Präzisionsstanzen

Feinschneiden bietet im Vergleich zum Stanzen wesentliche Vorteile

10.01.12 | Autor / Redakteur: Jürgen Fürst / Dietmar Kuhn

Das Feinschneiden erfordert einen aufwendigen und durchdachten Werkzeugbau, mit dem sich dann beste Ergebnisse erzielen lassen. (Bild: Schmid)
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Das Feinschneiden erfordert einen aufwendigen und durchdachten Werkzeugbau, mit dem sich dann beste Ergebnisse erzielen lassen. (Bild: Schmid)

Das Stanzen hat seit vielen Jahren seine Tauglichkeit als formgebendes Trennverfahren zur Herstellung von Serienteilen bewiesen. Immer leistungsfähigere Maschinen und Automaten sind hoch produktiv. Dennoch werden Teile immer öfter feingeschnitten, weil durch den Glattschnitt eine Nachbearbeitung entfällt.

Stanzen ist wohl eine der ältesten Bearbeitungsformen für Metall. Mit den entsprechenden Pressen lassen sich heute dünne und dicke Bleche gleichermaßen mit großer Geschwindigkeit stanzen.

Mit dem Feinstanzen, das in den 50er-Jahren in der Schweiz entwickelt wurde, kam ein langsameres, aber sehr präzises Stanzverfahren hinzu, das alle Schnittflächen mit einem Glattschnitt versieht, der höchste Ansprüche erfüllt (Bild 1 – siehe Bildergalerie). Mit dem Präzisionsstanzen lassen sich auch starke Bleche mit hoher Qualität ähnlich dem Feinstanzen, aber mit höherer Geschwindigkeit bearbeiten.

Stanzautomaten erzielen bei dünnen Blechen hohe Hubzahlen

Niemand stellt heute das seit über 100 Jahren nahezu unveränderte Stanzen infrage. Durch die Entwicklung der Pressen, höhere und vielfältigere Stahlqualitäten sowie den wesentlich verbesserten Werkzeugbau mit immer besseren Werkzeugmaschinen hat sich das Stanzen von einer recht brachialen Art der Blechbearbeitung zu einem immer präziseren Verfahren entwickelt. Stanzmaschinen und -automaten leisten inzwischen Unglaubliches.

Firmen, wie beispielsweise Trumpf und Bruderer, bieten hierfür Hochleistungsmaschinen und -automaten. Mit bis zu 2000 Hüben pro Minute jagen Stempel in Matrizen und stanzen Großserien an Flachteilen aus Blechstreifen oder -tafeln heraus.

Als Oberteil des gehärteten Werkzeugs weist der Stempel die Innenform auf, die Matrize hat als Unterteil eine dementsprechende Öffnung. Das Blech befindet sich zwischen Stempel und Gesenk beziehungsweise Matrize. Der Stempel bewegt sich nach unten und taucht in die Matrize ein.

Stanzen produziert kratzerfrei umgeformte Teile in hohen Stückzahlen

Dabei bewegen sich die Kanten von Stempel und Matrize am sogenannten Schneidspalt parallel aneinander vorbei und trennen so das Blech. Deshalb wird das Stanzen auch als Scherschneiden bezeichnet. Als Ergebnis entstehen kratzerfrei umgeformte Teile in hohen Stückzahlen.

Beim Stanzvorgang berührt der Stempel zunächst das Blech und beginnt es zu verformen. Durch Druckerhöhung steigen die Scherkräften an den Werkzeugkanten so weit an, bis die Spannung im Innern des Materials schließlich so groß ist, dass das Blech entlang der Schnittkontur reißt. Das ausgestanzte Blechstück, der Stanzbutzen, wird nach unten ausgestoßen.

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