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Schwache Auslandsnachfrage lässt Maschinenbau-Auftragseingang sinken

12.01.12 | Redakteur: Stéphane Itasse

Die deutschen Maschinenbauer haben im November 2011 weniger Aufträge erhalten als ein Jahr zuvor. (Bild: Nordex)
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Die deutschen Maschinenbauer haben im November 2011 weniger Aufträge erhalten als ein Jahr zuvor. (Bild: Nordex)

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau muss sich auf härtere Zeiten einstellen: Der Auftragseingang sank im November 2011 um 12% im Vergleich zum Vorjahr, wie der VDMA am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt.

Das Inlandsgeschäft sank um 2%, das Auslandsgeschäft um 17% im Vergleich zum Vorjahresniveau, heißt es weiter Im Dreimonatsvergleich September bis November 2011 ergebe sich insgesamt ein Minus von 4% im Vorjahresvergleich. Die Inlandsaufträge stagnierten. Bei den Auslandsaufträgen gab es laut VDMA ein Minus von 6%.

Auftragsrückgang im Maschinenbau nicht überraschend

„Im November 2011 lag der Auftragseingang von Maschinen und Anlagen aus Deutschland im Vorjahresvergleich zum ersten Mal seit Januar 2010 im Minus. Dies kommt nicht überraschend, denn im November 2010 waren die Auslandsorders außerordentlich üppig ausgefallen“, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. „Im Verlauf sieht es nicht dramatisch aus, der Auftragseingang liegt ungefähr auf dem Niveau der Vormonate Oktober und September.“

Von einem Einbruch könne schon deshalb nicht die Rede sein. „Der Kurvenverlauf zeigt einen ganz normalen zyklischen Abschwung. Zudem geht die Abschwächung nicht auf Rückgänge im Euro-Raum, sondern auf weniger Bestellungen aus dem außereuropäischen Ausland zurück“, sagte Wiechers weiter.

Grund für den relativ stabilen Auftragseingang aus dem Euro-Raum ist laut Aussage von Wiechers, dass die Nachfrage dort vorher nicht so stark expandiert habe wie in anderen Märkten. Insofern gebe es jetzt auch nicht so starke Rückgänge – „natürlich von einigen Ländern abgesehen, wie Spanien oder Griechenland“, schränkte der VDMA-Chefvolkswirt ein.

Deutscher Maschinenbau wird in China gebremst

„Der Rückgang kommt vornehmlich aus Übersee, und hier insbesondere aus Asien, aus Chinaund anderen Entwicklungs- und Schwellenländern; Ländern, die sich industrialisieren“, verdeutlichte Wiechers. „Diese Länder haben auf die Bremse getreten im Sommer letzten Jahres, sie haben ihre Geldpolitik strenger ausgestaltet und die Zinsen erhöht, weil es dort Inflation gab. Das sehen wir dann auch in unseren Auftragseingängen.“

Hinzu kämen Lagereffekte. „Teile und Komponenten sind schwächer in der Entwicklung, das sehen wir auch in anderen Branchen, beispielsweise in der Stahlindustrie und in der Elektrotechnik“, sagte der VDMA-Chefvolkswirt. Die Unternehmen würden ihre Lagerbestände zurückfahren und schon auf die sich eintrübende weltwirtschaftliche Entwicklung reagieren.

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