Araia-Studie

Supply Management ist für viele Unternehmen immer noch ein Fremdwort

20.10.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

„Es ist erstaunlich, in wie vielen Unternehmen die Bereiche Einkauf, Logistik und Produktentwicklung nebeneinander arbeiten statt miteinander. Eine Gesamtkostentenbetrachtung findet häufig nicht statt“, so Marc Staudenmayer, Geschäftsführer der Münchner Einkaufsberatung Araia. Bild: HTW Dresden

Supply Management ist in vielen Unternehmen nach wir das „unbekannte Wesen“. Vor allem mittelständische Unternehmen verlieren Geld, weil sie ihre Lieferkette nicht stärken. In vielen Fällen fehlen den Firmen dafür schlicht die Kenntnisse. Das belegt eine Studie des Einkaufsberaters Araia.

Jedes vierte Industrieunternehmen beklagt eigene Know-how-Defizite bei der Optimierung der Supply Chain, 58% glauben laut Araia-Studie, dass sie derzeit nicht alle Möglichkeiten ausschöpfen. Auch das mangelnde Zusammenspiel von Einkauf, Logistik und Produktentwicklung führt unter dem Strich zu wenig Effizienz. Insgesamt wurden 77 Einkäufer, Supply Chain Manager, Einkaufsleiter (CPOs) und Finanzvorstände deutscher Industrieunternehmen befragt. Das gesamte jährliche Einkaufsvolumen dieser Firmen liegt bei rund 250 Mrd. Euro.

Weniger Komplexität, bessere Ergebnisse

Neben der Optimierung der Lieferkette werden von den Unternehmen zwei weitere Ansätze zur Verbesserung des Einkaufs derzeit kaum genutzt: die Reduktion von Varianten und ein kostenorientiertes Produktdesign (RTC: Redesign to Cost).

Beide Hebel beeinflussen nicht nur die direkten Lieferkonditionen, sondern haben häufig auch erhebliche Auswirkungen auf die Logistikkosten. 41% der Unternehmen sehen Kompetenzdefizite, wenn es darum geht, durch eine Verringerung der Produktvarianten weniger Teile in größeren Stückzahlen einzukaufen.

Kosten sparen durch veränderte Produktspezifikationen – bei diesem Ansatz beklagen 33% der von Araia befragten Entscheider fehlendes Know-how. Dabei sehen die meisten Unternehmen bei richtiger Anwendung dieser Methoden Einsparpotenziale, mit denen man sich im Kostenwettbewerb abheben kann: Direkt hinter der optimierten Lieferkette gehören Variantenreduktion und RTC zu den drei Hebeln im Supply Management, die aus Sicht der meisten Befragten noch nicht ausreichend genutzt werden (jeweils 53%).

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