Innovationskultur

Die Krise hat auch ihre Sonnenseiten

02.06.2009 | Autor / Redakteur: Jens-Uwe Meyer / Jürgen Schreier

Nicht entmutigen lassen: Der Erfinder Thomas Edison benötigte 9000 Versuche, bis die Glühbirne – seine wichtigste Erfindung – brannte. Bild: Osram

Wirtschaftskrise, Finanzkrise, Börsenkrise, Vertrauenskrise, Auftragskrise, Absatzkrise, Arbeitsmarktkrise. Die Krise ist omnipräsent. Es klingt kurios: Doch haben Krisen ihre positive Seiten. Nachfolgend fünf Gründe, warum Sie, wenn Sie das Wort „Krise“ hören, nicht gleich den Kopf in den Sand stecken sollten.

Ist Erfolg auf Dauer nicht langweilig? Hat das wirklich Spaß gemacht, jeden Monat steigende Umsatzzahlen zu sehen? Noch mehr Verkäufe? Noch mehr Kunden? Sicher, diese Fragen muten auf den ersten Blick seltsam an. Doch dauerhafter Erfolg führt meist dazu, dass man in Selbstzufriedenheit versinkt. Der Kopf schläft ein, man wird träge. Statt neue Ideen auszuprobieren, verharrt man beim Alten, Bewährten. Das gleiche Rezept, das schon vor Jahren zum Erfolg führte, wird immer wieder angewendet. Denn es war in der Vergangenheit so etwas wie die Garantie für den Erfolg.

In vielen Branchen – zum Beispiel in der Automobil- und Zulieferbranche – funktionieren die alten Rezepte jetzt aber nicht mehr. Um nicht unterzugehen, müssen die Unternehmen neue Wege beschreiten. Und genau das kann eine gute Chance für sie sein, neuen Wind in die Fabrikhallen und Büroräume zu bringen und sich am Markt neu auszurichten. Goethe nannte es seine „Häutung“: Wenn er zu viel Erfolg hatte, musste er fliehen und etwas Neues beginnen. Um nicht an der Langeweile des Erfolgs zu ersticken. Nutzen Sie also die momentane Unzufriedenheit als Antrieb.

Raus aus dem kreativen Koma!

Sind Sie mit Ihren innovativen Ideen in den letzten Jahren häufiger mal gescheitert? Waren Ihre Vorschläge zu quergedacht? Passten sie nicht zur Strategie Ihres Unternehmens? Gab es 1000 fadenscheinige Gründe, warum sie (angeblich) nicht funktionierten? Das war gestern! Die Situation in Krisenzeiten ist eine andere. Denn die Erfahrung zeigt: Am offensten sind Manager für neue Ideen, wenn die Umsätze sinken, Kunden ihr Portemonnaie geschlossen halten und das Geschäftsmodell kurz vor dem Zusammenbruch steht.

Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um einen neuen Anlauf zu nehmen. Also raus aus dem kreativen Koma. Denn oft war die Chefetage in den vergangenen Jahren hermetisch gegen neue Ideen abgeriegelt. Und jetzt? Neue Ideen werden händeringend gesucht. Die Gelegenheit ist günstig, sich mit neuen Vorschlägen beim Chef zu profilieren.

Probleme eröffnen neue Chancen

Die Wirtschaftskrise hält schon einige Monate an. Viele Unternehmen schicken ihre Leute in Kurzarbeit, Entlassungen drohen und im schlimmsten Fall machen sie pleite. Trotzdem sollten Unternehmen gerade jetzt nicht jammern. Denn: So viele Probleme sich auch aus der aktuellen Situation ergeben – optimistisch gesehen, gab es selten zuvor so viele Möglichkeiten wie jetzt.

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