Lasersysteme

Highlights auf der ersten Lasys 2008

27.12.2007 | Redakteur: Claudia Otto

Im Bereich Laserschweißen stellt die Arges GmbH den Remote Welding Elephant auf der Lasys 2008 vor.

Stuttgart (co) – Vom 4. bis 6. März 2008 findet auf dem neuen Messegelände in Stuttgart die Lasys statt. Sie ist die erste internationale Fachmesse für Lasersysteme in der Materialbearbeitung, die explizit anwendungsorientiert demonstriert, was Lasersysteme können und wo sie in der Materialverarbeitung wirtschaftlich eingesetzt werden können, wie es in einer Mitteilung der Messe Stuttgart heißt.

Derzeit wird die Laser-Makrobearbeitung hauptsächlich noch von Laser-Schneideanlagen dominiert. Im Laserschneiden von Metallen und Kunststoffen hat auch die Robot-Technology GmbH ihren Schwerpunkt liegen. Das Unternehmen wird im Bereich Faserlaser mit robotergeführter 3D-Beschnitttechnik auf der Lasys 2008 aufwarten sowie mit dem Scanner-Roboter, der nach Aussage des Unternehmens eine neue Düsenwechselstation besitzt, die Zeitersparnisse bringt.

„Prozesse, die früher mit Stanzen oder anderen Schneidverfahren durchgeführt wurden, können nun effizienter realisiert werden. Das eröffnet auch neue Anwendungsfelder wie das Schneiden von Konturen an Stoßfängern im lackierten Zustand mit unserer Scanner-Variante“, sagt Stefan Maier, Geschäftsführer der Robot-Technology GmbH.

Laserschneidsysteme mit hoher Dynamik

Wenn es um Laserschneidsysteme für SMT-Schablonen geht, so hat die Lpfk Laser & Electronics AG mit dem neuen Lpfk StencilLaser G 6080 auf der Lasys 2008 etwas zu bieten: „Ein neues Maschinendesign und der Leichtbau mit Carbonfaser-Werkstoff ermöglichen eine hohe Dynamik. Bei bekannter Präzision arbeitet das System bis zu 50% schneller als bisherige Stencil Laser und ist derzeit das produktivste Schablonenschneidsystem auf dem Markt“, meint Sebastian Gerberding vom Vertrieb Stencil Laser der Lpfk Laser & Electronics AG.

Bei der Entwicklung wurde nach Angaben des Unternehmens Wert auf einfache Bedienbarkeit gelegt. Eine neuartige Beladungsroutine verkürze das Einrichten der Maschine zum Schneiden von gerahmten und losen Schablonentafeln. Der große Arbeitsbereich von 600 mm × 800 mm erlaube es, zwei Stencils in einem Arbeitsgang zu schneiden.

Effiziente Laser-Bearbeitungszentren auf der Lasys

Im Bereich Laserschweißen stellt die Arges GmbH den Remote Welding Elephant auf der Lasys 2008 vor. Dabei ist die Strahlablenkung laut Arges hinter der Fokussiereinrichtung angeordnet. Sie ermögliche in ihrer motorisierten Ausführung mit einem schnellen, präzisen und zwangsgeführten Galvanometerantrieb die beugungsbegrenzte Strahlaufweitung. So lassen sich den Angaben zufolge die Fokusdurchmesser auf dem Werkstück einstellen und damit neue 3D-Anwendungen einführen.

Ein Trend zu mehr Flexibilität und gesteigerter Wirtschaftlichkeit ist bei Laser-Bearbeitungszentren zu erkennen. Die Erlas – Erlanger Lasertechnik GmbH setzt bei ihren flexiblen Multiachs-Laser-Bearbeitungszentren nach eigenen Angaben auf fasergestützte Lasersysteme wie etwa Scheibenlaser, Faserlaser oder fasergestützte Diodenlaser.

Die Bearbeitungszentren von Erlas können für Aufgaben wie Schweißen, Beschichten oder Härten ausgelegt werden. Auf der Lasys 2008 stellt Erlas einen Bearbeitungskopf für temperaturgeregeltes Laserstrahlhärten mit fasergestützten Lasersystemen bis zu einer Leistung von 6 kW vor. Das System lasse sich schnell zum Auftragsschweißen umrüsten.

Baukastensystem für Laser-Anlagen

Aufgrund des Baukastensystems Variomodul ist die Sitec Industrietechnologie GmbH eigenen Angaben zufolge in der Lage, anwendungsspezifische Laser-Bearbeitungsanlagen in kurzer Zeit zu planen, zu entwickeln und auszuführen, egal ob es Aufgaben wie Laserschneiden, -schweißen, -härten oder -bohren betrifft.

Auf der Lasys 2008 wird das Unternehmen Anlagen für die Laser-Materialbearbeitung präsentieren. Dazu gehört die Standard Laser Work Station LWS Variomodul mit Rundschalttisch. Dabei können je nach Arbeitsaufgabe zwei bis vier Spannvorrichtungen angeordnet werden. Das Konzept erlaube unterschiedliche Achskonfigurationen (3 bis 5 NC-Achsen) für die Laserbearbeitung sowie die Integration unterschiedlicher Laserstrahlquellen.

