Lösungen für Orthopädie und Rehabilitation gefordert“, konstatiert Dr. Urs Schneider, Leiter der Orthopädieforschung am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA).
Seiner Einschätzung nach ist die nächste Generation der Produkte für die Orthopädietechnik stark abhängig von Material- und Prozessinnovationen, Technologietransfer von neuesten Applikationen in anderen Sektoren sowie den Zukunftsvisionen von Experten.
Verbesserte und kostenoptimierte Lösungen für mechatronische Prothesenfüße und -knien seien ebenso gefordert wie bessere, elastische Leichtbaustrukturen, die den hohen Lasten und Langzeitbelastungen standhielten. „Neuartige Technologien wie Neuroimplantate für Willkürsteuerung von Prothesen oder neue Leichtbauanwendungen von Magnesium aus dem Automotive-Sektor werden auf ihre Anwendbarkeit für die Orthopädietechnik zu prüfen sein“, so Schneider.
Eine besondere Herausforderung ist die effiziente Herstellung von Kunststoffbauteilen für die Medizintechnik. „Am wichtigsten sind eine hohe Verfügbarkeit der Spritzgießmaschinen sowie eine hohe Prozesssicherheit und Reproduzierbarkeit bei gleichzeitig kurzen Zykluszeiten; jede Störung verursacht Kosten und erhöht das Kontaminationsrisiko“, betont Gerhard Aebi, Produktmanager für Medizinalprodukte der Schweizer Netstal-Maschinen AG in Näfels. Technische Eigenschaften wie gekapselte und wassergekühlte Elektromotoren gewährleisten einen emissionsfreien Betrieb. Die Rekuperierung, also die Rückführung der Bremsenergien in den Stromkreislauf, lässt zudem den Energieverbrauch spürbar sinken. Eine solche Spritzgießmaschine, die Elion 800-270, wird auf der Messe zu sehen sein.
Einen neuen Trend in der Qualitätskontrolle beobachtet der Oberhausener Messtechnikspezialist Nano Focus. Außer Anforderungen an Material und Design stehen Faktoren wie Lebensdauer und Biokompatibilität zunehmend im Vordergrund. Entscheidend für den therapeutischen und wirtschaftlichen Erfolg sind oftmals Eigenschaften der Produktoberfläche wie Rauheit oder Dicke einer transparenten Beschichtung. „Deshalb werden die Anforderungen an Qualitätssicherung und Messtechnik weiter steigen. Bei Messgeräten gewinnen zudem die Aspekte Schnelligkeit und Zuverlässigkeit an Bedeutung“, weiß Dr. Hans Hermann Schreier, Vorstandsvorsitzender der Nano Focus AG.

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