Innovationsmanagement

Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

09.11.2007 | Redakteur: Ken Fouhy

2007 war in fast allen Bereichen der deutschen Industrie ein Rekordjahr: Ein zweistelliges Wachstum im Maschinenbau und 6% Wachstum in der Elektronik- und Elektrotechnik-Branche haben dazu geführt, dass fast 60 000 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen worden sind. Nicht nur bei der seit Jahren wachsenden Zahl der Auslandsbestellungen, sondern auch bei der Inlandsnachfrage konnte erstmals nach langer Zeit wieder kräftig zugelegt werden.

Die daraus resultierenden Produktionsauslastungen brachten vielen Betrieben Rekordgewinne. Erstmals seit vielen Jahren wurde über Engpässe bei den Rohstoffen und bei den Fachkräften geklagt. Dazu kamen Nobelpreise für Deutsche in Physik und Chemie – nicht gerade Wasser auf die Mühlen der Kritiker der Qualitätsstandards in der deutschen Forschung.

Und im nächsten Jahr soll diese Hochkonjunktur weitergehen. Die aktuellen Prognosen der Branchenverbände VDMA und ZVEI für das Jahr 2008 liegen bei jeweils 5% für Maschinenbau sowie Elektrotechnik und Elektronik. Vor einem Jahr hatte der VDMA die Prognose für das laufende Jahr auf nur 4% geschätzt – was den Eindruck bestätigt, dass die VDMA-Vorstände bei ihren Prognosen eher zurückhaltend sind.

Doch trotz der derzeit prall gefüllten Auftragsbücher: In den stark zyklusabhängigen Investitionsgüterindustrien ist stets Vorsicht geboten. Jetzt ist es höchste Zeit, die Weichen für den nächsten Abschwung und den darauf folgenden Aufschwung zu stellen! Energietechnik, Nanotechnologie, Automatisierungstechnik, neue Werkstoffe und Energieeffizienz werden, wie wir in dieser Sonderausgabe berichten, die Themen sein, die in den nächsten Jahren zunehmend an Bedeutung für die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen gewinnen werden.

Auch bei der Nachwuchsförderung besteht dringend Handlungsbedarf: Ob ein rohstoffarmes Land wie Deutschland zu den Gewinnern oder Verlierern im globalen Wettbewerb gehören wird, entscheidet nach wie vor der Kampf um die klügsten Köpfe. Die Programme, die ins Leben gerufen worden sind, um junge Menschen verstärkt für technische Berufe zu begeistern, haben bisher, gemessen an den Studienanfängerzahlen bei den Ingenieurwissenschaften, nicht viel gebracht. Und die Versuche, junge Frauen mehr für Technik zu begeistern, sind bei Quoten von nur 10% bei den Ingenieurwissenschaften und 20% bei Chemie, Physik und Mathematik ebenfalls unbefriedigend verlaufen. Bei diesem Mangel an Nachwuchs erscheinen Maßnahmen sinnvoll, die darauf abzielen, ältere Mitarbeiter länger im produktiven und innovativen Berufsleben zu halten.

Sich bei Förderung und Ausbildung heutiger und künftiger Mitarbeiter auf Regierungsprogramme zu verlassen, wäre jedoch sicherlich der falsche Weg. Es gilt, selbst aktiv zu werden – im eigenen Betrieb sowie in den Schulen und Instituten in der Nachbarschaft. Denn wir alle können die Zukunft in Deutschland mitgestalten.

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