Ucimu

Italiens Werkzeugmaschinenbau schafft die Trendwende

03.05.2010 | Redakteur: Stéphane Itasse

Um den Aufschwung in der italienischen Werkzeugmaschinenindustrie aufrecht zu erhalten, fordert Ucimu-Präsident Giancarlo Losma Unterstützung von Politik und Banken. Bild: MM-Archiv

Italiens Werkzeugmaschinen- und Roboterhersteller sind wieder im Aufwind. Der Index der Werkzeugmaschinen-Bestellungen hat im ersten Quartal 2010 einen Zuwachs um 15,2% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres verzeichnet, wie der Verband der Werkzeugmaschinen- und Roboterhersteller Ucimu – Sistemi per Produrre mitteilt, und erreichte einen Wert von 94,8 (Basis 2005=100).

Nach sechs aufeinander folgenden Quartalen des Rückgangs werde die Trendumkehr jetzt deutlich, so der Verband. Anders als es aus der Erhebung zum vierten Quartal 2009 (wir berichteten) hervorging, betrifft das Auftragsplus sowohl den Inlands- wie auch den Auslandsmarkt. Bei den Auslandsaufträgen gab es laut Ucimu eine Zunahme um 18,5% zum Vergleichszeitraum des Vorjahres. Aus dem Inland kamen 10% mehr Bestellungen.

Damit liegt der Index-Wert für die Auslandsorders bei 106,9. Dieser Stand ist laut Ucimu noch immer unter dem im ersten Quartal 2005. Der Vergleich mit dem Zweijahreszeitraum 2007/2008 verdeutliche jedoch das Ausmaß der Erholung der Bestelleingänge: Der absolute Wert des ersten Quartals 2010 liegt um 40% unter den in den zwei Jahren vor der Krise gemessenen Werten.

Im Inland habe sich der positive Trend fortgesetzt, den die Hersteller schon Ende 2009 festgestellt hatten. Der Index der inländischen Bestellungen stieg auf 70,1. „Diese Daten sind die Bestätigung für die Trendumkehr, die wir Unternehmer seit vergangenem November beobachten”, sagte Ucimu-Präsident Giancarlo Losma. Besonders ermutigend sei die Entwicklung auf den Auslandsmärkten. Der Index der Bestellungen aus dem Ausland bekomme endlich wieder ein positives Vorzeichen und bekräftige damit die positive Entwicklung der globalen Wirtschaftslage.

Allerdings sei die Situation für die italienischen Hersteller nach wie vor schwierig, wie Losma weiter erläuterte: „Was Sorgen macht, ist die Mäßigkeit des Aufschwungs, eines Aufschwungs, der unter anderem gewiss von der Tremonti-Ter-Regelung profitiert, die nach jetzigem Stand mit dem kommenden 30. Juni fallen soll.” Das Instrument erlaubt die steuerliche Absetzbarkeit reinvestierter Gewinne und ist laut Ucimu-Präsident für die Stützung der Nachfrage essenziell.

„Daher verlangen wir von den Regierungsstellen die Verlängerung der Tremonti-Ter-Regelung bis Ende 2010 und sind außerdem überzeugt, dass dieses Instrument nicht allein zur Ankurbelung der Nachfrage nach Investitionsgütern beitragen wird, sondern von strategischer Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit der Industrie unseres Landes ist“, forderte Losma.

Zuversichtlich zeigte sich der Verbandspräsident für die anstehenden Werkzeugmaschinen-Messen in Italien: Die 27. Bimu/Sfortec, die von Ucimu gefördert wird, werde im kommenden Oktober ihren Beitrag leisten, indem sie Anwender aus allen Teilen der Welt nach Mailand bringt.

Die Unternehmen seien mit Blick auf die Zukunft zuversichtlich, das würden die Messeteilnehmerzahlen beweisen. Trotz der Marktschwäche hätten sich bis Ende April an die tausend Unternehmen angemeldet. „Diese Zahlen sind eine Garantie dafür, dass die Messe eine Menge dafür tun kann, die Werkzeugmaschinenbranche wieder zu stärken, die im Vorjahr ihre Investitionen in technische Innovation praktisch auf null gesetzt hat”, sagte Losma.

An die Banken appellierte Losma, bei den Entscheidungen über Finanzierungen für die Unternehmen ihre „kurzsichtige Haltung“ aufzugeben, die alleine auf der Bewertung der Unternehmensbilanz beruhe: „Heute ist es unerlässlich, dass die Kreditinstitute zeigen, dass sie auf lange Sicht zu handeln verstehen, indem das Projekt jedes einzelnen Unternehmens und das innovative Potenzial jeder neuen Lösung prüfen und damit den Unternehmen ermöglichen, am Aufschwung teilzuhaben, und dem Land den Verlust an Know-how und Wettbewerbsfähigkeit ersparen.”

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