12.02.2010 | Autor / Redakteur: Mike P. Gruner / Annedore Munde

Mechanische Pressen waren bisher weitestgehend starr in der Position der Umkehrpunkte und der Stößelbewegungscharakteristik. Es stand ebenso nur ein schmaler Nutzbereich für die Umformkraft zur Verfügung. Auch die Werkzeugentwicklung erfolgte nach diesen Gegebenheiten. Ein neuer Pressenantrieb setzt jetzt Akzente.
Das Entwicklungsziel eines neuen, unter Produktionsbedingungen nutzbaren Pressenantriebes lag nicht nur ausschließlich in der Effizienzerhöhung und der Hubzahlsteigerung, sondern in der Erhöhung der Präzision und der flexiblen Anpassbarkeit des Hubes und der Stößelbewegung an den Umformprozess. Eine servomotorisch angetriebene Presse mit Rollgewindetrieben erfüllt diese Ziele und stellt damit ein wertvolles Instrument zur effizienten Entwicklung und Fertigung von Umformteilen in einem breiten Spektrum zur Verfügung.
In der Konzeption des Antriebes ist ein auf das Wesentliche reduzierter Antriebsstrang entwickelt worden, der auf ein minimales Massenträgheitsmoment optimiert wurde, um dem System hohe Dynamik zu verleihen. Spielbehaftete Bauteile werden vermieden, was vor allem die Verschleißfestigkeit und die Präzision erhöht.
Der Rollgewindetrieb ist ein Bauteil, welches eine Kombination aus Planetengetriebe und Wälzlager darstellt und keine Selbsthemmung besitzt (Bild 1).
Ein Festfahren oder Verkeilen bei Überbelastung der Presse ist nicht möglich. Erfahrungen im Betrieb solcher und ähnlicher Getriebe bestehen seit Jahrzehnten. Die Rollbewegungen und die großen Flächenkontakte zur Verteilung der Kräfte führen zu einer langen Lebensdauer, die der gesamten Presse entspricht.

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