Lasertechnik im Anwendungssektor nichtmetallischer Stoffe

Die Laserbearbeitung nichtmetallischer Werkstoffe steigt nach Aussagen von Experten rasant an. Auch auf der Lasys 2008 wird dieses Thema im Brennpunkt stehen. „Das Laserschweißen von Kunststoffen bietet als relativ junges Verfahren enormes Entwicklungspotential“, bestätigt Frank Brunnecker, Bereichsleiter des Geschäftsbereichs Kunststoffschweißen der Lpfk Laser & Electronics AG.

Zwei wichtige Trends seien dabei zu beobachten: Zum einen entdecke der wachsende medizintechnische Bereich die gute Fokussierbarkeit für Anwendungen in der Mikrofluidik. Zum anderen sei ein Trend im Automobilbau hin zu großen dreidimensionalen Baugruppen - etwa Heckleuchten - zu erkennen.

Der Mitteilung der Messe Stuttgart zufolge sind Laserexperten überzeugt, dass entscheidende Vorteile der Lasertechnik wie gute Dosierbarkeit der Energie, gute Möglichkeiten zur Prozessüberwachung oder der Sauberkeit dazu führen werden, dass sich die Lasertechnik weiter in dem Anwendungssektor nichtmetallischer Werkstoffe verbreiten wird.

Laser-Mikrobearbeitung auf der Lasys 2008

Etwa ein Viertel der weltweiten Nachfrage nach Lasersystemen in der Materialbearbeitung fiel nach Aussage der Messe Stuttgart im Jahr 2006 der Laser-Mikrobearbeitung zu. Die kontaktfreie Materialbearbeitung mittels Laser sei dabei am besten geeignet.

Unterschiedliche Techniken der Laser-Mikrobearbeitung ermöglichten die Herstellung von komplexen Geometrien und garantierten dabei ein Maximum an Genauigkeit, hohe Aspektverhältnisse und beste Kantenqualität bei möglichst hohen Materialdurchsätzen.

„Der Trend geht dabei zu immer schneller arbeitenden Systemen, die den Forderungen der Industrie nach höherer Zuverlässigkeit, hohen Durchsätzen, preisgünstiger Produktion und mehr Flexibilität im Produktionsprozess nachkommen“, meint Mandy Möckel vom Marketing der 3D-Micromac AG.

Diesem Trend folgend hat die 3D-Micromac AG das Laser-Bearbeitungssystem Micro Spin zur Ablation von Dünnschichten auf flexiblen Substraten entwickelt, das auf der LASYS 2008 vorgestellt wird. Nach Unternehmensangabe können damit flexible Substrate wie Papier oder Folie bearbeitet werden, aber auch Schichten mit unterschiedlichen Eigenschaften etwa Solarzellen, Sensoren, Aktuatoren und Elektronik – alles auf Polymerbasis.

Die Besonderheit dieser Laseranlage liege in der Bearbeitung der Substrate mittels Laser während des kontinuierlichen Wickelvorgangs von Rolle zu Rolle, sozusagen „on the Fly“. „Dadurch ist es möglich, unseren Kunden Maschinen anzubieten, die in der Lage sind, hohe Stückzahlen bei niedrigen Herstellkosten zu fertigen“, sagt Möckel.

Gemeinschaftsstand „Baden-Württemberg“ auf der Lasys

Ein weiteres Highlight der Lasys 2008 stellt der Gemeinschaftsstand „Baden Württemberg“ dar, der gemeinsam von Baden-Württemberg International und dem baden-württembergischen Kompetenznetz Optische Technologien Photonics BW e.V. organisiert wird.

Auf rund 100 m2 haben kleinere Unternehmen und Start-ups sowie Institute von Universitäten und Hochschulen aus Baden Württemberg die Gelegenheit, ihre Innovationen zu präsentieren. Außerdem wird die Landesstiftung Baden Württemberg GmbH auf dem Gemeinschaftsstand zahlreiche Forschungsprojekte vorstellen.

Einsteigerseminar für Laser-Materialbearbeitung

Erstmals werden auch die Stuttgarter Lasertage, die vom Institut für Strahlenwerkzeuge sowie von der Forschungsgesellschaft für Strahlwerkzeuge veranstaltet werden, im Rahmen der Lasys 2008 stattfinden. Ferner wird am 4. März von 10 bis 13 Uhr im Internationalen Congress Center Stuttgart ein Einsteigerseminar für Lasermaterialbearbeitung sein Debüt geben. Und am 3. März, am Vortag des Messebeginns, richtet die Wissenschaftliche Gesellschaft Lasertechnik e. V. auf dem neuen Stuttgarter Messegelände die WLT-Laser-Summerschool 2008 aus.

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