10.02.11 | Redakteur: Stéphane Itasse
Der deutsche Maschinenbau entwickelt sich besser als erwartet. Im vergangenen Jahr stieg die Produktion um 8,8%, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilt; die Verbandsprognose lag nur bei 6%. Für 2011 sieht es sogar noch besser aus.
„Seit Sommer 2009 sehen wir beim Auftragseingang eine beispiellose Aufholjagd, die bislang lediglich in den Monaten September und Oktober 2010 durch eine kurze Atempause unterbrochen wurde“, sagte VDMA-Präsident Dr. Thomas Lindner bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes. Der Branchenumsatz stieg 2010 auf 174 Mrd. Euro (2009: 161,1 Mrd. Euro). Die Kapazitätsauslastung lag 2010 im Schnitt bei 79,8% (2009: 72,5%).
Hinter der Durchschnittsentwicklung der Maschinenbauindustrie verbirgt sich auf Fachzweigebene weiterhin eine breite Streuung. „So sind die Umsätze in einigen Maschinenbau-Branchen, wie beispielsweise Bau- und Baustoffmaschinen oder Druck- und Papiertechnik erst auf einen zaghaften Erholungskurs eingeschwenkt und weit entfernt von ihren Tops der Jahre 2006 bis 2008“, erläuterte der VDMA-Präsident.
Andere, wie Hütten- und Walzwerkseinrichtungen, Power Systems, Elektrische Automation oder Bergbaumaschinen hätten ihre ehemaligen Top-Levels dagegen bereits teils sehr deutlich übertroffen. „Sei es, weil sie als Anlagenbauer die Auftragspolster aus den Boomzeiten noch abarbeiten konnten. Sei es, weil viele Kunden nach der Krise sehr zügig zur Tagesordnung übergegangen sind und Engpässe bei der Versorgung schon wieder das Tagesgeschäft beherrschen“, wie Lindner erklärte.
Im Dezember 2010 hat der Auftragseingang mit real plus 44% über dem Ergebnis des Vorjahres deutlich Fahrt aufgenommen. Das Inlandsgeschäft stieg um 38%. Bei der Auslandsnachfrage gab es ein Plus von 46% im Vergleich zum Vorjahresniveau.
Im Dreimonatsvergleich Oktober bis Dezember 2010 ergibt sich insgesamt ein Plus von 40% im Vorjahresvergleich, bei den Inlandsaufträgen ein Plus von 29% und bei den Auslandsaufträgen ein Plus von 45%. Insgesamt haben die Maschinenbestellungen 2010 um real 36% zugelegt (Inland plus 29%, Ausland plus 39%).
Der Export lag 2010 geschätzt bei 123 Mrd. Euro (2009: 110,9 Mrd. Euro). Die Exportquote stieg 2010 auf 74,8% (2009: 73,6%). Deutsche Exporteure profitierten insbesondere von Chinas Wachstumsplänen. Der Absatz ins Reich der Mitte kletterte von Januar bis November 2010 um fast ein Drittel auf 13,7 Mrd. Euro (2009: 10,3 Mrd. Euro).
Bereits 2009 hatten die Chinesen die USA als wichtigster Absatzmarkt der deutschen Maschinenexporteure überholt. Die USA erhielten im gleichen Zeitraum (Januar bis November 2010) Lieferungen im Wert von 9 Mrd. Euro und landeten damit auf Platz 2, gefolgt von Frankreich (7,2 Mrd. Euro), Russland (5,2 Mrd. Euro) und Italien (4,9 Mrd. Euro). Die größten Exporteure sind die Maschinenbau-Branchen Antriebstechnik, Fördertechnik, Bau- und Baustoffmaschinen, Allgemeine Lufttechnik, und Armaturen
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