Werkstoffe und HalbzeugeStahl/RöhrenSalzgitter erhöht GewinnprognoseDie starke Nachfrage nach Walzstahl und Röhren hat dem Salzgitter-Konzern einen höheren Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr 2008 beschert. Der Konzern-Außenumsatz legte um 32% oder 1,51 Mrd. Euro auf 6,23 Mrd. Euro zu, der Gewinn vor Steuern blieb mit 646,4 Mio. Euro nur knapp unter dem Rekordergebnis des Vorjahreszeitraums (erstes Halbjahr 2007: 663,6 Mio. Euro), wie das Unternehmen mitteilt.
Die 436,9 Mio. Euro Nachsteuergewinn des Konzerns übertrafen den Vorjahreswert infolge des reduzierten inländischen Körperschaftssteuersatzes (erstes Halbjahr 2007: 398,7 Mio. Euro). Der ROCE aus industriellem Geschäft lag in den ersten sechs Monaten 2008 bei beachtlichen 36,8%, unter Einbeziehung der Erträge aus der Anlage der etwa 2 Mrd. Euro liquiden Mittel ergab sich eine Verzinsung des eingesetzten Kapitals von 25,9% (ROCE im erstem Halbjahr 2007: 31,4%).
Auftragslage für Stahl bleibt sehr gutDie noch immer exzellente Auftragssituation des Unternehmensbereichs Stahl induzierte eine hervorragende Auslastung der Produktionsanlagen sowie eine um 4% höhere Versandmenge, berichtet Salzgitter weiter. Bei steigenden Absatzpreisen wuchsen der Segmentumsatz, der auch Lieferungen an Konzerngesellschaften beinhaltet, um 11% auf 2,28 Mrd. Euro (erstes Halbjahr 2007: 2,05 Mrd. Euro) und der Außenumsatz um 10% auf 1,61 Mrd. Euro (erstes Halbjahr 2007: 1,46 Mrd. Euro). Trotz der exorbitanten Verteuerung von Rohstoffen, Energieträgern und Schrott, die von den erzielten Absatzpreisverbesserungen zumeist nicht aufgefangen werden konnte, schloss der Stahlbereich das erste Halbjahr mit 345,1 Mio. Euro Gewinn vor Steuern absolut zufriedenstellend ab (erstes Halbjahr 2007: 377,2 Euro). Die höchsten Renditen wurden mit Trägern und Grobblech erzielt; der Flachstahlbereich fiel dagegen etwas ab. Der Unternehmensbereich Handel profitierte im Berichtszeitraum bei einem – trotz regionaler Unterschiede – insgesamt nahezu konstanten Versand besonders von dem aufwärtsgerichteten Erlöstrend. Die starke Volumenentwicklung der europäischen Gesellschaften kompensierte die gegenläufige Tendenz des nordamerikanischen Marktes, in dem die Absatzpreise allerdings ebenfalls anzogen. Der Außenumsatz des Handelssegments legte dank der kräftig steigenden Spotmarktpreise um 30% auf 2,66 Mrd. Euro zu (erstes Halbjahr 2007: 2,05 Mrd. Euro), der Gewinn vor Steuern um 16% auf überaus erfreuliche 140,7 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 121,4 Mio. Euro). Er markierte somit einen neuen Höchstwert für ein Halbjahr.
Großrohre und Edelstahlrohre sorgen für UmsatzschubDer Außenumsatz des Unternehmensbereichs Röhren wuchs aufgrund des extrem hohen Auftragsbestands und der Einbeziehung der seit Juli 2007 neu hinzugekommenen Präzisrohrgesellschaften um 22% auf 1,08 Mrd. Euro (erstes Halbjahr 2007: 0,88 Mrd. Euro). Die Expansion wurde vor allem von den Großrohr- und Edelstahlrohraktivitäten getragen, während das wettbewerbsintensive Geschäft der mittleren Leitungsrohre temporär rückläufig war. Trotz der erheblichen Vormaterialverteuerungen, die den Röhrenbereich naturgemäß ebenfalls belasteten, wurde mit 152,1 Mio. Euro Vorsteuergewinn ein herausragendes Resultat erzielt (erstes Halbjahr 2007: 138,9 Mio. Euro). Der Segmentumsatz des Unternehmensbereichs Dienstleistungen nahm um 14% auf 678,1 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 595,0 Mio. Euro) zu, was größtenteils auf eine Umsatzausweitung der Schrotthandelsgesellschaft DEUMU zurückzuführen ist. Der Außenumsatz stieg um 8% auf 284,9 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 262,8 Mio. Euro) Das Vorsteuerergebnis erreichte 16,8 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 14,3 Mio. Euro). Der Unternehmensbereich Technologie, der im Wesentlichen die während des Vorjahreszeitraums noch nicht konsolidierte Mehrheitsbeteiligung am Klöckner-Werke-Konzern sowie die im April 2008 erworbene SIG-Beverages beinhaltet, erwirtschaftete in den ersten sechs Monaten 523,4 Mio. Euro Außenumsatz, wozu das Geschäftsfeld Abfüll- und Verpackungstechnik den bedeutendsten Beitrag leistete. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 12,2 Mio. Euro und wurde von 2,8 Mio. Euro Effekt aus der Kaufpreisallokation belastet.
