Digitalisierung B2B

5 Tipps für die Digitalisierung im Mittelstand

| Redakteur: Georgina Bott

Baustelle Digitalisierung? Viele B2B-Mittelständler fangen gerade erst an sich zu digitalisieren. Mit diesen fünf Tipps gelingt der Start.
Baustelle Digitalisierung? Viele B2B-Mittelständler fangen gerade erst an sich zu digitalisieren. Mit diesen fünf Tipps gelingt der Start. (Bild: gemeinfrei / CC0)

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Die Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen ist speziell für KMUs unabdinglich, denn sie trägt zu ihren künftigen Erfolg bei. Worauf B2B-Mittelständler auf jeden Fall dabei achten sollten und welche Mittelständler es vor machen, zeigen die folgenden fünf Tipps.

Die Digitalisierung verändert die deutsche Wirtschaft grundlegend und macht auch vor klein- und mittelständischen B2B-Unternehmen nicht Halt. Bisher wertet jedoch nur jeder zweite Mittelständler diese Transformation als Chance, wie aus der McKinsey-Studie „Die Digitalisierung des deutschen Mittelstands“ hervorgeht – es herrscht Nachholbedarf. Worauf B2B-Mittelständler auf jeden Fall bei der Digitalisierung achten sollten, zeigen die folgenden fünf Tipps.

1. (Weniger) bewährte Prozesse fit machen für die Zukunft

Konsequente Digitalisierung bedeutet, die Chance zu ergreifen, Prozesse und Services neu zu denken – und nicht alte, suboptimale Prozesse zu digitalisieren. Dabei geht es um die Frage, mit welchen neuen digitalen Möglichkeiten Produktionsprozesse oder Leistungserbringung effizienter oder sicherer abgebildet werden können. Ein Beispiel aus dem Bereich Industrie 4.0 ist Grenzebach, ein Hidden Champion in der Automatisierungstechnik: Für die Fabrik der Zukunft setzt das Unternehmen autonome Transportfahrzeuge über ein cloudbasiertes Flottenmanagement ein.

Wichtig: Im Fokus der Prozessoptimierungen müssen immer auch die eigenen Mitarbeiter stehen. Dank innovativer Technologie können sie von Routineaufgaben entlastet und damit ihre Produktivität gesteigert werden. Mit der Folge, dass mehr Raum für Wissensvermittlung entsteht und neue Ideen geschaffen werden können.

2. Mit neuen Geschäftsbereichen zum Software- und Service-Unternehmen

Neue Vertriebs- und Kommunikationswege sowie die digitale Erweiterung von Produkten spielen für B2B-Unternehmen im Zuge der Digitalisierung eine genauso große Rolle wie die Entwicklung neuer oder zusätzlicher Geschäftsmodelle. Weil Technologie Einzug in alle Unternehmensbereiche hält, verändern sich zwangsläufig die Unternehmenskultur und -organisation sowie die Arbeitsabläufe – oftmals wird dann aus einem Produkthersteller ein Softwareunternehmen.

Wie ein solcher Wandel erfolgreich vollzogen werden kann, zeigt beispielsweise der Anbieter von Sicherheitstechnik HIMA, der Vertrieb von Sicherheitssteuerungen inklusive Wartung offeriert. Neu ist die intelligente Nutzung vorhandener Daten für vorausschauende Wartung und Prozessoptimierung: Big Data verbessert die Services in der Sicherheitssteuerung.

3. Ein Schritt nach dem anderen

Gerade wenn Mittelständler in Sachen Digitalisierung noch am Anfang stehen, empfiehlt es sich zu analysieren, an welchen Stellen Investitionen wirklich lohnen – gezielte, kleine Schritte bringen oft mehr, als unspezifische „Digitalstrategien“. So lässt sich aus Fehlschlägen lernen, ohne gleich das ganze Geschäftsmodell zu gefährden. Eine durchdachte Planung und die Aufgabe des hinderlichen Mantras „das machen wir schon immer so" sind in diesem Prozess unabdingbar. Wichtig dabei ist es, die digitale Transformation als fortlaufende Iteration zu begreifen und regelmäßige Iterationszyklen in kurzen Abständen einzuplanen.

4. Mit technischen Partnern zum Erfolg

Die Komplexität eines digitalen Ökosystems zu bewältigen und für sich zu nutzen, ist ohne technische Partner oder entsprechende Allianzen kaum lösbar. Unternehmen sollten sich also inhaltlich und technologisch öffnen. Das fällt gerade Unternehmen schwer, deren heutige Stärke auf Spezialwissen oder gut gehüteten Geschäftsgeheimnissen beruht. Für B2B-Unternehmen ist empfehlenswert, in der Planung technologie-agnostisch zu sein, flexibel zu bleiben und sich nicht an einen Partner zu binden. Technologische Trends sollten kontinuierlich in kleineren Innovationsprojekten erprobt werden – etwa Virtual Reality, Blockchain oder Robotic Process-Automation. Ist ein Trend heute noch irrelevant für das eigene Geschäftsmodell, so kann er morgen ein echter Wettbewerbsvorteil sein.

5. Trial-and-Error-Mentalität entwickeln und Mitarbeiter einbeziehen

Angst vor Fehlentscheidungen oder gescheiterten Projekten können fatale Hemmnisse für die digitale Transformation sein. Gerade die Unternehmensführung muss für ein fehlertolerantes Klima sorgen. Es gilt, Mitarbeiter von Anfang an in Veränderungsprozesse offen einzubeziehen – und sie nicht ins kalte Wasser zu werfen. Offen geführte Diskussionen ohne Ergebnisvorgabe sowie die Möglichkeit in Konferenzen, Meetups oder Hackathons mehr über neue Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten zu erfahren, nehmen Berührungsängste und fördern innovative Ideen.

Die Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen ist speziell für KMUs unabdinglich für ihren künftigen Erfolg. Dabei müssen stets die Menschen – seien es Mitarbeiter, Kunden oder Konsumenten – im Zentrum der Digitalstrategie stehen. Entsprechend sollte jedes Projekt gemeinsam mit den entsprechenden Endnutzern entworfen und von diesen frühzeitig wie regelmäßig validiert werden – beispielsweise mithilfe von Design Thinking-Methoden. Letztlich gilt: Umsichtig durchdacht und konsequent exekutiert, sorgt die Digitalisierung für den entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Julia Saswito ist Geschäftsführerin und Partnerin bei Triplesense Reply.
Julia Saswito ist Geschäftsführerin und Partnerin bei Triplesense Reply. (Bild: Triplesense Reply)

Über die Autorin

Julia Saswito ist Geschäftsführerin und Partnerin bei Triplesense Reply und leitet die 1999 gegründete, digitale Fullservice-Agentur gemeinsam mit Peter Krause. Die Diplom-Betriebswirtin mit den Schwerpunkten Marketing-, Informations- und Kommunikationstechnologie führt die Bereiche strategische Beratung und Operations. Ihre Top-Themen sind Customer Experience, digitale Geschäftsmodelle und insbesondere E-Commerce.

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