Kongress Stanztechnik

Präzision und Werkzeuge für hochfeste Werkstoffe fordern Stanztechnik heraus

29.04.2009 | Redakteur: Annedore Munde

Andreas Reich, Projektleiter bei der Siegerländer Hilma-Römheld GmbH, präsentierte auf der begleitenden Fachausstellung zum Stanztechnik-Kongress Technik für das Werkzeugspannen und den effektiven Werkzeugwechsel.Bild: Munde

Mehr als 100 Fachleute aus dem Bereich Stanzen hatten sich am 27. und 28. April in der Dortmunder Westfalenhalle versammelt, um aktuelle Trends der Branche zu diskutieren. In einer Mischung aus Praxisbericht und wissenschaftlicher Ergebnisdarstellung wurden auf dem Kongress drei Themenbereiche beleuchtet.

Themen waren die Bauteil- und Werkzeugauslegung beim Stanzen und Feinschneiden durch Finite-Elemente-Methoden und durch Schadensanalysen, die Servotechnik sowie die Erhöhung der Wertschöpfung durch Stoffeigenschaftsänderungen und Beschichten von Werkzeugen und Bauteilen. Eine Podiumsdiskussion zu erfolgreicher Unternehmensführung rundete das Programm ab.

„Wann und durch welche Maßnahmen können Gewaltbrüche vermieden werden?“, lautete eine der zentralen Fragen im Beitrag von Martin Hirsch. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Umformtechnik und Gießereiwesen der TU München ging in seinem Vortrag auf die Werkzeugverlagerungen beim Schneiden höherfester Bleche ein.

Hoch- und höherfeste Blechwerkstoffe erfordern neue Schneidwerkzeuge

Die hoch- und höherfesten Blechwerkstoffe, die insbesondere in der Automobilindustrie eingesetzt werden, stellen an den Verarbeitungsprozess, also auch an das Schneiden und die Schneidwerkzeuge, hohe Anforderungen. Die derzeitige Auslegung der Werkzeuge basiere jedoch auf den Erkenntnissen des Schneidens konventioneller Blechwerkstoffe, so Hirsch. Neue Konzepte mit Blick auf die höherfesten Bleche sind also gefragt. Ein Ansatz dazu sind die vorgestellten Konstruktionsrichtlinien für die relevanten Werkzeuge.

Natürlich standen auch Erfahrungen mit integrierten Stanzprozessen durch den Einsatz von Servotechnik im Fokus. „Spätestens auf der letzten Euroblech haben wir gesehen, dass sich alle großen Hersteller mit der Servotechnik beschäftigen. Meist setzen sie jedoch auf konventionelle Antriebskonzepte“, sagte Mike P. Gruner, Leiter Geschäftsfeld System bei der H&T Produktions Technologie GmbH.

Servo-Spindel-Pressen ermöglichen höhere Präzision

Er stellte die Funktion, Grenzen und Chancen sowie die Vorteile des Servo-Spindel-Antriebes vor, beispielsweise die hohe Präzision bei der Stößelpositionsregelung. Gemeinsam mit dem Dresdner Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik hat das Unternehmen die erweiterten Möglichkeiten in der Anwendung von Servo-Spindel-Pressen untersucht.

Auf einer begleitenden Ausstellung präsentierten die Unternehmen verschiedene Neuentwicklungen, darunter auch die Hilma-Römheld GmbH. Sie bietet hydraulische Keilspanner jetzt in einer günstigen Konstruk-tionsvariante an. Das modular aufgebaute Spannprogramm bietet Elemente für unterschiedlichste Anforderungen, mit denen Werkzeuge an Pressen in der Blechumformung genauso gespannt werden können wie Formen in der Kunststoffverarbeitung.

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