Schunk

Führerschaft im Präzisionsbereich

08.08.2006 | Redakteur: Josef-Martin Kraus

Im Zentrum ZEUS hat Schunk die technische Entwicklung, den Prototypenbau und die Versuchsabteilung zusammengefasst. Dadurch werden Synergien in der Forschung und Entwicklung geschaffen. Bilder: Schunk

Mit der Übernahme des Montagespezialisten Gemotec hat Schunk nicht nur das eigene Produktprogramm ergänzt und Synergieffekte geschaffen, wesentliches Ziel ist der Ausbau der Marktposition

Mit der Übernahme des Montagespezialisten Gemotec hat Schunk nicht nur das eigene Produktprogramm ergänzt und Synergieffekte geschaffen, wesentliches Ziel ist der Ausbau der Marktposition im Geschäftsbereich Automation. So sieht sich Schunk als Marktführer im Produktbereich Greifsysteme. Auch weltweit ist der Aufstieg gelungen. Ganz oben ist bereits der Geschäftsbereich Spanntechnik: „Wir sind weltgrößter Anbieter von Spannbacken“, sagt Markus Berger, Vertriebsleiter Spanntechnik bei der Schunk GmbH & Co. KG, Lauffen am Neckar. Ferner habe man in den Produktbereichen Dehnspanntechnik und Werkzeughaltersysteme „die technologische Führerschaft“. Im vergangenen Jahr erzielte Schunk einen Umsatz von 150 Mio. Euro. Die Exportquote beträgt 40%. Weltweit ist der Spezialist für Spann- und Automatisierungstechnik mit 20 Tochtergesellschaften und Vertretungen in 50 Staaten präsent. Man hat über 1350 Mitarbeiter, davon arbeiten 1150 in Deutschland.

Was ist das Erfolgsgeheimnis von Schunk? „Innovation, Fertigungsqualität und Produktivität“, antwortet Berger. Damit sei Schunk „ein weltweit anerkannter Partner für namhafte Unternehmen“ geworden. Infolge der dafür erforderlichen hohen Investitionsbereitschaft wird man in der Region Heilbronn-Franken auch als attraktiver Arbeitgeber angesehen. In den letzten zehn Jahren stieg die Anzahl der Mitarbeiter um das Dreifache – in einer Phase, in der sich Spann- und Greifsysteme als Schnittstelle zwischen Materialfluss und Werkstückbearbeitung herauskristallisierten. Wer heute Schnittstellen-Kompetenz hat, erschließt Rationalisierungspotenziale. Diese Kompetenz zeigt sich laut dem Vertriebsleiter zunehmend „in der Kombination mehrerer automatischer Handlingsfunktionen wie Spannen und Greifen“. Dabei geht der Trend zu kundenspezifischen Lösungen. In diesem Bereich stellt Berger „ein starkes Marktwachstum“ fest. So wurde bei Schunk das erste Halbjahr 2006 mit deutlichen Zuwächsen in der Spanntechnik abgeschlossen. Für dieses Jahr ist eine Umsatzsteigerung um 15% geplant.

Automationskomponenten wie Greifer, Linearsysteme und Roboterzubehör werden im Werk Brackenheim-Hausen hergestellt und vertrieben. Die Fertigungs- und Montageorganisation erfolgt nach den Kanban-Prinzip. Im Stammwerk Lauffen werden Spannmittel in Standard- und Sonderausführung gefertigt. Schunk hat rund 1200 verschiedene Standardbackentypen für Drehfutter im Programm. Man verfügt über das weltweit größte Angebot. Im Bereich Spanntechnik ist Schunk Komplettanbieter. Wegen der Zunahme kundenspezifischer Systeme wird auf Modularität gesetzt. Weitere Trends werden in der Nullpunktspanntechnik zur Reduzierung von Rüstzeiten (Schunk Unilock), im Anstieg der Leistungsfähigkeit der Werkzeughaltersysteme (Total Tooling) und in der Integration von Robotertechnik in Werkzeugmaschinen gesehen.

Um dabei dem Markt einen Schritt voraus zu sein, hat Schunk die technische Entwicklung, den Prototypenbau und die Versuchsabteilung zu einem Innovations-Center vereinigt. In diesem Zentrum für Entwicklung und Schulung ZEUS werden die Entwicklungszeiten für neue Produkte verkürzt und Synergien bei der Forschung und Entwicklung geschaffen.

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