Pressen Andritz will Schuler übernehmen

Redakteur: Stéphane Itasse

Der österreichische Anlagenbauer Andritz AG, Graz, steigt als neuer Großaktionär beim Göppinger Pressenhersteller Schuler AG ein. Der bisherige Hauptgesellschafter, die Schuler-Beteiligungen GmbH, gibt das von ihr gehaltene 38,5-%-Anteilspaket komplett an Andritz ab, wie die Schuler AG mitteilt.

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Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG, zeigt Verständnis dafür, dass sich die Gründerfamilie aus dem Unternehmen zurückzieht.
Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG, zeigt Verständnis dafür, dass sich die Gründerfamilie aus dem Unternehmen zurückzieht.
(Bild: Michel)

Der Kaufpreis soll 20 Euro je Aktie in bar betragen. Andritz hat angekündigt, den verbleibenden Aktionären der Schuler AG (61,5 % des Grundkapitals) ein Übernahmeangebot ebenfalls in Höhe von 20 Euro je Aktie in bar unterbreiten zu wollen. Die Transaktion erreicht damit ein Gesamtvolumen von knapp 600 Mio. Euro. Für die Österreicher soll Schuler künftig eine dritte Säule im Portfolio darstellen.

Gründerfamilie zieht sich aus Schuler zurück

Hinter der Schuler-Beteiligungen GmbH steht die Gründerfamilie Schuler-Voith, die sich damit vollständig aus der Schuler AG zurückzieht und auf diese Weise die Nachfolgefrage regelt, heißt es in der Mitteilung. Der Familie sei es wichtig, dass der Schuler-Konzern als ganze Unternehmenseinheit seine positive Entwicklung fortsetzen könne und die eigene Unternehmenskultur erhalten bleibe. „Wir bedauern das Ausscheiden der Familie Schuler-Voith nach 173 Jahren Firmengeschichte, haben aber Verständnis für diesen Schritt“, kommentierte Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender der Schuler AG den Aktionärswechsel.

Unterdessen hat die Schuler AG in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2011/2012 einen kräftigen Ergebniszuwachs verzeichnet. Aufgrund der hohen Auftragslage stieg der um Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bereinigte Gewinn binnen Jahresfrist um 54,5 % auf 55,2 Mio. Euro, wie das Unternehmen mitteilt. Die Ebitda-Marge, bezogen auf den Konzernumsatz, verbesserte sich auf 9,5 % (Vorjahr: 8,9 %). Der Pressenhersteller verzeichnete ein Konzernergebnis von 21,7 Mio. Euro. Dies stellt mehr als eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr dar.

Klebert führt das gute Abschneiden auch auf Veränderungen im Konzern zurück: „Wir haben intensiv an der Verbesserung unser internen Abläufe und Strukturen gearbeitet. Zudem haben wir durch unseren neuen Konsortialkreditvertrag im ersten Halbjahr rund 5 Mio. Euro Zinsen gespart.“

Schuler verzeichnet kräftiges Absatzwachstum

In den ersten sechs Monaten steigerte das Göppinger Unternehmen den Umsatz um 44 % auf 580,9 Mio. Euro (Vorjahr: 403,7 Mio. Euro). So konnte Schuler insbesondere im asiatischen Markt und europäischen Ausland seine Umsätze verdoppeln, heißt es. Auch im Heimatmarkt Deutschland nahmen die Erlöse deutlich zu.

Weltweit verbuchte der Pressenbauer laut Mitteilung neue Aufträge in Höhe von 768,7 Mio. Euro (Vorjahr 817,4 Mio. Euro). Damit reiche der Auftragseingang sogar an den Vorjahreswert heran, der durch den Investitionsboom nach Auflösung der Wirtschaftskrise geprägt war. Mit 377,6 Mio. Euro liege der Auftragseingang im zweiten Quartal nahezu auf Höhe des Vorquartals (391,1 Mio. Euro).

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