Gildemeister 2008 war das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte

Redakteur: Jürgen Schreier

In Krisenzeiten wie diesen sind sie wie Balsam für die geschundene Maschinenbauerseele: die Zahlen, die der Werkzeugmaschinenkonzern Gildemeister der Öffentlichkeit präsentierte. Mit 2008 hat das Bielefelder Unternehmen nicht mehr und nicht weniger hinter sich gebracht als das beste Geschäftsjahr der oft bewegten Firmengeschichte.

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Für 2009 rechnet Gildemeister mit einem rückläufigem Werkzeugmaschinen-Geschäft.
Für 2009 rechnet Gildemeister mit einem rückläufigem Werkzeugmaschinen-Geschäft.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Wir haben unsere Ziele erreicht“, kann denn auch Vorstandschef Dr, Rüdiger Kapitza stolz konstatieren. Der Geamtumsatz stieg um 22% auf 1904 Mio. Euro (Vorjahr: 1562,1 Mio. Euro). Der Auftragseingang lag mit 1882 Mio. Euro über dem Vorjahresniveau (1864,8 Mio. Euro).

Kräftige Zunahme des Jahresüberschusses – erhöhte Dividende in Aussicht

Auch die Ertragskraft entwickelte sich laut Kapitza „wie geplant positiv“: Das EBITDA erreichte 188,9 Mio. Euro (Vorjahr: 158,2 Mio. Euro), das EBIT betrug 158,1 Mio Euro (Vorjahr: 125,9 Mio Euro). Das EBT stieg um satte 52% auf 126,7 Mio. Euro. Der auch für Nicht-Börsianer etwas greifbarere Jahresüberschuss nahm im Konzern um 62% auf 81,1 Mio. Euro zu. Und während die Anteilseigner anderer börsennotierter Unternehmen derzeit in die sprichwörtlich Röhre schauen, verspricht Kapitza seinen Shareholdern eine erhöhte Dividende von 0,40 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2008 (Vorjahr: 0,35 Euro).

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Im Berichtsjahr erzielte das Segment „Werkzeugmaschinen“ eine Steigerung von 109,6 Mio. Euro (+10%). Das Segment „Services“ entwickelte sich noch wesentlich spektakulärer und trug mit 232,4 Mio. Euro (+49%) zur Umsatzsteigerung bei. Die stark expandierende Sparte „Solartechnik“ hatte daran einen Anteil von 199,5 Mio. Euro. Die Inlandsumsätze stiegen um 14% auf 829,9 Mio. Euro; die Auslandsumsätze erhöhten sich um 29% auf 1074,1 Mio. Euro. Die Exportquote betrug 56% (Vorjahr: 53%).

Nur leichtes Plus beim Auftragseingang

Was den Auftragseingang anbelangt, so machen sich auch bei Gildemeister zunehmend die Auswirkungen Welt-Finanz- und Wirtschaftskrise bemerkbar. Der Auftragseingang erreichte 1882 Mio. Euro und lag damit um einen (mageren) Prozentpunkt über dem Vorjahreswert (1864,8 Mio. Euro). Zwar habe sich in den ersten drei Quartalen 2008 der Auftragseingang trotz des zunehmend schwierigen Marktumfeldes zufrieden stellend entwickelt. „Im vierten Quartal mussten auch wir bedingt durch die internationale Wirtschaftskrise Einbußen hinnehmen“, so Vorstandschef Kapitza.

Der Auftragseingang belief sich auf 289,2 Mio. Euro (Vorjahresquartal: 461,1 Mio. Euro). Im Gesamtjahr beliegen sich die Aufstragseingänge im Werkzeugmaschinen-Geschäft auf 1160,8 Mio. Euro und blieben damit hinter dem Vorjahresvolumen von 1292,3 Mio. Euro zurück. Die „Services“ stiegen auf 721,0 Mio. Euro (Vorjahr: 572,2 Mio. Euro). Dazu trug insbesondere die Verdoppelung der Sparte „Solartechnik“ auf 162,1 Mio. Euro bei (Vorjahr: 81,5 Mio. Euro) bei.

Die Auslandsbestellungen nahmen um 2% auf 1038,6 Mio. Euro zu (Vorjahr: 1017,3 Mio. Euro). Die Aufträge aus dem Inland beliefen sich auf 843,4 Mio. Euro (Vorjahr: 847,5 Mio. Euro). Der Auslandsanteil betrug 55% (Vorjahr: 55%). Der Auftragsbestand belief sich am Jahresende 2008 auf 727,4 Mio. Euro (31.12.2007: 749,4 Mio. Euro).

Für 2009 wird mit rückläufigem Werkzeugmaschinen-Geschäft gerechnet

Wie Dr. Rüdiger Kapitza betont, könne sich auch Gildemeister der Eintrübung des wirtschaftlichen Umfeldes und der rückläufigen Werkzeugmaschinennachfrage zu Jahresbeginn 2009 nicht entziehen. „Beim Auftragseingang sind wir verhalten in das neue Geschäftsjahr gestartet. Die Umsatzentwicklung wird im ersten Quartal zufriedenstellend verlaufen. Das Ergebnis wird positiv sein.“ Allerdings seien Ausmaß, Dauer und die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise auf Gildemeister „derzeit für das Gesamtjahr 2009 noch nicht mit hinreichender Sicherheit planbar“.

Andererseits habe man sich auf die zu erwartende Entwicklung eingestellt. „Mit der globalen Präsenz und unseren innovativen Produkten sind wir für den bevorstehenden Wandel im Werkzeugmaschinengeschäft gerüstet“, so Kapitza. Gildemeister verfüge über eine gute finanzielle Basis, ein solides Fundament und eine klare Unternehmensstrategie. Kapitza geht davon aus, dass das Werkzeugmaschinengeschäft 2009 rückläufig sein werde; jedoch dürfte das Servicegeschäft stabil verlaufen. Für das Solargeschäft erwartet der Konzern eine positive Entwicklung.

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