Arbeitsrecht

Alles dreht sich um Fußball – nur das Arbeitsrecht nicht

23.06.2010 | Autor / Redakteur: Ann-Charlotte Ebener / Claudia Otto

Äußerliche Rahmenbedingungen wie Kundenverkehr, der Zwang zu durchgängig laufender Produktion sowie der Arbeitsschutz müssen bei allem Verständnis für die Fußballbegeisterung beachtet werden. Bild: Kurt Michel/Pixelio

Fußball begeistert die Nation. Bei allem Verständnis für die Fankultur darf die Arbeit jedoch auch während der Weltmeisterschaft nicht auf der Strecke bleiben. Spielregeln aus dem Arbeitsrecht sorgen für Orientierung, um faire Kompromisse mit den Mitarbeitern einzugehen.

Die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika finden um 13:30 Uhr, 16:00 Uhr und 20:30 Uhr und damit für viele Mitarbeiter in der Arbeitszeit statt. Unternehmen haben unter Umständen Probleme damit, wenn ihre Mitarbeiter nicht auf dieses Fußballerlebnis verzichten wollen und die Spiele am Arbeitsplatz in Radio oder Fernsehen verfolgen oder dafür frei haben möchten. Klare Spielregeln nicht nur auf dem Rasen, sondern auch am Arbeitsplatz schaffen Orientierung.

Betriebsrat bei Gestaltung spezieller Regelungen miteinbeziehen

Für Fans ist es zwar eine Ausnahmezeit, dennoch gelten während der Fußball-Weltmeisterschaft arbeitsrechtliche Regeln wie sonst auch. Wie Unternehmen konkret die arbeitsrechtlichen Fragen während der Weltmeisterschaft lösen, hängt von mehreren Faktoren ab: Art und Größe des Unternehmens können ebenso eine Rolle spielen wie die persönliche Einstellung des Chefs.

Äußerliche Rahmenbedingungen wie Kundenverkehr, der Zwang zu durchgängig laufender Produktion sowie der Arbeitsschutz müssen bei allem Verständnis für die Fußballbegeisterung beachtet werden. In Betrieben, in denen ein Betriebsrat gewählt ist, hat dieser bei der Gestaltung spezieller „Spielregeln“ für die Weltmeisterschaft mitzureden.

Fußballfans beantragen am besten rechtzeitig Urlaub

Der vorausschauende Fan hat vorgesorgt und rechtzeitig Urlaub beantragt. Erteilt der Arbeitgeber darauf den Urlaub, so ist er gebunden und kann diesen grundsätzlich nicht mehr widerrufen. Auch kurzfristigen Urlaubsanträgen muss er nachgeben, wenn nicht dringende betriebliche Gründe entgegenstehen.

Arbeitgeber können den Wunschurlaub aber ausschlagen, wenn durch die Erfüllung kurzfristiger Urlaubswünsche eine erhebliche Unterbesetzung der Abteilung mit gravierenden Folgen für den Arbeitsablauf droht, Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer vorgehen und aus betrieblichen Gründen nicht allen Urlaubsanträgen gleichzeitig nachgekommen werden kann.

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