Halbzeuggeschäft kann zulegenDer auf dem Halbzeuggeschäft mit Tochtergesellschaften sowie Konzernfremden basierende Außenumsatz des Bereichs Sonstiges erhöhte sich im Berichtszeitraum mengen- und preisbedingt auf 80,7 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 65,6 Mio. Euro). Das Vorsteuerergebnis wurde durch stichtagsbedingte Wertänderungen von Derivaten und die Eliminierung von Zwischengewinnen aus Innenumsätzen beeinflusst und betrug im Berichtszeitraum -20,5 Mio. Euro (erstes Halbjahr 2007: 11,8 Mio. Euro). Der gute Auftragsbestand und die weiterhin überdurchschnittlichen Auftragseingänge werden laut Unternehmen auch in den kommenden Monaten eine volle Auslastung der Werke des Unternehmensbereichs Stahl sicherstellen. Die in sämtlichen Produktkategorien bereits erfolgreich umgesetzten Preiserhöhungen für das dritte Quartal werden sich positiv auf die Umsatzentwicklung auswirken.
Rohstoff- und Energiepreise belasten GewinnDer – auch rückwirkende – vollständige Ausgleich der Rohstoff- und Energieträgerpreissteigerungen für das Gesamtjahr ist damit voraussichtlich nicht zu erreichen, da die zumeist noch in 2007 vereinbarten Erlöse für das Jahreskontraktgeschäft die extreme Kostenentwicklung nicht abdecken. Insgesamt geht der Stahlbereich für 2008 somit weiterhin von einem herausragenden, aber gegenüber 2007 verminderten Gewinn aus. Noch unbeeinflusst von der sich vollziehenden Abkühlung der Weltwirtschaft dürfte sich die exzellente Geschäftslage des Unternehmensbereichs Handel vorerst fortsetzen. Der deutsche und europäische lagerhaltende Handel wird voraussichtlich weiterhin von der soliden Nachfrage sowie den hohen Spotmarktpreisen für Walzstahlprodukte profitieren. Das internationale Trading sollte sich trotz der konjunkturellen Schwäche in Nordamerika auf einem stabilen Niveau bewegen. Die bisher sehr günstig verlaufende Spotmarktpreisentwicklung wird allerdings wegen der erkennbaren Entspannung der Rohstoffmärkte an Momentum verlieren. Angesichts dieser durchaus positiven Rahmenbedingungen erwartet der Handelsbereich 2008 ein Ergebnis, das möglicherweise über dem Vorjahresresultat auskommen könnte.
Röhrenbereich entwickelt sich dynamischDer Unternehmensbereich Röhren prognostiziert für das zweite Halbjahr 2008 eine andauernd dynamische Situation der relevanten Märkte. Die gut gefüllten Auftragsbücher werden eine hohe Auslastung sämtlicher Werke bewirken. Allerdings erfordert die Kompensation der Kostensteigerungen angesichts der weitreichenden Auftragsbestände besondere Anstren-gungen, so dass die Einstellung des Vorjahresergebnisses ein anspruchvolles Ziel darstellt. Umsatz und Vorsteuergewinn des Unternehmensbereichs Dienstleistungen werden 2008 ohne Berücksichtigung von Sondereffekten den Level des Vorjahrs leicht übertreffen. Im Unternehmensbereich Technologie wird sich die zufriedenstellende Entwicklung voraussichtlich fortsetzen. Wegen der sich abflachenden globalen Maschinenbaukonjunktur dürfte – abseits vom Effekt der Konsolidierungskreisveränderungen – der äußerst hohe Vorjahresumsatz nicht wiederholbar sein. Der in den Salzgitter-Konzern einbezogene wie auch der vergleichbare operative Gewinn vor Steuern sollte gegenüber 2007 ansteigen, letzteres wegen der einsetzenden Wirkung ergebnisverbessernder Maßnahmen.
Finanzmarkt-Turbulenzen erschweren PrognosenDie derzeitigen Rahmenbedingungen für den Salzgitter-Konzern sind nach wie vor insgesamt sehr zufriedenstellend. Daher sollte sich die Geschäftstätigkeit während der zweiten Jahreshälfte in etwa auf dem erreichten Niveau fortsetzen. Allerdings stellen die hohen Rohstoff- und Energiekosten und die anhaltenden Turbulenzen der internationalen Finanzmärkte erhebliche Risikopotenziale für die weitere konjunkturelle Entwicklung dar. Im Geschäftsjahr 2008 wird ein nennenswertes Wachstum des Konzernumsatzes anvisiert, das etwa zu 50% aus der erstmalig ganzjährigen Einbeziehung von Gesellschaften der Klöckner-Gruppe in unseren neuen Unternehmensbereich Technologie resultiert. Infolge der erfreulichen Entwicklung im ersten Halbjahr sieht sich Salzgitter in der Lage, die Prognose des Konzerngewinns vor Steuern auf über 1 Mrd. Euro anzuheben. Der Konzern weist ausdrücklich darauf hin, dass Chancen und Risiken aus aktuell nicht absehbaren Erlös-, Vormaterialpreis- und Beschäftigungsentwicklungen sowie Veränderungen von Währungsparitäten den Verlauf des Geschäftsjahres 2008 noch erheblich beeinflussen können. Weitere Informationen erhalten Sie bei
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