VDW

Verband erwartet stark rückläufige Werkzeugmaschinenproduktion

25.06.2009 | Redakteur: Jürgen Schreier

Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie sieht sich international bestens positioniert. Springt die Nachfrage wieder an, wird sie davon profitieren, ist man in der Branche überzeugt. Bild: Gildemeister

Dramatisch ist die Entwicklung im deutschen Werkzeugmaschinenbau. Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken erwartet für 2009 einen Rückgang der Produktion um voraussichtlich 40%. Das Produktionsniveau würde damit auf das Niveau von 1999 sinken.

„Unsere Industrie war insbesondere in den beiden letzten Jahren in einer Ausnahmesituation“, kommentiert VDW-Vorsitzender Carl Martin Welcker die aktuelle Lage. So sei die internationale Nachfrage nach Produktionstechnik im Vertrauen auf immer weiter wachsende Märkte zuletzt auf Rekordniveau gestiegen. Viele weltweit tätige Großanwender hätten vorsorglich ihre Produktionskapazitäten stark erweitert, um international Marktanteile zu gewinnen. Diese „Nachfrageblase“ sei Ende letzten Jahres – ausgelöst durch die Finanzkrise – geplatzt, was zu einem heftigen Auftragseinbruch in der deutschen Werkzeugmaschinenindustrie geführt habe.

Cash ist king – Unternehmen müssen Liquidität sichern

Die Werkzeugmaschinenindustrie sei jedoch entscheidend für die industrielle Produktion, da die als „Enabler“ mit leistungsfähiger Technik dafür sorge, dass neue Produktenauf den Markt kommen können. „Für den Produktionsstandort Deutschland ist es daher immens wichtig, dass die Kette zwischen Anwendern, Ausrüstern aus der Werkzeugmaschinenindustrie und Zulieferern gesichert wird“, verdeutlicht der VDW-Vorsitzende die derzeitige Herausforderung.

Schließlich begründe die Leistungsfähigkeit der gesamten Lieferkette letztlich die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft – von der Automobilindustrie über den Maschinenbau bis hin zu Luft- und Raumfahrt, Elektrotechnik sowie Metallherstellung und Metallbearbeitung. In der nächsten Zeit komme es vor allem darauf an, dass den mittelständischen Unternehmen genügend Liquidität zu erschwinglichen Konditionen zur Verfügung stehe, damit Aufträge, aber auch Forschung und Entwicklung finanziert werden könnten, so Welcker. Das gelte sowohl für die Werkzeugmaschinenbauer selbst als auch die kleinen und mittelständischen Kunden der Werkzeugmaschinenindustrie.

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