03.09.2008 | Redakteur: Jürgen Schreier
Mehr als drei Dekaden zierte ein Relief mit einem überdimensionalen Karl-Marx-Porträt das Rektoratsgbäude der Universität Leipzig. Mit dem Abriss der Immobilie musste der 33 t schwere Bronzeguss weichen und wurde damals mit einer Kjellberg-Plasmaschneidanlage in vier Teile erlegt. Jetzt ist das Relief „Aufbau“ am neuen Standort am zentralen Campus Jahnallee wieder installiert worden.
Als Generalauftragnehmer hatte sich Ullrich Kühne, Geschäftsführer der Lauchhammer Kunstguß GmbH & Co. KG, die das Relief wieder komplettierte, im November 2007 an Kjellberg Finsterwalde gewandt mit der Bitte um technische Unterstützung bei der Installation des Bronzegusses. „Obwohl das Relief von 1970 bis 1973 bei uns in Lauchhammer gegossen wurde und wir wie kaum ein anderes Unternehmen die Beschaffenheit des Materials kennen, haben wir uns mit der Aufgabe des Trennens und Fügens an Kjellberg Finsterwalde gewandt. Dort wird nicht nur die Technik für derartige Aufgaben hergestellt, sondern man verfügt ebenso über das notwendige Know-how“, betont Kühne.
Zahlreiche Probeschweißungen und die Beschaffung eines Spezialschweißdrahtes waren im Vorfeld erforderlich, um beste Schweißergebnisse zu erzielen, ohne die Gesamtoptik der Bronzeplastik zu beeinträchtigen. In 180 Arbeitsstunden wurde das Relief zunächst liegend gerichtet und mittels Impulsschweißung verbunden. Dafür kam Kjellberg MIG-Schweißtechnik zum Einsatz. Anschließend wurde das 33-t-Werk der Künstler Rolf Kurt, Prof. Klaus Schwabe und Prof. Frank Ruddigkeit per Kran in die zuvor gefertigte Stützkonstruktion gehoben und installiert. „Nach dem Verschweißen der Kranösen sowie der anschließenden Patinierung und Reinigung ist nur noch schwer zu erkennen, dass das Marx-Relief einmal getrennt war“, versichert Kjellberg Schweißtechniker Bernd Peschke.
Bis zur offiziellen Einweihung des Kunstwerkes mit dem Titel „Karl Marx und das revolutionäre weltverändernde Wesen seiner Lehre“ werden noch Verkleidungs- und Sicherungsarbeiten durchgeführt. Ergänzt wird die Plastik um eine Informations- und Bildtafel, die geschichtliche Hintergründe zur Entstehung und Bedeutung liefert.
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