Schweißtechnik

Punktgenaue Schweißungen mit gepulster Laserbearbeitungsanlage

10.08.11 | Autor / Redakteur: Michael Schneider / Rüdiger Kroh

Bei filigranen Arbeiten und anspruchsvollen Werkstoffen können Dauer, Form und Modulation des Lasers gezielt an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. (Bild: Schunk)
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Bei filigranen Arbeiten und anspruchsvollen Werkstoffen können Dauer, Form und Modulation des Lasers gezielt an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. (Bild: Schunk)

Bei einer Laserbearbeitungsmaschine mit gepulstem Nd:YAG-Laser kann mit der Pulsmodulation der Wärmeeintrag ins Material gezielt gesteuert werden. So wird bei der Bearbeitung spröder Materialien der Aufwand für Nacharbeiten minimiert. Draht statt Pulver als Zusatzwerkstoff ermöglicht einen feineren Materialauftrag.

Schweißen und Ästhetik – bei der Reichle GmbH in Bissingen gehört beides zusammen. Der Spezialist für Gravuren jeglicher Art, Laserschweißen und Oberflächentechnik ist bei Werkzeug- und Formenbauern sowie bei Unternehmen aus der Automobil-, Medizintechnik-, Kunststoff- und Luftfahrtindustrie gefragt, wenn es knifflig wird und ums Detail geht.

Neuer Laser steigert Qualität

Mit der teilautomatisierten Laserbearbeitungsmaschine PSM 400 von Schunk wurde der Maschinenpark weiter ausgebaut. Ein Nd:YAG-Laser mit individueller Pulsformung und einer Pulsdauer bis 100 ms sowie eine effiziente Teachfunktion machen auch bei anspruchsvollen Werkstoffen ein zügiges, genaues und wirtschaftliches Arbeiten möglich.

In der Vergangenheit wurden bei Reichle auch mit anderen Lasern die meisten Kundenanforderungen erreicht, mit der PSM 400 aber ist die Qualität der Ergebnisse nochmals deutlich gestiegen. Es geht um die Perfektion im Detail, nicht um das Erfüllen von Mindestanforderungen. Mit der Laserbearbeitungsmaschine sind selbst bei anspruchsvollen Legierungen rissfreie, druckdichte und nicht rostende Schweißungen möglich.

Pulsmodulation steuert Wärmeeintrag des Lasers ins Material gezielt

Der gepulste Nd:YAG-Laser SLS 200 CL60 von Lasag verfügt über eine mittlere Leistung von 220 W. Mithilfe der Pulsmodulation kann der Wärmeeintrag ins Material gezielt gesteuert und der Schweißprozess an die Erstarrungscharakteristik der Werkstoffe angepasst werden. Insbesondere bei der Bearbeitung spröder Materialien, wie etwa bei Gussteilen, hochkohlenstoffhaltigen Stählen und Superlegierungen, profitieren Anwender von dem überlangen Laserimpuls, der die Schweißbarkeit verbessert und den Aufwand für Nacharbeiten minimiert.

Während die meisten Nd:YAG-Laser am Markt nur Laserimpulse zwischen 20 und 60 ms ermöglichen, setzt die PSM 400 mit 100 ms Maßstäbe. Um das Schmelzbad zu stabilisieren, kann zudem der Pulsverlauf geformt und an das Absorptionsverhalten des Werkstoffs angepasst werden. Verglichen mit einem konventionellen Rechteckpuls lassen sich auf diese Weise deutlich bessere Ergebnisse erzielen.

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