Werkzeuge

Absatzzuwächse im Inland und Exportgeschäft

02.04.2007 | Autor / Redakteur: Lothar Handge / Jürgen Schreier

Matthias Hoffmann, Fachverband Werkzeugindustrie e.V.: „Neben dem Export hat im Jahr 2006 auch die starke Inlandsnachfrage zu einer positiven Entwicklung beigetragen“.

„Die Nachfrage auf dem heimischen Markt hat 2006 deutlich angezogen“. Matthias Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Werkzeugindustrie e.V. (FWI) konnte auf dem Fachpressetag

„Die Nachfrage auf dem heimischen Markt hat 2006 deutlich angezogen“. Matthias Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des Fachverbandes Werkzeugindustrie e.V. (FWI) konnte auf dem Fachpressetag Ende März am Verbandssitz in Remscheid überwiegend positive Nachrichten verkünden. Auf dem härtesten Werkzeugmarkt der Welt konnten die deutschen Hersteller ihren Umsatz um 12,8% erhöhen.

„Neben dem Export, der seit Jahren Motor des Branchenwachstums ist, hat im Jahr 2006 damit auch die starke Inlandsnachfrage zu einer positiven Entwicklung beigetragen“, erklärte Hoffmann. Insgesamt steigerte die deutsche Werkzeugindustrie ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 11,9% auf 3,4 Mrd. Euro.

Werkzeugproduktion um 8,6% gestiegen

In den ersten neun Monaten des Jahres 2006 konnten die deutschen Hersteller Werkzeuge im Wert von 2,2 Mrd. Euro ausführen – eine Steigerung um 8,6%. „Für das Gesamtjahr rechnen wir mit einer Erhöhung der Exporte um knapp über 10%“, ergänzte FWI-Geschäftsführer Rainer Langelüddecke. Rund 60% der Gesamtausfuhr fließen in die EU-Mitgliedsstaaten. Nach Europa sind die USA mit einem Anteil von 8% an der Gesamtausfuhr der wichtigste Absatzmarkt für die deutsche Werkzeugindustrie. „Aufgrund der Dollarabwertung sind die Exporte dorthin im vergangenen Jahr aber um 1,6% zurückgegangen“, erläuterte Matthias Hoffmann.

China – ein attraktiver Absatzmarkt für deutsche Werkzeuge

Deutlich erfreulicher verlief mit einem Zuwachs von knapp 11% der Export in die Länder Asiens. Vor allem China ist für die Branche ein interessanter Markt. Einige Jahre lang könne man sogar noch Standardwerkzeuge dorthin liefern, meinte Hoffmann: „In den nächsten fünf Jahren müssen wir dort aber unsere Markennamen etablieren, um später Spezialwerkzeuge verkaufen zu können“. Ebenfalls hervorragend entwickeln sich aufgrund von Investitionen in die Infrastruktur die Märkte in den osteuropäischen Staaten und in Russland.

Die Werkzeugimporte stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2006 im Vorjahresvergleich um 10,5% auf 1 Mrd. Euro. Auf asiatische Werkzeugeinfuhren entfallen mittlerweile fast 40% des Gesamtimports. Dabei führt die Volksrepublik China mit einem Anteil von 21% wieder die Liste der wichtigsten Einfuhrländer an. Hoffmann dazu: „Die Importe aus China stiegen in den ersten neun Monaten um knapp 23% und erreichten damit einen Wert von 219 Mio. Euro“. Handwerkzeuge nehmen dabei den Löwenanteil der Importe nach Deutschland ein. Nicht selten handelt es dabei um Plagiate, die zusammen mit den gestiegenen Rohmaterialpreisen und den Zöllen – laut Rainer Langelüddecke „ein Handelshemmnis ersten Ranges“ – zu den größten Problemen der Branche gehören.

Für 2007 gibt man sich der Werkzeugverband optimistisch

Für das laufende Jahr gibt man sich im Verband optimistisch: „Wenn die Binnenkonjunktur sich nicht verlangsamt und keine starken Bewegungen auf der Rohmaterialseite eine neue Ausgangslage schaffen, wird die Werkzeugindustrie auch im Jahr 2007 einen fortsetzenden Aufwärtstrend erleben“, prognostizierte Hoffmann. Dann könne auch mit einem weiteren Aufbau von Arbeitsplätzen in der mittelständisch geprägten Werkzeugbranche gerechnet werden, die in den letzten zehn Jahren durch Rationalisierungen und verstärkte Automation ihre Produktivität je geleistete Arbeitsstunde um rund 6% erhöhte.

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