06.09.12 | Redakteur: Stefanie Michel
Die Fraunhofer-Projektgruppe Entwurfstechnik Mechatronik vom Fraunhofer IPT hat ein selbstkorrigierendes Stanz-Biege-Werkzeug für die Herstellung von Biegeteilen aus hochfesten Werkstoffen entwickelt.
Gemeinsam mit der Weidmüller GmbH & Co KG aus Detmold und der Otto Bihler Maschinenfabrik GmbH aus Halblech verkürzten die Forscher zum einen die langen Einrichtungszeiten der Maschine. Zum anderen konnte der Ausschuss in der Produktion verringert werden, der oft auf Formabweichungen von Bauteilen zurückzuführen ist. Der Grund: Das Stanz-Biege-Werkzeug korrigiert sich dank einer ausgefeilten Messtechnik und eines eigens dafür entwickelten Softwareprogramm selbst.
Beim Stanzen und Biegen von Serienbauteilen treten immer wieder Formabweichungen auf. Sie können auf einen Verschleiß in der Maschine oder auf eine schwankende Qualität des Rohmaterials zurückgeführt werden. „Mit der eingesetzten Messtechnik, wie einer Hochgeschwindigkeitskamera, können die Abweichungen schon innerhalb des Produktionsprozesses entdeckt werden“, erläutert Dipl.-Ing. Mikhail Borzykh, Mitarbeiter bei Fraunhofer. „Innerhalb des Prozesses sorgt die Software dafür, dass das Werkzeug nachjustiert wird, bevor das Toleranzmaß überschritten wird. So verhindern wir den Ausschuss, es ist kein Anhalten der Maschine nötig, der Produktionsprozess kann ungestört ablaufen. Auch die nachgelagerte Qualitätssicherung entfällt, da sie nun in den Produktionsprozess integriert ist.“ Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in Zukunft auch auf andere Produktionsprozesse übertragen werden.
Das Projekt wurde im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramms Mittelstand (ZIM) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert.
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