Würzburger Automobil Gipfel
Elektronik aus der Luftfahrt fürs Automobil - Möglichkeiten und Chancen
19.06.2007 | Redakteur/Autor: Jürgen Schreier
Würzburg (js) – Potenziale zwischen einzelnen Branchen erkennen und aufgreifen. Dieser Aufgabe hat sich der 1. „Würzburger Automobil Gipfel“ 2007 verschrieben. Knapp 300 Experten aus der Automobilindustrie diskutierten am 14. und 15. Juni 2007 über zukünftige Technologien, Strategien und Entwicklungen. „Zuhören ist erlaubt, mitarbeiten gewünscht“, forderte Wilhelm Mißler, Chefredakteur des Branchentitels „Automobil Industrie“ und Veranstalter des „Würzburger Automobil Gipfels“. Unter dem Motto „Von Ideen zu Projekten“ förderten namhafte Experten den Austausch verschiedener Branchen.
„Der langfristige Ansatz kann nur lauten: Zusammenarbeit in Innovationsnetzwerken“, resümierte beispielsweise Prof. Dr.-Ing. Klaus Wucherer, Mitglied des Zentralvorstands Siemens AG, in seinem Vortrag. Ermöglicht werden durchgängige Innovationsnetzwerke durch den Wissensaustausch über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinweg. Zukunftsweisende Technologien im Schienenverkehr als Basis für eine umweltgerechte Mobilität, wie etwa der getriebelose Antrieb mit Permanent-Magnet-Motor, können durchaus auch dem Automotive-Bereich nachhaltige Impulse geben. Gleiches gelte für die Luftfahrtindustrie. Hier seien etwa passagierbezogene Prozesse, wie beispielsweise Entwicklungen im Sicherheitsmanagement, Ideengeber für die Automobilindustrie.
Denis Chapuis, Chief Technical Officer beim Luftfahrtkonzern EADS, bekräftigte in seinem Vortrag, dass die Elektronik im Automobil von Erkenntnissen aus der Luftfahrt profitieren könne. Chapuis benannte einige Probleme, denen sich die Autoindustrie stellen müsse. „Die Elektrik/Elektronik-Architektur muss sich ändern“, sagte der Manager, der acht Jahre lang beim Automobilhersteller PSA beschäftigt war.
Chapuis ergänzte, dass sich die Automobilindustrie auf Zertifizierungen sicherheitskritischer Elektronikkomponenten einstellen müsse, wie sie schon heute in der Luftfahrt verlangt werden. Die Diskussionen laufen und würden von den Behörden getrieben, präzisierte Chapuis gegenüber dem Magazin „Automobil Industrie“. Bei diesen Komponenten könne die Luftfahrt wiederum von der Autoindustrie lernen, wie man Kosten verringert.
Zum Abschluss mündete das Programm in eine Innovations-Vernissage. Insgesamt 150 Bewerbungen aus verschiedenen Branchen waren für den Innovations-Wettbewerb „non-automotive“ eingegangen. Eine Jury aus 20 namhaften Experten aus der Automobilindustrie, darunter Audi, BMW, Daimler-Chrysler, Ford, MAN, Mazda, Opel, Porsche und Volkswagen, bewerteten die Ideen und kürten 30 Sieger. Darunter sind Unternehmen wie die Makatec GmbH in Borndorf ebenso vertreten wie die Fachhochschule Dortmund oder das Berliner Fraunhofer Institut Fokus aus Forschung und Lehre. „Mit dem Ergebnis können wir sehr zufrieden sein“, resümierte Christian Schultze, Manager Advanced Technology Research bei Mazda Europe und Sprecher der Jury.
Der Würzburger Automobil Gipfel 2007 gemeinsam mit dem Network of Automotive Excellence (NoAE) ins Leben gerufen und steht unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. Am 11 und 12. Juni 2008 wird sich die Branche erneut in Würzburg zusammenfinden, um sich über Innovationen und Transfermöglichkeiten in der Automobilindustrie auszutauschen.
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