Siemens A&D
Sinumerik als Kommunikationszentrale der Werkzeugmaschine
17.07.2007 | Redakteur/Autor: Alexander Strutzke
Die Werkzeugmaschinensteuerung Sinumerik 840D sl kann jetzt an Profinet angebunden werden. Als Profinet-Controller übernimmt die Sinumerik in der Maschine die Ansteuerung dezentraler I/O oder des Systems Sinamics S120 als Positionierantrieb. Es sind sowohl kabelgestützte Anbindungen als auch W-LAN-Kommunikation möglich.
Mit Profinet verfügen Werkzeugmaschinen über ein Echtzeit-Ethernet-System, das die Anforderungen aus IT, Automatisierung und Bewegungsführung erfüllen soll. Offene Standards erlauben die Kommunikation über W-LAN oder GPRS.
Mit Sinumerik 840D sl und Profinet können nach Herstellerangaben große Datenmengen bei geringen Zykluszeiten über einen Bus verwaltet werden. Für den Maschinenhersteller bedeute dies mehr Flexibilität durch modulare und mechatronische Maschinenkonzepte sowie eine leistungsfähige Kommunikation zu anderen Steuerungen, beispielsweise zu OPC-Servern oder dem Service-Programmiergerät.
Sinumerik in der Flugzeugindustrie
Komplexe und modulare Werkzeugmaschinen, zum Beispiel in der Flugzeugindustrie, können damit in ihrer großen Ausdehnung betrieben werden. Die Dimension der Werkstücke in der Flugzeugindustrie machen häufig den Einsatz verteilter Automatisierungskomponenten sowie intelligenter I/O und Positionierantriebe notwendig. Hier erlaubt die Anbindung über W-LAN die kabellose, gleichzeitige Übertragung der Diagnosedaten und die Darstellung wichtiger Betriebsparameter.
Modulare, objektorientierte Anlagenkonzepte werden über Profinet CBA unterstützt. Damit ist die Controller-Controller-Kommunikation zwischen Werkzeugmaschinen in Echtzeit möglich. Anlagen mit über hundert Werkzeugmaschinensteuerungen, die mittels Profinet CBA verbunden sind, werden derzeit installiert.
Sinumerik verschickt E-Mails
Mit GPRS können die Kommunikationsschnittstellen drahtlos an Remote-Servicezentralen angebunden werden. Anlagen und Maschinen sind so laut Siemens unabhängig vom Einsatzort kontrollierbar. Das erschließe zusätzliche Einsparpotenziale für den Betreiber, heißt es. Für die Steuerung Sinumerik wird das MD740-1-Modul aus dem Simatic Net System verwendet. Wichtige Informationen über Maschinenzustände können per E-Mail verschickt werden.
Via E-Mail-Client werden ohne Verzögerung die Spezialisten in der Servicezentrale oder der Maschinenbetreiber über eine Störung informiert. Zur schnellen Behebung des Problems werden zusätzlich zur Fehlermeldung alle notwendigen Daten der Maschine an den Servicetechniker gemeldet. Das verkürze die Fehleridentifizierung und -analyse erheblich und gewährleiste eine höhere Verfügbarkeit der Maschine, teilt Siemens mit.
Die Steuerung Sinumerik sei gegen Angriffe aus dem Netz gesichert. Mit Scalance S von Simatic Net wird auch die Werkzeugmaschinensteuerung vor Datenspionage und Datenmanipulation, vor Überlastung des Kommunikationssystems, vor gegenseitiger Beeinflussung und vor Fehladressierung geschützt. Die benutzerfreundliche Konfiguration und Administration sei ohne Spezialkenntnisse über IT-Security möglich. Es sind keine Änderungen oder Anpassungen der vorhandenen Netzstruktur erforderlich, heißt es weiter.
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