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Lieferanten über My Open Factory in die Bestellprozesse integrieren

01.07.2008 | Autor: Volker Vorburg

Der Herforder Maschinen- und Anlagenbauer Wemhöner, ein Hersteller von Maschinen und Anlagen zur Veredelung von Holzwerkstoffen, integriert seine Lieferanten über My Open Factory in die Bestellprozesse.


Bei 3D-Anwendungen im mittleren Kapazitätsbereich kommt die Variopress Universal 2000 zum Einsatz, die alle Anwendungsbereiche inklusive der Beschichtung gebogener Werkstücke oder die Furnierbeschichtung abdeckt. Bild: Wemhöner
Bei 3D-Anwendungen im mittleren Kapazitätsbereich kommt die Variopress Universal 2000 zum Einsatz, die alle Anwendungsbereiche inklusive der Beschichtung gebogener Werkstücke oder die Furnierbeschichtung abdeckt. Bild: Wemhöner
Die Wemhöner Surface Techniks GmbH und Co. KG in Herford ist ein weltweit tätiger Spezialist für die Herstellung von Maschinen und Anlagen zur Veredelung von Holzwerkstoffen mit einem Exportanteil von über 85%. Zur Optimierung der betrieblichen Abläufe und Arbeitsorganisation setzte das Unternehmen schon früh auf moderne Informationstechnik.

Aus einem intensiven Auswahlverfahren resultierte schon vor Jahren die Einführung des ERP-Standards Psipenta der Berliner Psipenta Software Systems GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der PSI AG. Norbert Wagner, Leiter DV/Organisation, dazu: „Die Verfügbarkeit entscheidungsrelevanter Informationen, die Integration der Kernprozesse und eine umfassende Ressourcenplanung ermöglichten es uns, flexibel und global auf den Punkt zu reagieren. So konnten wir unter anderem bereits vor Produktionsbeginn Make-or-buy-Entscheidungen fällen.“

Bei ERP-Software stets am Ball

Die raschen Anfangserfolge mit der branchenorientierten Software spornten das Unternehmen weiter an. Wagner weiß: „Wir wollten keine ERP-Billigprodukte, sondern eine Basis, um ganz vorne mitzuspielen. Und bis heute haben wir uns immer auf dem neuesten Stand gehalten.“

Jeden sinnvollen Releasewechsel machte man mit und erreichte geradezu Vorbildcharakter. So wurde Wemhöner, nach der Wahl zur „besten Fabrik 2006“ in Ostwestfalen-Lippe, im September 2007 schließlich als „die beste Fabrik“ von der WHU Otto Beisheim School of Management, Vallendar, INSEAD Fontainebleau und Wirtschaftswoche, ausgezeichnet.

Um das Erreichte zu stabilisieren und weiter zu entwickeln beschloss Wemhöner die Einführung neuer Standards zur Durchlaufreduzierung in der Beschaffung wie Electronic Data Interchange (EDI). Dabei sollte das bisher so erfolgreich eingesetzte ERP-Programm auch weiterhin das führende System sein. Bei etwa 50 Lieferanten, 100 Bestellungen mit 250 Bestellpositionen pro Tag, davon 40 mit Zeichnungen, und einem täglichen Volumen von 250000 Euro ein lohnenswertes Vorhaben.

Keine Schnittstellenprobleme

In der webbasierten Integrationsplattform My Open Factory (OF), einem Koordinationsinstrument zur überbetrieblichen Auftragsabwicklung im Maschinen- und Anlagenbau, fand man die Lösung. Firmenübergreifende Projekte werden mit OF ohne redundante Datenpflege, händische Eingabe und teure EDI-Schnittstellen abgewickelt. Statt vieler unterschiedlicher und proprietärer Schnittstellen wird nur noch die Verbindung vom eingesetzten ERP-System zu OF benötigt. Die ist als OF-Adapter mit umfangreicher Funktionalität bereits im Psipenta-Standard enthalten.

So hat Wemhöner inzwischen über OF eine Reihe von Lieferanten wie Bosch Rexroth, Siemens und Festo, unabhängig von deren ERP-System, in seine Bestellprozesse eingebunden. Übertragen lassen sich Bestellungen, Auftragsbestätigungen und Eingangsrechnungen, aber auch technische Unterlagen wie Zeichnungen. Dabei übersetzt der Psipenta-Adapter die Bestellinformationen aus dem ERP-System in den OF-Standard und stellt sie auf den OF-Server, von wo sie der Empfänger abrufen kann. Im Gegenzug werden Auftragsbestätigungen oder Eingangsrechnungen direkt über den Adapter in das ERP-System eingepflegt.

Kleinere Lieferanten ohne eigenes ERP-System per Cockpit integrieren

„Darüber hinaus können wir kleinere Lieferanten, die kein eigenes ERP-System haben, mit dem so genannten My-Open-Factory-Cockpit integrieren“, ergänzt Wagner und erläutert: „Das ist eine gesicherte Website, über die der Lieferant auf die für ihn bestimmten Bestellungen zugreift. Zeichnungen in digitaler Form kann er dabei direkt in seiner NC-Programmierung nutzen.“ So bildet das Cockpit für den kleinen Lieferanten gleichsam ein Mini-ERP-System und Auftragszentrum, so dass er rasch und einfach zur verlängerten Werkbank wird. Über den Adapter ist die Implementierung der Plattform einfach und auch die Aufwände für die Stammdatenpflege halten sich in Grenzen.

Die Standardschnittstelle ermöglicht das flexible Einbinden neuer Lieferanten und es gibt keine proprietären Schnittstellen, so dass Medienbrüche nicht auftreten. Da etwa Automotive-Standards wie Edifact oder Odette eher als komplex und schwerfällig gelten, stellte My Open Factory und das Psipenta-Adapter-Programm die richtige Alternative dar. Es erledigt und überwacht den Belegversand und übernimmt eingehende Nachrichten in das ERP-System. Abweichungen meldet die Software sofort dem zuständigen Mitarbeiter. Kein Wunder, dass Wagner zu dem Schluss kommt: „Psipenta und My Open Factory ermöglichen uns eine firmenübergreifende Kooperation und Partnerschaft wie aus der Steckdose.“

Redakteur: Jürgen Schreier

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