Stanz- und Umformautomat

Saxonia-Franke ordert zweite Presse mit Servodirektantrieb

17.06.2008 | Redakteur: Stéphane Itasse

Kurz nachdem Schuler Anfang 2007 seine neuen Stanz- und Umformautomaten mit Servoantrieb präsentiert hatte, ging die erste Anlage in Betrieb. Als erster Kunde investierte Saxonia-Franke in die neue Technik. Die um bis zu 40% gesteigerte Ausbringungsleistung veranlasste das Unternehmen, ein Jahr nach Inbetriebnahme der ersten Anlage den zweiten Stanz- und Umformautomaten bei Schuler zu bestellen.

Saxonia-Franke hat sich unter anderem auf die Entwicklung und Produktion komplexer Befestigungs- und Sicherungselemente für die Automobil-, Elektro- und Bauindustrie spezialisiert. Eine entscheidende Rolle für die wirtschaftliche Fertigung dieser komplexen Präzisions-Stanz-Biegeteile spielen die Umformanlagen. Je höher die Qualität der gefertigten Teile und je breiter das Teilespektrum ist, das mit einer Anlage hergestellt werden kann, umso schneller amortisieren sich die Investitionskosten, wie Schuler berichtet.

Stanz- und Umformautomat bietet hohe Ausbringungsleistung

„Ein zentrales Kriterium bei der Beschaffung der ersten Anlage war neben der höheren Ausbringungsleistung die Flexibilität durch die frei programmierbare Stößelkinematik“, sagt Wolfgang Faul, Fertigungsleiter von Saxonia-Franke, zu einem wesentlichen Vorteil der neuen Servotechnik. Im harten Praxiseinsatz habe sich gezeigt, dass die Technik hält, was sie verspricht.

Der zweite Stanz- und Umformautomat soll Anfang September 2008 bei Saxonia-Franke in Betrieb gehen. Ein wesentlicher Grund für die kurze Lieferzeit des Anlagentyps ist der modulare Aufbau aus Standardkomponenten sowie die auftragsunabhängige Auflage von verschiedenen Maschinentypen. Auch der von Saxonia-Franke bestellte Stanz- und Umformautomat wird aus einer auf Vorrat produzierten Basismaschine fertig gestellt.

Stanz- und Umformautomaten schnell verfügbar

Damit steuert Schuler nach eigenen Angaben dem Trend von wachsenden Lieferzeiten entgegen. Das erfülle den Bedarf der Kunden nach schnell verfügbaren Umformanlagen, wie Uwe Rosenauer, Vertriebsingenieur bei Schuler, erläutert: „Das entscheidende Stichwort für unsere Kunden ist Flexibilität. Somit müssen unsere Kunden in der Lage sein, schnell und in hoher Stückzahl, qualitativ hochwertige Teile zu fertigen.“

Allerdings nehme dabei der Anteil der über einen langen Zeitraum gefertigten Gleichteile immer stärker ab, sagt Rosenauer weiter. Stattdessen prägten kurze Produktionszyklen mit vielen verschiedenen Teilen den Markt. Genau auf diese Anforderungen habe Schuler die neue Pressengeneration zugeschnitten.

Bei dem neuen Stanz- und Umformautomaten für Saxonia-Franke handle es sich wie bei seinem Vorgänger um eine Anlage mit einer Presskraft von 400 t. Die Tischfläche beträgt 3,05 x 1,40 Meter. Die Presse ist mit einer Bandanlage und Schuler-Vorschubsystem ausgerüstet.

Servotechnik mit Tryout-Funktion verkürtzt Einarbeitungszeit des Stanz- und Umformautomaten

Für die Umformung nutzt Saxonia-Franke den Angaben zufolge fast ausschließlich selbst entwickelte und gebaute Folgeverbundwerkzeuge. Auch zur Verkürzung der Einarbeitungszeit trage die Servotechnik mit ihrer Tryout-Funktion bei. So ist es laut Schuler beispielsweise möglich, den Stößel mit einem Handrad gradweise oder kontinuierlich auf und ab zu bewegen und genau zu positionieren oder eine vorausgewählte Presskraft einzustellen.

Die Stößelbewegung ist dabei in jedem Punkt umkehrbar. Mit der Quick-Lift-Funktion kann der Anwender den Stößel beim Einrichten bei Bedarf jederzeit zum oberen Totpunkt fahren.

Durch die freie Programmierung der Bewegungskurven kann die Presse außerdem schnell für die Produktion unterschiedlicher Bauteile konfiguriert werden. Die individuellen Kurven werden in einer Werkzeugdatenbank abgelegt und sind bei einem Werkzeugwechsel schnell wieder verfügbar. Dadurch verkürzen sich Einricht-, Rüst- und Nebenzeiten.

Stanz- und Umformautomat mit komfortabler Bedienung

Dabei unterstützt den Anwender die Visualisierung des Stanz- und Umformautomaten, heißt es. Die komfortable Bedienung verkürze den Weg vom Try-out beziehungsweise der Einarbeitung bis zur Serienfertigung von Gutteilen.

Die Pressentechnik in Servoausführung steht mit Presskräften von 250 bis 3200 t zur Verfügung. Ein umfassendes Paket an Service-Leistungen – von der Wartung und Instandhaltung über Finanzierungsmodelle bis hin zur Rücknahme oder Nachrüstung von Gebrauchtmaschinen – rundet das Angebot um die neue Pressenbaureihe ab. Seit Einführung Anfang 2007 hat Schuler über 30 Servopressen an die Automobilzuliefer-, Hausgeräte-, Elektronik- und Möbelindustrie verkauft.

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