Germany Trade and Invest

In den Golfstaaten winken trotz Krise weiter gute Geschäftschancen

03.03.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Im vergangenen Jahr erwiesen sich die Staaten der arabischen Halbinsel als gute Kunden der deutschen Exportwirtschaft. Infrastruktur-Investitionen in den Golfländern versprechen trotz der Finanzkrise weiter gute Geschäfte, Zu dieser Einschätzung kommt Germany Trade and Invest in Köln.

Die deutschen Lieferungen in diese Länder konnten 2008 um 22,5% auf 17,8 Mrd. Euro gesteigert werden. Spitzenreiter waren die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die deutsche Waren im Wert von mehr als 8 Mrd. Euro abnahmen. Das ist gegenüber 2007 eine Steigerung von 40%.

Stärkere Präsenz vor Ort könnte Exportgeschäft mit Saudi-Arabien beflügeln

Auch bei Lieferungen nach Katar, Oman und Kuwait verbuchten deutsche Exporteure Zuwächse. Das Exportgeschäft mit Saudi-Arabien enttäuschte allerdings. Die Ausfuhren in das arabische Land gingen 2008 um 3% zurück, obwohl das Königreich – bewertet in US-Dollar – insgesamt 31% mehr Waren importiert hatte als 2007. In Saudi-Arabien sind nach Ansicht von Beobachtern deutsche Firmen nicht ausreichend vor Ort vertreten, was als eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiche Geschäfte gilt.

Die stärksten deutschen Gütergruppen im Exportgeschäft mit der Arabischen Halbinsel waren 2008 Kraftwagen und Teile mit 3,83 Mrd. Euro, Maschinen (3,64 Mrd. Euro), chemische Erzeugnisse (1,35 Mrd. Euro), sonstige Fahrzeuge (1,32 Mrd. Euro) sowie Geräte zur Elektrizitätserzeugung und Verteilung (1,27 Mrd. Euro).

Beobachter gehen davon aus, dass die VAE 2009 – krisenbedingt – etwa 18% weniger importieren werden als 2008. Im Dezember 2008 war aus deutscher Sicht von diesem Rückgang noch nichts zu spüren, weil noch alte Bestellungen abgewickelt wurden. Für 2010 rechnen Beobachter damit, dass in der Region wieder 4 bis 5% mehr deutsche Waren ihren Käufer finden.

Arabische Golfländer bauen Infrastruktur aus

Die arabischen Golfländer sind 2008 die viertwichtigste Abnehmerregion deutscher Exportgüter außerhalb Europas – nach den USA (71,5 Mrd. Euro), der VR China (34,1 Mrd.) und der Russischen Föderation (32,3 Mrd.). Die große Finanzkrise hat zwar auch die reichen Länder der Arabischen Halbinsel erfasst, ihre Regierungen können aber dank wohl gefüllter Staatskassen gegenhalten und versprechen verstärkte Infrastrukturinvestitionen.

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 291141) | Archiv: Vogel Business Media