Export 2009

AHK-Blitzumfrage – deutsche Exporteure fallen nicht ins Bodenlose

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Lichtblicke in Mittel- und Osteuropa

Die Entwicklung in den mittel- und osteuropäischen EU-Ländern sowie der Türkei weist aus Sicht der AHKs im Vergleich zu andern Weltregionen Lichtblicke auf. Positiv sind die Erwartungen in Rumänien und Polen: In Rumänien wird ein Wachstum der Lieferungen aus Deutschland von über 10% erwartet, in Polen immerhin noch bis zu 10%. Rumänien profitiert noch immer von Ansiedlungsentscheidungen in Folge des EU-Beitritts, während in Polen stabilisiert vor allem der private Konsum die Konjunktur stabilisiert.

Für Ungarn wird im besten Fall eine Phase der Stagnation und für Tschechien und die Türkei ein deutlicher Rückgang prognostiziert. Obwohl der Bankensektor in der Türkei von der Krise bislang kaum beeinträchtigt wurde, schwächt sich die wirtschaftliche Entwicklung seit Jahresmitte 2008 deutlich ab. Der Auftragseingang verläuft zusehends schleppend (Bild 3).

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Positive Impulse aus BRIC-Staaten erwartet

Positive Impulse werden für den deutschen Export 2009 aus den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) erwartet – trotz aller Abschwächungstendenzen. Insbesondere die beiden asiatischen Megamärkte China und Indien liegen in der Projektion der AHKs auch im kommenden Jahr noch bei einem Zuwachs der Lieferungen aus Deutschland von 10%; in den letzten Jahren waren allerdings weit höhere Zuwachsraten die Regel.

In China wird eine positive Entwicklung des Umwelt- und Infrastrukturbereichs in Folge des Konjunkturprogramms erhofft. Zudem setzt die chinesische Regierung auf steuerliche Anreize sowie eine Erhöhung der Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Das lokale Finanzsystem ist relativ stabil, da Einflüsse aus dem Ausland aufgrund der Kapitalmarktkontrollen begrenzt und hohe Devisenreserven vorhanden sind. In Indien steigen derzeit die deutschen Ausfuhren noch an, zudem wurden die Verbrauchssteuern gesenkt und die indische Zentralbank stellt umfangreiche Liquidität zur Verfügung.

In Russland wird nach den zweistelligen Steigerungsraten der vergangenen Jahre nur noch ein sehr moderates Wachstum erwartet. Die russische Regierung hat die Unternehmenssteuern gesenkt und Beihilfen für bestimmte Branchen gewährt. Einer aktuellen Umfrage der AHK Russland zufolge rechnen die Unternehmen dort zwar überwiegend mit einer Verschlechterung der Geschäfte, aber zugleich erwartet mehr als ein Drittel keine Veränderung.

Brasilien kämpft mit sinkenden Rohstoffpreisen

Für Brasilien wird eine Phase der Stagnation erwartet, obwohl sich die Finanzkrise im erst jüngst reformierten Bankensektor kaum negativ ausgewirkt hat. Die fallende internationale Nachfrage nach Rohstoffen trifft Brasilien besonders hart, da der brasilianische Export zur Hälfte aus Rohstoffen und Agrarprodukten besteht (Bild 4).

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