MAG-Schweißen

Kran-Giganten verlangen einen sicheren Schweißprozess

05.11.2010 | Autor / Redakteur: Dieter Schnee / Dietmar Kuhn

Bei Mobilkranen ist Liebherr Weltmarktführer und hat entsprechend hohe Ansprüche an das Schweißen.

Immer dann, wenn ein neuer Krantyp die Liebherr-Werke Ehingen GmbH verlässt, haben Entwickler im Vorfeld 25000 Stunden Know-how eingebracht und Facharbeiter über 20000 Einzelteile gefügt. Der vor 41 Jahren gegründete Kranbauer ist heute international Marktführer mit Mobil- und Raupenkranen: Weit über 20000 wurden bisher ausgeliefert. Bei All-Terrain-Kranen beträgt der Weltmarktanteil über 40%.

Das Erfolgsrezept der Ehinger ist „Sorgfalt und Qualität“. Sorgfalt und Qualität, die das komplexe Zusammenspiel von Mechanik, Hydraulik, Elektronik, Software und tonnenweise hochfestem Feinkornbaustahl zuverlässig ermöglichen. So ist es auch der starke Fokus auf die Qualität, der in der Produktion stets für Innovation in Form modernster Fertigungsverfahren sorgt – auch im Sinne der Produktivität, von der die Unternehmensspitze sagt: „Produktivität ist eine Wissenschaft.“

Kranbauer setzt auf fortschrittliches MAG-Schweißverfahren

Seit geraumer Zeit setzt auch Liebherr zum Schweißen der unzähligen Bleche und Rohre für die hoch belastbaren Teleskop- und Raupenkrane auf das derzeit fortschrittlichste MAG-Verfahren Force-Arc (Force-Arc ist ein geschütztes Warenzeichen) von EWM aus Mündersbach. Außer dem angestrebten Zugewinn an Prozesssicherheit brachte die Investition dem Kranbauer nahezu überraschend eine Reihe weiterer Vorteile.

Welchen Anteil das thermische Fügen an der Gesamtfertigung hat, zeigt allein die Anzahl hochqualifizierter Schlosser und Schweißer mit Prüfzeugnissen nach DIN EN ISO 287. 1230 Facharbeiter fertigen täglich in zwei Schichten.

Damit sich Qualität, Produktivität und Fortschritt bei den komplexen Arbeiten stets weiterentwickeln, setzt Liebherr auch bei der Schweißaufsicht auf eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Neugier. Vier Mitarbeiter kümmern sich mit viel Engagement um alle Belange rund um die perfekte Schweißnaht.

MAG-Schweißen sowohl manuell als auch mit Schweißrobotern

Das ausschließliche Fügeverfahren in der Fertigung ist das Metall-Aktivgas-Schweißen (MAG), sowohl manuell als auch automatisiert mit Schweißrobotern. „Alle Nähte, die für die Statik der Krane relevant sind, werden nach Vorgabe der Konstruktionszeichnung einer Ultraschall- und Oberflächenrissprüfung unterzogen“, erklärt Schweißfachingenieur (IWE) Dipl.-Ing. Reinhard Örtl, Vorgesetzter des Teams Schweißaufsicht.

„Generell geschieht dies an allen tragenden Baugruppen – ob für Mobil- oder Raupenkrane, ob an Teleskop- oder Gitterauslegern. Da beim herkömmlichen MAG-Schweißen prozessbedingt immer auch Bindefehler auftreten können, ist das gewissenhafte Prüfen unerlässlich. Wird eine noch so kleine Ungänze entdeckt, bedeutet dies: Die Schweißnaht muss komplett ausgefugt – abgetragen – werden. Ein Faktor, der unserem Sicherheits- und Qualitätsstreben zwar Rechnung trägt, der Produktivität jedoch sehr abträglich ist“, wie Örtl weiter berichtet.

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