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VDW Jahrespresskonferenz 2020 als Sorgenjahr mit Potenzial

| Redakteur: Victoria Sonnenberg

Der VDW hält auf seiner Jahrespresskonferenz fest, dass die Produktion 2019 stabiler als erwartet war. Dafür wird 2020 zur Herausforderung mit Chancen.

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„Bundesminister Altmaier hat unlängst die Wirtschaftskrise in Deutschland für beendet erklärt. Dies gilt nicht für weite Teile der Industrie“, sagt Dr. Heinz-Jürgen Prokop.
„Bundesminister Altmaier hat unlängst die Wirtschaftskrise in Deutschland für beendet erklärt. Dies gilt nicht für weite Teile der Industrie“, sagt Dr. Heinz-Jürgen Prokop.
(Bild: Schnell)

Der VDW erwartet für 2020 eine Produktionsrückgang von 18 %. „Das hat die Branche, die in den vergangenen Jahren geboomt hat, lange nicht gesehen“, sagt Dr. Heinz-Jürgen Prokop, Vorsitzender des VDW, anlässlich der Jahrespresskonferenz.

Mit einem Rückgang von lediglich 1 % erreichte das Produktionsergebnis 2019 mit fast 17 Mrd. Euro nahezu an das Rekordergebnis von 2018. Tragende Säule war der Inlandsabsatz, der um 16 % gestiegen ist. Dem gegenüber ist der Export um 9 % gesunken.

Vom guten Abschneiden des Inlandsmarktes konnte der Import nicht profitieren. Er ist um ein Zehntel gesunken. Die Beschäftigung war zum Jahresende um 3 % zurückgegangen. Zudem meldete das Ifo-Institut eine Zunahme der Kurzarbeit auf mehr als 18 % der Unternehmen. Doppelt so viele Firmen erwarten dies für die kommenden Monate. „Der Erhalt von Arbeitsplätzen genießt bei uns höchste Priorität“, bekräftigt Prokop. Um weiteren Personalabbau zu vermeiden, sollte die Kurzarbeit von 12 auf 24 Monate zügig verlängert werden, fordert er.

Schwierige Zeiten bieten auch Chancen

Anders als bei früheren Abschwüngen sei nicht damit zu rechnen, dass es schnell wieder aufwärts gehen wird. Vielmehr sehe die Werkzeugmaschinenindustrie erst im zweiten Halbjahr eine gewisse Bodenbildung beim Auftragseingang, die voraussichtlich jedoch nicht für den Umschwung reichen wird. „Schwierige Zeiten bieten auch die Chance, sich neu zu erfinden“, ist sich Prokop sicher. Den größten Hebel werde in Zukunft die digitale Vernetzung bieten.

Effizienz begünstigt Nachhaltigkeit

Mehr Effizienz in der Produktion unterstützt nachhaltiges Wirtschaften und ebnet den Weg in die Kreislaufwirtschaft. Von Bedeutung sind die Steuerungstechnik und eine durchgängige maschinelle Kommunikation. Der drahtlose Zugang zu Informationen in Echtzeit sind ein Schlüssel für die Optimierung von Fertigungsprozessen, Kapazitäten, Energie- und Rohstoffverbräuchen.

Nun ist gerade die Werkzeugmaschinenindustrie in Sachen Nachhaltigkeit eine Vorzeigebranche. Werkzeugmaschinen deutscher Herkunft gehören schon heute zu den nachhaltigsten Produkten, die es derzeit gibt. „Das sagen wir durchaus selbstbewusst“, bekräftigt der VDW-Vorsitzende. Sie zeichnen sich durch lange Nutzungsdauer aus.

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