Home > Zerspanung Registrierung  | Mein blechnet

Werkzeugmaschinen

Laser-Einheit macht Auftragschweißen auf Bearbeitungszentrum möglich

 

17.04.2009 | Autor: Steffen Nowotny, Robert Münster und Siegfried Scharek

 

1  |  2  |  3 weiter

Das Laser-Auftragschweißen hat überall dort Einzug in die industrielle Praxis gehalten, wo präzise lokale Beschichtungen und kostengünstige, endkonturnahe Reparaturschweißungen gefragt sind. Die Integration der Lasermodule in Standard-Werkzeugmaschinen verknüpft das Auftragschweißen mit der Zerspanung.


Bild 1: Ein Bearbeitungszentrum vom Typ Hermle C20U bildet die Basis für ein laserintegriertes Fräszentrum zur Komplettbearbeitung.
Bild 1: Ein Bearbeitungszentrum vom Typ Hermle C20U bildet die Basis für ein laserintegriertes Fräszentrum zur Komplettbearbeitung.
Der moderne Maschinenbau besitzt heute eine Schlüsselfunktion bei der Überführung des Laser-Auftragschweißens in die Werkstattpraxis. Je nach Anwendungsgebiet bewähren sich unterschiedliche Maschinenkonzepte: Für den filigranen Materialauftrag auf lokal beschädigte Bereiche etwa an Spritzgießwerkzeugen haben sich kleine handgeführte Lasergeräte zum Schweißen mit Draht durchgesetzt, die teilweise mobil eingesetzt werden können.

Reparatur von Großwerkzeugen erfolgt meist auf Robotersystemen

Die Reparatur von Großwerkzeugen, zum Beispiel zur Karosseriefertigung, erfolgt überwiegend auf Robotersystemen, die eine flexible Handhabung der Werkstücke und eine dreidimensionale, konturgetreue Führung des Laserstrahls ermöglichen. Das Anwendungsgebiet der Flugtriebwerks- und Gasturbinentechnologie, in dem höchste Genauigkeitsanforderungen bei oftmals großen und komplexen Bauteilen bestehen, ist schließlich die Domäne der Fünf-Achs-CNC-Bearbeitungsmaschinen.

Im allgemeinen werden die beiden wesentlichen Prozessstufen, das Auftragschweißen und die Endbearbeitung, sequenziell auf separaten Maschinen durchgeführt, weil dieses Vorgehen oftmals die Vorzugsvariante insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht ist. Die Lasertechnologie vermag jedoch mehr zu leisten. Die zielgerichtete Entwicklung von Hochleistungs-Laserquellen, Optiken, Schweißköpfen und Software hat zu dem für den Anwender komfortablen Stand geführt, dass Laser als Nachrüstsatz ohne weiteres in Standard-Werkzeugmaschinen integriert werden können. Ein wichtiges Ergebnis dieser technischen Entwicklung ist nunmehr die Verfügbarkeit von Komplettbearbeitungen in der geschlossenen Prozesskette aus Programmierung, Laser-Auftragschweißen und Fräsen oder Drehen in einer Maschine und einer Aufspannung.

BildergalerieKlicken Sie auf ein Bild um die Bildergalerie zu öffnen (4 Bilder)
Bild 2: Beim Prozess des präzisen Laser-Auftragschweißens mit koaxialer Pulverzufuhr sind Raupenbreiten zwischen 0,8 und 2,0 mm und Schichtdicken zwischen 0,2 und 1,0 mm möglich.Bild 2: Die Zufuhr des Schweißgutes in den Laser-Brennfleck erfolgt durch eine Pulverdüse aus der Coaxn-Familie.Bild 3: Der Schweißprozess wird durch eine 1-Zoll-Laserbearbeitungsoptik realisiert. Diese wird durch einen Steilkegel in die Frässpindel eingesetzt. Umlenkeinheiten sowie eine Auskopplung für die Prozess-Überwachung sind ebenfalls in das System eingebunden.Bild 4: Die Bearbeitungseinheit für die Laserbearbeitung besteht aus Laseroptik und Koaxial-Pulverdüse. Eine zusätzliche Linearachse für die Optikführung ist nicht notwendig.Bilder: Fraunhofer IWS

Komplettbearbeitung durch Laser-Integration

Im Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS ist in Zusammenarbeit mit der Maschinenfabrik Arnold eine solche Lösung zur Komplettbearbeitung realisiert worden. Die Werkzeugmaschine (Bild 1) ist ein Ausführungsbeispiel auf der Basis eines Fünf-Achs-CNC-Fräszentrums. Die lasertechnische Peripherie einschließlich der Medienversorgung ist kompakt auf einer separaten Plattform angeordnet. Die Komponenten des Laser-Ausrüstsatzes sind modular strukturiert und können so vielfältig untereinander kombiniert und in die verschiedensten Werkzeugmaschinentypen eingebaut werden.

1  |  2  |  3 weiter
Redakteur/Autor: Frank Fladerer
Themenverwandte Beiträge
Euromold 2008: Laserschweißen und Fräsen mit einer Maschine
Das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden integriert ein Laser-Modul in die Werkzeugaufnahme einer Frässpindel. Das auf der Euromold 2008 vorgestellte fünfachsige Fräszentrum beherrscht jetzt beides: dreidimensionales Auftragschweißen mit einem 1,5-KW-Diodenlaser und Endbearbeiten der Bauteile mittels Fünf-Achs-Fräsen. weiter
Metall verarbeitende Industrie: Fertigung mit Robotern simulieren
Metall verarbeitende Industrie: Fertigung mit Robotern simulieren
Forscher des Fraunhofer-Institutes für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben eine Software entwickelt, die bei der Roboterprogrammierung helfen soll. Sie haben ein Diodenlaser-Robotersystem zum Präzisions-Auftragsschweißen für die Fertigung und Reparatur von Werkzeugen mit dem erweiterten CAD/CAM-Programmpaket DCAM ausgestattet. weiter
Präzisionswerkzeuge: Auftragschweißen verschleißbeständiger Hartmetalle für Umform- und Schneidwerkzeuge
Präzisionswerkzeuge: Auftragschweißen verschleißbeständiger Hartmetalle für Umform- und Schneidwerkzeuge
Die Herstellung und Reparatur von Präzisionswerkzeugen ist hochkomplex und aufwändig. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS in Dresden haben jetzt ein Diodenlaser-Robotersystem zum Präzisions-Auftragsschweißen entwickelt, das sich schnell programmieren lässt und den gesamten Prozess vorab offline simulieren kann. weiter
Kommentare zu diesem Artikel
Kommentar verfassen
Kommentar verfassen
Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie einen Kommentar schreiben wollen.
zum Login

Firma zum Artikel
Firmen in diesem Themenumfeld
Bildergalerien
ARTIKEL BEWERTUNG
Newsletter