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Presshärten AP&T setzt auf Weiterentwicklungen beim Presshärten

Autor: Stéphane Itasse

Nach den Erfolgen als Hersteller von Pressanlagen für die Automobilbranche stehen für AP&T jetzt neue Materialien und Verfahren auf der Tagesordnung. Die Warmumformung von hochfestem Aluminium und die Umformung von Verbundmaterial sieht das schwedische Unternehmen als Beispiele für Fertigungsverfahren, an denen in der Industrie großes Interesse besteht.

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Nachdem das Presshärten in der Blechumformung etabliert ist, entwickelt AP&T jetzt Produktionssysteme für die Warmumformung von CFK.
Nachdem das Presshärten in der Blechumformung etabliert ist, entwickelt AP&T jetzt Produktionssysteme für die Warmumformung von CFK.
(Bild: AP&T)

Für Automobilhersteller ist die Senkung des Gewichts ein wichtiger Faktor auf dem Weg zur Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und weniger Kohlendioxidemissionen, wie es von AP&T heißt. Gleichzeitig würden auch immer höhere Anforderungen an den Aufprallschutz gestellt. Dazu würden neue Materialien benötigt, die das traditionelle Blech ersetzen.

In der Autoindustrie ist das Presshärten schon etabliert

In den vergangenen zehn Jahren hat sich laut AP&T das Presshärten in der Automobilbranche auf breiter Front durchgesetzt. Anfangs sei es um bestimmte Bauteile wie A- und B-Säulen gegangen, doch nach der Vorstellung des neuen Volvo-Modells XC90 im Herbst 2015 betrage der Anteil der Strukturbauteile bereits etwa 38 %. Auch wenn dieser Anteil noch lange nicht Branchenstandard sei, könne man ihn doch als Beleg für die zunehmende Akzeptanz des Presshärtens bei den Automobilherstellern werten.

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Auch die Technik sei weiterentwickelt und verfeinert worden. Das umgeformte Bauteil könne individuelle Eigenschaften erhalten, etwa eine kontrollierte Verformung bei einem Aufprall, weil verschiedene Materialien im selben Bauteil verwendet werden können. Die Regelung der Temperatur und die Einschränkung der Härtung im Verlauf des Umformprozesses seien weitere Beispiele.

Neue Materialien und Verfahren ergänzen das Presshärten

Es gibt weiterhin ein großes Potenzial zur Steigerung des Anteils pressgehärteter Bauteile in den Fahrzeugen der Zukunft, aber parallel werden auch neue Materialien und Verfahren entwickelt, wie es heißt. Für die Industrie gehe es darum, die gewünschten Eigenschaften möglichst effektiv sicherzustellen. Langfristig müsse man Produkte anbieten können, die sowohl den gesetzlichen Auflagen als auch den Wünschen der Kunden in Bezug auf sparsame und sichere Fahrzeuge entsprechen.

„Unsere Zielsetzung besteht darin, in vorderster Linie dabei zu sein, wenn unsere Kunden ihre Produktion auf neue Verfahren umstellen wollen. Bei unseren Entwicklungsprojekten arbeiten wir mit führenden Forschern an neuen Materialien und Verfahren, beobachten dabei aber auch den Bedarf und die Voraussetzungen der Industrie aus nächster Nähe“, sagt Dr. Christian Koroschetz, Director Technology Development bei AP&T.

Industrie zeigt Interesse an Warmumformung von Aluminium

Durch die Bemühungen um geringeres Gewicht und gewünschte Bauteileigenschaften kommen laut Mitteilung ständig neue Materialien in den Fahrzeugen zum Einsatz. Ein Beispiel dafür sei warmumgeformtes Aluminium, das bei bestimmten Bauteilen trotz höherer Materialkosten eine wettbewerbsfähige Alternative sei. AP&T verkauft nach eigenen Angaben bereits komplette Produktionsanlagen für die warme Umformung von Aluminium und das Interesse der Industrie sei groß.

Parallel beteilige sich das Unternehmen mit den schwedischen Hochschulen KTH und Chalmers, dem Forschungsinstitut Swerea Sicomp und Unternehmen der Flug- und Fahrzeugbranche wie GKN, Saab und Volvo an der Entwicklung effektiver Produktionsverfahren für die Umformung von Verbundstoffen im Rahmen des Projektes Triple Use. Ziel dieses Projektes sei es, schnelle und kosteneffektive Verfahren für die Produktion hochfester Verbundstoffe auf der Grundlage von Kohlefasern zu entwickeln.

Auf der Suche nach erfolgreichen Konzepten reiche ein geringeres Materialgewicht nicht aus. Konstruktion und Prozess müssten ebenfalls funktionell und kosteneffektiv sein. Die Automobilbranche stehe unter enormem Wettbewerbsdruck und jede neue Anwendung müsse rentabel sein. Daher würden ständig neue Materialien und Verfahren in der Testanlage im schwedischen Ulricehamn untersucht. „Für AP&T geht es darum, sich an die Entwicklung anzupassen und ihr einen Schritt voraus zu sein, damit das Unternehmen wettbewerbsfähige Lösungen anbieten kann, sobald die Nachfrage entsteht“, meint Koroschetz abschließend. MM

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MM MaschinenMarkt