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Oberflächentechnik Anorganischer Korrosionsschutz ersetzt Zinkstaubfarben effizient

| Autor / Redakteur: Kirsten Haubert / Kirsten Nähle

Als Ersatz für Zinkstaubfarben bietet sich ein anorganischer Korrosionsschutz an, der auch im Sprüh- oder Tauchverfahren aufgebracht wird, jedoch bei viel dünnerer Schichtdicke wirksam ist. Die Nässe- und Feuchtigkeitsbarriere besteht aus einer keramischen Matrix und Metalllamellen, die mit Titanoxid umhüllt sind.

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Bild 2: Schrauben und Beschläge nach einem Korrosionsschutztest. (Bild: Kerona)
Bild 2: Schrauben und Beschläge nach einem Korrosionsschutztest. (Bild: Kerona)

Jedes Jahr verursacht Korrosion einen volkswirtschaftlichen Schaden von rund 85 Mrd. Euro. In der Regel kämpft die Industrie mit Zinkbeschichtungen dagegen an. Jedoch gilt das „Reparieren“ verzinkter Stahloberflächen als material- und energieintensiv.

Korrosionsschutzschicht Titanid bereits ab 10 bis 20 µm Dicke wirksam

In diese Lücke stößt nun die Kerona GmbH, Ingelfingen, mit der Korrosionsschutzschicht Titanid, die laut Anbieter bereits ab 10 bis 20 µm Schichtdicke wirksam ist. Herkömmliche, zinkhaltige Reparaturlacke – sogenannte Kaltverzinkungen – benötigten mindestens 50 bis 60 µm Dicke.

Im vergangenen Jahr wurde die Würth-Tochter Kerona für diese Entwicklung mit dem „Deutschen Rohstoffeffizienz-Preis“ ausgezeichnet. Eine Prämierung, die man in Handwerk und Industrie mit hohem Interesse registriert haben dürfte. Immerhin werden rund 44.000 t Korrosionsschutzlacke im Jahr verarbeitet.

Neuer Korrosionsschutz spart bis zu 90% des Materials ein

Mit der prämierten Entwicklung werden bis zu 75% des Verbrauchs an Material eingespart. Im Vergleich zum klassischen Feuerverzinken sollen es sogar bis zu 90% Einsparung sein. Das anorganische, metallähnliche Korrosionsschutzprodukt wird im Sprüh- oder Tauchverfahren aufgebracht. Die Aushärtungstemperatur liegt bei 120 °C. Üblicherweise sind zur Aushärtung der Zinkstaubfarben 220 bis 280 °C erforderlich.

Ist das Lösemittel verdampft, bilden mit Titanoxid umhüllte Metalllamellen und eine keramische Bindematrix ein engmaschiges Netz, um Korrosion zu verhindern (Bild 1). Laut Anbieter entsteht damit eine äußerst stabile Barriere, die nicht nur vor Nässe und Feuchtigkeit schützt, sondern auch vor extremen Umwelteinflüssen (Bild 2). Daher rät Kerona zu diesem Produkt nach dem Bohren, Schneiden oder Schweißen verzinkter Bauteile. Bohrlöcher, Schweißnähte und Schnittkanten „verletzen“ den Korrosionsschutz galvanisierter oder feuerverzinkter Bauteiloberflächen. Außer für Reparaturarbeiten eignet sich die Entwicklung auch für die Erstbeschichtung in der Serienfertigung.

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